HMDI 2.0 – schneller, besser, höher aufgelöst

Seit mehr als zehn Jahren ist die HDMI-Schnittstelle der Standard im Heimkinobereich. Das betrifft sowohl die Video- als auch die Audioübertragung. Mit HDMI 2.0 steht jetzt die neueste Version des High-Definition-Multimedia-Interface bereit und verspricht alles zu können, was der Vorgänger auch schon konnte, nur eben besser. Die Ära des bisherigen Standards HDMI 1.4 nähert sich also langsam aber sicher dem Ende. Ein Wechsel auf HDMI 2.0 und entsprechende Geräte ist aber nicht zwingend notwendig, lediglich beim Neukauf von Heimkino-Equipment sollte man auf den neuen Standard setzen. Auch Fans von 3D dürfen sich freuen, denn bald sind Filme in Full HD mit bis zu 48 Bildern statt der üblichen 24 Bilder pro Sekunde möglich.

Noch allerdings verfügen wenige Gerät über den neuen HDMI-Standard, was sich aber in den kommenden Monaten ändern dürfte. Denn das eigentliche Revier von HDMI 2.0 wird die neue Generation von Ultra-HD-Fernsehern sein. Die nämlich benötigen unbedingt die höhere Datenübertragungsrate, um ihr volles Potential nutzen zu können. Zwar ist auch schon mit HDMI 1.4 die Übertragung von Ultra-HD-Inhalten möglich, allerdings nur mit maximal 24 Bildern pro Sekunde. Für Kinofilme auf Blu-ray ist das noch vollkommen ausreichend, TV- und Sportsendungen können so aber nicht optimal dargestellt werden. Sie benötigen mindestens 60 Bilder pro Sekunde, um vom Zuschauer als flüssig wahrgenommen zu werden.

Der neue Standard wird also Ultra HD bei 60Hz heißen. Alternativ kann man es auch als 4K mit bis zu 60 Bildern pro Sekunden bezeichnen – es bedeutet das exakt selbe. Dieser neue Standard wird aber nur mit HDMI 2.0 möglich sein. Denn die Datenübertragungsrate steigt von 8,16 Gbit/s auf 14,4 Gbit/s und bietet somit fast doppelt so viel Platz für Bild- und Audioinformationen. Natürlich dürfen bei dem ganzen neuen Platz auch ein paar Tonspuren mehr nicht fehlen. Theoretisch sind mit der HDMI-Version 2.0 jetzt bis zu 32 Audiokanäle und eine Abtastrate von bis zu 1536 kHz möglich. So viele Audiokanäle brauchte man bisher natürlich nicht, mit dem ebenfalls kürzlich vorgestellten Dolby Atmos wäre das aber zumindest denkbar.

Dolby Atmos

Dank Dolby Atmos hat die neue Vielfalt von Audiokanälen bei HDMI 2.0 auch einen Sinn. Waren 5.1- und 7.1-Systeme bisher vorherrschend, sind jetzt theoretisch weitaus mehr Lautsprecher möglich. Wer noch nicht weiß, wie er das volle Potenzial von HDMI 2.0 und Dolby Atmos ausschöpfen könnte: Dolby Atmos erlaubt auch die Verwendung von Deckenlautsprechern. Das wirklich Vorteilhafte daran ist die weitgehend freie Kombinationsmöglichkeit der einzelnen Lautsprecher. Im Grunde kann hier jeder ein 5.1-Set als Fundament nehmen und dann je nach Lust und Laune mit weiteren Lautsprechern „aufpeppen“. Auch das nachträgliche Zukaufen von Lautsprechern stellt kein Problem dar – hier lesen Sie mehr zu Dolby Atmos.

Ultra HD/4K

Dass mit der neuesten HDMI-Version weitaus mehr möglich ist, sollte nun klar sein. Um die Bildqualität mal in Zahlen zu verdeutlichen: 3840 x 2160 statt den von Full-HD bekannten 1980 x 1080 Pixeln sind damit in beachtlichen 60 Bildern pro Sekunde darstellbar. 3D in Ultra HD ist zwar auch möglich, allerdings nur mit 24 Bildern pro Sekunde. Dafür verdoppelt sich die Bildwiederholungsrate im Full HD-Betrieb, was vor allem Videospielen mit 3D-Darstellung zugutekommt. Die Stecker und Kabel bleiben im Übrigen die gleichen. Wer also noch genug Kabel aus seinem auf HDMI 1.4 ausgelegtem Heimkino besitzt, kann diese auch weiterverwenden. Wie schon bei HDMI 1.4 werden der Standard-HDMI-Anschluss, der Mini-HDMI- und der Micro-HDMI-Anschluss unterstützt.

HDMIKein Grund das Kabel verstauben zu lassen, HDMI 2.0 funktioniert auch mit alten HDMI-Kabeln.

Videospiele

So richtig Vorfreude dürfte vor allem unter den Gamern aufkommen. Dank des neuen Standards werden bald auch Videospiele in Ultra HD richtig flüssig laufen können. Zwar ist 4K-Gaming derzeit noch Zukunftsmusik, die Zeichen deuten aber auch in der Konsolenwelt darauf hin. Mit der aktuellen Konsolengeneration sind Spiele in Ultra HD eigentlich noch nicht möglich, doch die Gerüchteküche um eine mögliche 4k-Version der PlayStation 4 ist bereits am Brodeln. Auch hier geht es wieder um die höhere Bildwiederholungsrate: Dank HDMI 2.0 wären bis zu 60 Bilder die Sekunde bei voller Ultra HD-Auflösung möglich, HDMI 1.4 schafft nur 24 Bilder – das ist für schnelle Videospiele wie Shooter leider viel zu wenig.

4K Gaming

Ultrahochauflösende Videospiele könnten bald auch auf der Konsole im Heimkino laufen.

Der HDCP 2.2 Kopierschutz

Wer aktuell ein Gerät mit HDMI 2.0 oder 4k-Untestützung besitzt, sei es ein Ultra HD TV oder ein Dolby Atmos AV-Receiver, sollte sich noch längst nicht in Sicherheit wiegen. Denn es gibt bereits HDMI-2.0-Anschlüsse an diesen Geräten, denen fehlt aber vermutlich der HDCP-2.2-Kopierschutz. Dieser wird bei der kommenden Generation hochauflösender Blu-rays Standard sein und muss vom Gerät unterstützt werden. Nachrüsten ließe sich der Kopierschutz auch nicht, denn der Chip muss auf dem Mainboard verlötet sein. Möglich wäre, dass dies bereits einige Hersteller getan haben, ohne es bekannt zu machen, Genaueres lässt sich aber nicht herausfinden. Beim Kauf neuer Hardware sollte deshalb unbedingt auf die Unterstützung des HDCP-2.2-Kopierschutzes geachtet werden.

Fazit

Mit der neuen HDMI-Generation steht uns ein wichtiger Standard für die kommende Ära des Heimkinos bevor. Endlich lassen sich weitaus mehr Daten über dasselbe Kabel transportieren, was zukünftigem Videogame- und Heimkinospaß die Türe öffnet. Der richtige Nachfolger von Full HD wird also Ultra HD mit 60 Bildern die Sekunde sein. Abgekürzt wird das häufig mit UHD@60Hz oder 4K@60Hz. Wer sich 3D mit gleicher Auflösung und Bildwiederholungsrate gewünscht hat, muss sich mit 3D in Full HD bei 60 Hz oder in Ultra HD bei 24 Hz vertrösten – doch der Nachfolger kommt bestimmt. Gamer können sich dafür aber richtig freuen, da 4K-Gaming erst damit so richtig möglich sein wird.

Hier gibt es die besten Lautsprecher und Komplettanlagen für das Heimkino.

 

Titelbild: © Sam-Cat „HDMI“ Bestimmte Rechte vorbehalten. Quelle: Flickr.com

Bild 1: © Digitpedia Com „Old Dusty HDMI Electricals Lead“ Bestimmte Rechte vorbehalten. Quelle: Flickr.com

Bild 2: © Joshua | Ezzell „Portraits of Riverwood | 4K Horse Show #2“ Bestimmte Rechte vorbehalten. Quelle: Flickr.com

HMDI 2.0 – schneller, besser, höher aufgelöst
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Neueste Beiträge

  1. Franz
    16. Mai. 2015, 11:25

    Wirklich ein top Artikel – war sehr informativ – meine Recherchen zum Thema 4K und HDMI 2.0 haben mich auf diese Seite geführt: http://www.4k-monitor-test.com/zubehoer dort sind einige HDMI 2.0 Kabel gelistet, die es bereits gibt – wirklich sehr übersichtlich.

    Jetzt kann ich endlich meinen PC ordentlich mit meinem 4K TV verbinden und die 60 Hz genießen!

    Beste Grüße
    Franz

    • Julius
      19. Jul. 2015, 15:22

      Ja ich selbst warte auch schon lange auf HDMI 2.0
      gerade für 4K Monitore ist das einfach nur genial, denn die bisherigen HDMI 1.4a Standards sind wirklich nicht ausreichend für die kommenden Monitore und den damit einhergehenden Auflösungen.

      Wer aber nicht warten kann, mit höheren Auflösungen kann auch zu einem All-In-One PC greifen, denn diese bieten Bereits 4 oder auch 5k ohne Anzeige- oder Kabelprobleme. Ich behandle diese auf meiner Seite http://all-in-one-pc-tester.de/ , für alle die Interesse haben ;)

  2. Alex I.
    14. Mrz. 2015, 17:26

    Sehr informativer Artikel! Bin gespannt auf die ersten 4K-Games!

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Teufel Blog Redaktion

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