DTS HD Master Audio

DTS-HD Master Audio – Die Sound-Macht auf der Blu-ray Disc

Weiter geht es mit unserer Codec-Kunde. Nachdem wir zuletzt Dolby True HD vorgestellt haben, ist heute DTS-HD Master Audio an der Reihe. Digital Theater System (DTS) scheint aus dem Wettstreit mit Dolby um die Vorherrschaft auf der Blu-ray Disc als Sieger hervorgegangen zu sein. Dabei war DTS vor Einführung der Blu-ray Disc gegenüber dem kalifornischen Konkurrenten klar im Hintertreffen. Denn auf der DVD dominierten Dolby-Codecs. Beide Codecs wurden mit dem Ziel entwickelt, die Speicherkapazität der Blu-ray Disc für eine verlustfreie Übertragung des Sounds zu nutzen. Der Mix des Soundingenieurs sollte eins-zu-eins beim Endverbraucher ankommen.

Ist DTS-HD Master Audio der Konkurrenz voraus?

Wenn man nun fragt, welcher der beiden verlustfreien Codecs der bessere ist, so muss die Antwort lauten: Beide sind gleich gut. Wie der Konkurrenz-Standard von Dolby erreicht auch DTS-HD Master Audio eine Abtastrate von 192 kHz. Je mehr Kanäle die Anlage umfasst, desto niedriger wird die unterstützte Abtastrate. Bei einer 7.1-Konfiguration liegt die Rate bei 96 kHz. DTS-HD Master Audio ist im Übrigen nicht an 7.1-Systeme gebunden. Der Standard kann auch mit 5.1-Anlagen und 2-Kanal-Setups wiedergegeben werden. Die Bit-Tiefe bei der Übertragung beträgt 24 Bit bei einer maximalen Übertragungsgeschwindigkeit von 24,5 Mbit/s auf einer Blu-ray Disc.

Deswegen sind Abtastrate und Bit-Tiefe so wichtig

Wenn es um Komprimierungsverfahren geht, werden häufig die Abtastrate (auch Sampling-Rate) und die Bit-Tiefe als wichtige Parameter genannt. Auch hierbei gilt: Je höher, desto besser. Wir erklären, warum die Werte für die Wiedergabe digitaler Formate so wichtig sind.

Abtastrate: Bei der Umwandlung von analogen in digitale Audiosignale werden Proben (Samples) der Audiosignale in sehr kurzen Zeitabständen entnommen. Daraus wird der digitale Binärcode errechnet. Die Frage ist nun, mit welcher Frequenz das „Abtasten“ des analogen Audiosignals erfolgen muss, um dieses digital angemessen wiedergeben zu können. Hierbei spielt das Nyquist-Shannon-Theorem eine wichtige Rolle. Es besagt, dass die Abtastfrequenz doppelt so hoch sein muss wie die Frequenz des abgetasteten Signals. Der für das menschliche Ohr hörbare Frequenzbereich liegt etwa zwischen 20 und 20.000 Hertz. Eine Abtastfrequenz von nur 30.000 Hertz genügt gemäß dem Nyquist-Theorem also nicht, um Audiodaten ohne Informationsverlust wiederzugeben. Diese müsste bei mindestens 40.000 Hertz liegen.

Wie zuvor erwähnt, unterstützt DTS-HD Master Audio selbst bei 7.1 Kanälen immer noch eine Abtastfrequenz von 96 kHz (96.000 Hertz). Das entspricht fast dem Fünffachen der höchsten vom menschlichen Gehör wahrnehmbaren Signalfrequenz. Daraus lässt sich allerdings nicht schließen, dass die „überschüssige“ Abtastfrequenz vollkommen nutzlos ist. Allerdings sind die positiven Effekte eher marginal und oftmals nicht wahrnehmbar.

Bit-Tiefe: Dies ist die andere wichtige Größe bei der Digitalisierung analoger Signale und ihrer Rekonstruktion. Die Bit-Tiefe beschreibt, wie detailliert ein einzelner Abtastvorgang erfolgt. Das hat bei Audiosignalen vor allem Auswirkungen auf die Erfassung der Dynamik und die Fehlerreduktion beim Abtasten. Im Audiobereich sind mit Dynamik Lautstärkeunterschiede gemeint. Höhere Bit-Tiefen ermöglichen vor allem eine detailliertere Darstellung bei leiser Lautstärke.

Warum DTS-HD Master Audio sich durchsetzen könnte

Mit Blick auf die technischen Spezifikationen dürfte es also keine signifikanten Unterschiede bei der Wiedergabe zwischen den beiden Codecs geben. Wenn beim Soundvergleich einer Blu-ray mit DTS-HD Master Audio und einer anderen Disc mit Dolby True HD auf derselben Anlage dennoch Unterschiede ausgemacht werden können, liegt dies sehr wahrscheinlich nicht an den Codecs, sondern an der Abmischung im Tonstudio.

Die Gemeinsamkeiten setzen sich bei den Hardware-Voraussetzungen fort. Als digitales Format wird DTS-HD Master Audio mit HDMI 1.3 oder höher übertragen. Die Verarbeitung des Standards kann entweder vom Blu-ray Player oder vom A/V-Receiver vorgenommen werden. Dabei ist DTS-HD Master Audio abwärtskompatibel. Wenn also keines der Geräte den verlustfreien Standard unterstützt, wird der Sound dennoch ausgegeben.

Bleibt die Frage, warum sich DTS-HD Master Audio vermutlich durchsetzen wird. Eine klare Antwort darauf, haben wir auch nicht parat. Den Ausschlag gegeben haben wohl die Entscheidungen der großen Filmstudios. Diese hatten sich entweder von Anfang an für den DTS-Standard ausgesprochen oder sind wie Paramount auf DTS-HD Master Audio umgeschwenkt. Wir bleiben für Euch natürlich an den Entwicklungen dran.

Titelbild: ©DTS-HD Master Audio Bestimmte Rechte vorbehalten. Quelle: Wikimedia

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