3D-Sound – Nur live ist realistischer

Mit 3D-Sound bekommt das Heimkino eine zusätzliche Dimension. Der Hörer wird in einen Klangkokon gehüllt und es raschelt, knallt und dröhnt auch über den Köpfen. Der Einzug des immersiven Klangs ins Heimkino hat mit den 3D-Soundformaten von Dolby, Sonic Emotion & Co. begonnen. Die Wiedergabe dieser Formate kann über unterschiedliche Lautsprechersysteme erfolgen, und dabei müssen nicht zwangsläufig Boxen an der Decke angebracht werden.

Inhaltsverzeichnis

1. Mehr als herkömmlicher Surround-Sound
2. Objektbasierter Klang? So wird 3D-Sound umgesetzt
3. Die dreidimensionalen Sound-Formate im Überblick
4. Wie lässt sich 3D-Sound umsetzen?
5. Teufel-Lösungen für 3D-Sound
6. Fazit: 3D-Sound-Revolution mit geringem Aufwand möglich

Mehr als herkömmlicher Surround-Sound

Die klassische Heimkino-Konfiguration ist das 5.1-Lautsprechersystem. Zwei Front- und zwei Rear-Lautsprecher sind so aufgestellt, dass Musik, Stimmen und Klangeffekte den Hörer umhüllen – Surround-Sound eben. Betrachtet man das Konzept genau, kann man allerdings feststellen, dass ein Bereich dabei außen vor bleibt: die horizontale Ebene. Die Höhendimension wird bei 5.1- ebenso wenig wie bei 7.1-Anlagen wiedergegeben.

Die Front- und der Center-Lautsprecher für die Stimmwiedergabe sind direkt auf den Hörbereich ausgerichtet. Die Lautsprecher im hinteren Bereich werden zwar häufig in erhöhter Position angebracht, aber auch diese sind nicht für die horizontale Klangwiedergabe abgestellt. Vielmehr soll durch sie eine natürliche, diffuse Klangkulisse entstehen. Entsprechend der 5.1- und 7.1-Lautsprecherkonfiguration wurde lange Zeit auch der Ton für Filme abgemischt. So handelt es sich beispielsweise auch bei den verlustfreien Surround-Sound-Standards Dolby True HD oder DTS-HD Master um kanalgebundene Formate. Sound-Designer ordnen dabei jedem Lautsprecher (Kanal) eine eigene Tonspur zu. Für die Wiedergabe von 3D-Sound haben Dolby und DTS ein alternatives Verfahren zur kanalgebundenen Wiedergabe gewählt.

Objektbasierter Klang? So wird 3D-Sound umgesetzt

Im Gegensatz zu den kanalbasierten Standards liefern die 3D-Formate Dolby Atmos und DTS:X objektbasierte Audiodaten an die Lautsprecher. Wenn man so will, wird dabei im Vergleich zum kanalbasierten Verfahren der Spieß umgedreht: Den einzelnen Klangereignissen auf dem TV-Bildschirm – und nicht den Kanälen – werden eigene Tonspuren zugeordnet. Das Raunen eines Motors kann ebenso wie das Klingeln eines Telefons jeweils als Tonspur aufgenommen werden. Mit diesem objektbasierten Verfahren lassen sich Lautsprecher ganz individuell ansteuern. Je nach Anzahl der Lautsprecher errechnet ein Prozessor, wie das System die Klangobjekte bestmöglich wiedergeben kann. Es gibt aber auch reine Software-basierte Lösungen, welche den Vorteil haben, dass diese aus kompakten Soundanlagen wie einem Soudnddeck heraus ausgegeben werden. Daraus ergeben sich mehrere Vorteile:

  • ✔ Klangereignisse können räumlich differenzierter wiedergegeben werden.
  • ✔ Bewegliche Klangquellen wie Autos oder Flugzeuge lassen sich präzise durch Lautsprecher abbilden.
  • ✔ 3D-Sound ist auf unterschiedlichen Lautsprechersystemen darstellbar. Eine Bindung an eine bestimmte Lautsprecherzahl besteht nicht.
  • ✔ Sound-Designer können die Klangobjekte im Raum platzieren und so alle Dimensionen abbilden.

Allerdings wird auch bei 3D-Standards der kanalbasierte Klang nicht vollkommen über Bord geworfen. Schließlich ist eine präzise räumliche Ortung nicht bei allen Klangeffekten sinnvoll. Das Prasseln von Regentropfen oder ein Donnerklang klingen schließlich auch in der Natur diffus und beides lässt sich keiner Richtung zuordnen. Ebenso wenig sinnvoll ist es, die Streicher des Soundtracks als Klangobjekte von Lautsprecher zu Lautsprecher wandern zu lassen.

Einige dreidimensionale Sound-Formate im Überblick

Vor allem diese 3D-Formate sind bisher relevant:

  • Dolby Atmos: Der objektbasierte Standard kann die Höhendimension auch ohne spezielle Deckenlautsprecher wiedergeben. Über nach oben ausgerichtete Lautsprecher werden die Schallwellen zur Decke abgestrahlt und von dort reflektiert, und wir nehmen die Klangereignisse so wahr, als ob sie direkt von oben kommen würden.
  • DTS:X: Nach Verzögerungen wurde im Spätsommer 2016 DTS:X eingeführt. Wie Dolby Atmos ist es ein objektbasierter Standard. Beide Standards sind im übrigen abwärtskompatibel.
  • Auro 3D: Im Gegensatz zu den anderen Formaten wird der 3D-Sound hierbei über drei Lautsprecherebenen umgesetzt. Über der Surround-Ebene werden eine Höhen- (Height Layer) und eine Überkopfebene (Overhead Layer) installiert. Für die Umsetzung von Auro 3D muss mindestens ein 9.1-System mit 4 Höhenlautsprechern vorhanden sein.
  • Sonic Emotion: Basierend auf mehreren internationalen Patenten kommen bei Sonic Emotion Absolute 3D im Grunde ein Chip, ein 3D Sound-Prozessor und eine anpassbare Software zusammen. Auf dieser Grundlage lassen sich für jeden Anwendungsfall gezielt abgestimmte Soundkulissen generieren. Der Vorteil bei dieser Technologie ist, dass für die Klangerzeugung ein Sounddeck oder ein Soundbar verwendet werden kann.

Hinweis: In einigen Kinos kann man sich einen Eindruck davon machen, wie der Atmos 3D-Sound klingt. Hier finden Sie eine Übersicht zu Dolby-Atmos-Kinos in Deutschland.

Wie lässt sich 3D-Sound umsetzen?

Drei Bedingungen müssen erfüllt sein, um der Heimkino-Sound zu einem dreidimensionalen Klangkokon wird:

  1. Der AV-Receiver muss ein 3D-Format verarbeiten können.
  2. Die Lautsprecher müssen 3D-Sound wiedergeben können.
  3. Eine Audioquelle muss 3D-Daten bereitstellen.

Was den AV-Receiver angeht, sind die Anforderungen klar. Entweder muss dieser mit einem 3D-Standard ausgestattet sein oder der Hersteller nachträglich ein Firmware-Update zum Download bereitstellen. Renommierte Hersteller bieten entsprechende Geräte an.

Die notwendige Lautsprecher-Aufstellung basiert bei fast allen 3D-Formaten auf einer herkömmlichen 5.1-Surround-Anlage. Wie die Erweiterung dieser Basis aussieht, ist vom Format abhängig. Die objektbasierten Formate Dolby Atmos und DTS:X bieten größere Flexibilität bei der Umsetzung als Auro 3D, da sie durch die nach oben abstrahlenden Lautsprecher in der Lage sind, auch ohne Deckenlautsprecher 3D-Sound zu erzeugen.

Beim Quellmaterial gibt es zwei Lösungen. Im Idealfall enthält die Blu-ray-Disc die Audio-Daten in einem der 3D-Formate. Dann werden diese vom Receiver decodiert und an die Lautsprecher weitergeleitet. Weil solches Soundmaterial bei weitem nicht immer verfügbar ist, haben Dolby, DTS und Auro sogenannten Upmixer entwickelt. Diese versprechen, die nach oben abstrahlenden oder an der Decke angebrachten Lautsprecher so einzubeziehen, dass authentischer 3D-Sound auch ohne speziell abgemischtes Audiomaterial erklingt.

Teufel-Lösungen für 3D-Sound

➥ Mit dem „LT 5 licensed by Dolby Atmos“– Erweiterungsset können Sie Ihre 5.1-Setup zur 3D-Anlage ausbauen. Die integrierten Upfiring Speaker in den Säulenlautsprechern sind präzise auf die Anforderung von Dolby Atmos abgestimmt.

➥ Die Teufel Cinebase ist der Beweis, dass auch ein Sounddeck 3D-Sound erzeugen kann. Wenn auch eher virtuell. Durch über einen Soundchip berechnete Effekte lassen die Treiber der Cinebase eine authentische, immersive Klangkulisse entstehen. Ermöglicht wird dies durch die Sonic Emotion Technologie.

Cinebase

Fazit: 3D-Sound-Revolution mit geringem Aufwand möglich

  • 3D-Sound bezieht im Gegensatz zu herkömmlichen Surround-Sound-Konfigurationen auch die Höhendimension im Heimkino ein.
  • Immersive Formate basieren auf objektbasierter Klangwiedergabe.
  • Die wichtigste 3D-Formate sind Dolby Atmos, DTS:X und Auro 3D
  • Soundchip basierte Lösungen wie Sonic Emotion ermöglichen 3D Sound mit kompakten Soundsystemen
  • Für die Wiedergabe muss der AV-Receiver 3D-Sound verarbeiten können, die Lautsprecher müssen für die Wiedergabe vorbereitet und es muss entsprechendes Audiomaterial vorhanden sein.
  • Upmixer können auch aus Surround-Formaten wie Dolby True HD immersiven Klang erzeugen.

Titelbild: Dolby.com Press Kit
Bild 1: ©Charlotte Vanlseghem, Auro 11.1 Sound in 3D bestimmte Rechte vorbehalten. Quelle: WikimediaAndere Bilder: Teufel

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Teufel Blog Redaktion

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