Next Generation: AV-Receiver – Schaltzentralen für Smart Entertainment

AV-Receiver sind die Allrounder unter den Verstärkern. Sie sind die Schaltzentralen in Heimkinoanlagen und verarbeiten Audio- und Video-Signale unterschiedlicher Zuspielgeräte zu einem stimmigen Raumklang. Durch die große Verbreitung der digitalen Unterhaltungstechnik und des Internets im Home Entertainment haben sich die Anforderungen an AV-Receiver verändert. Dabei haben sich neue Einsatzbereiche, Übertragungsverfahren und Softwares etabliert. Wir erläutern, auf welche Funktionen es zukünftig besonders ankommt.

Endstufen und die neuesten Surround-Sound-Formate

Das klassische Layout für Raumklang sieht 5.1-Kanäle vor, dieses wird dementsprechend immer vom AV-Receiver unterstützt. Die entscheidende Frage lautet daher, ob der Receiver Mehrkanalsysteme unterstützen soll, die über 5.1. hinausgehen. Als nächsthöheres Layout sind 5.2-Recevier auf dem Markt, bei denen neben der klassischen Konstellation aus 2 Frontlautsprechen, 1 Center, 2 Surround-Sound-Lautsprechern und 1 Subwoofer ein zweiter Subwoofer angeschlossen werden kann.

7.1.-AV-Receiver unterstützen die Übertragung des Audio-Signals an zwei weitere Lautsprecher im hinteren Bereich. Bei 7.1. bzw. 7.2 hört die Kanalunterstützung von AV-Receivern nicht auf. Surround-Sound-Enthusiasten finden im Handel Receiver, die 9- und sogar 11-Kanalsysteme unterstützen. Dafür muss man entsprechend tief in die Tasche greifen. Hier finden Sie einen ausführlichen Blog-Beitrag zur richtigen Aufstellung und Einmessung von Surround-Sound-Systemen.

Im Bereich der Surround-Sound-Formate hat sich in der letzten Zeit einiges getan. Branchenprimus Dolby hat mit Dolby Atmos ein neues Format in den Heimkinobereich eingeführt und der Konkurrent DTS hat mit DTS:X nachgezogen. Außerdem hat mit Auro 3D ein Underdog für Aufsehen gesorgt, der vermehrt auf kanalbasierten 3D-Sound setzt, während die beiden etablierten Hersteller vor allem objektbasierten 3D-Klang erzeugen. Alle drei Formate sollen eine Soundkulisse erzeugen, die auch Geräuschquellen in der Höhe authentisch wiedergibt: deswegen 3D-Klang. Die neuen Receiver der etablierten Hersteller unterstützen in der Regel sowohl Dolby Atmos als auch DTS:X. Auro-3D ist weniger verbreitet, aber immerhin stellen Denon und Marantz für einige Receiver Updates zum Download bereit, die allerdings kostenpflichtig sind.

Anschlüsse – HDMI dominiert

HDMI ist heute der wohl wichtigste Standard für die Übertragung digitaler Audio- und Videosignale. Ein zusätzliches Audio-Kabel ist dank der Audio-Return-Channel-Funktion überflüssig. Deswegen sollten neue AV-Receiver mit genügend HDMI-Eingängen ausgestattet sein, über die man TV-Geräte, Blu-ray-Player oder Konsolen anschließen kann. Zwei HDMI-Eingänge sollten die Mindestanzahl sein, besser sind vier oder mehr HDMI-Schnittstellen. Der HDMI-Standard 2.0 unterstützt auch ultrahochauflösende 4k-Blu-rays (bis zu 4096 x 2560 Pixel). Außerdem müssen Receiver für die Wiedergabe solcher Blu-rays mit dem Kopierschutz HDCP 2.2. kompatibel sein.

Wenn die verbundenen Geräte mit der HDMI-CEC-Funktion (Consumer Electronics Control) ausgestattet sind, können Nutzer diese herstellerübergreifend gemeinsam steuern. Ebenfalls sollte zumindest ein USB-Eingang vorhanden sein, was bei den aktuellen Receivern in der Regel der Fall ist. Über den können mobile Endgeräte oder MP3-Player und USB-Sticks angeschlossen werden. Analoge Übertragungsverfahren wie Klinken- oder Cinch-Stecker müssen nicht mehr berücksichtigt werden – es sei denn, Sie nutzen ein Zuspielgerät, das nicht mit digitalen Ausgängen ausgestattet ist. Besitzer von Schallplattenspielern sollten außerdem sicherstellen, dass der Receiver mit einem Phono-Eingang ausgestattet ist. Dieser Beitrag erläutert die Funktionen des neuesten HDMI-Standards genauer.

Standards für Online- und Drahtloskonnektivität

Streaming-Dienste werden bei der Wiedergabe von Musiktiteln immer wichtiger. Folgerichtig sind viele Hersteller dazu übergegangen, ihre neuen AV-Receiver dafür auszustatten. Grundvoraussetzung ist ein Zugang zum heimischen Netzwerk, der entweder über eine entsprechende Schnittstelle oder einen WLAN-Anschluss erfolgen kann. Beispiel hierfür sind die Pioneer VSX-Modelle von 2015. Jenseits der netzwerkbasierten Datenübertragung ist Bluetooth die einfachste und klanglich überzeugendste Lösung, um Smartphone und andere Endgeräte ohne Kabelverbindung als Musikquelle zu nutzen. Wer Musik in hoher klanglicher Qualität über die Heimkinoanlage hören will, der sollte auf die Unterstützung von hochauflösenden Audioformaten wie FLAC, WAV oder ALAC von Apple achten.

Fazit: Ohne Netzwerktechnik und HDMI geht wenig im Heimkinobereich

Netzwerktechnik und drahtlose Übertragungsstandards gewinnen bei AV-Receivern an Bedeutung. Glücklicherweise statten Pioneer, Denon, Marantz und Co. neue Geräte bereits im mittleren Preissegment mit Netzwerkanschluss, WLAN und Bluetooth aus. Ohne Kabelverbindung kommen natürlich auch aktuelle Geräte nicht aus. Hier ist HDMI die entscheidende Schnittstelle. Sein Vorteil ist, dass Audio- und Videosignale über ein Kabel übertragen werden können und dass HDMI-2.0 Ultra-HD-Auflösung unterstützt.

Leistungsparameter wie Frequenzgang, Kanaltrennung, Watt und Widerstand bleiben für die Entscheidung weiterhin wichtig. Im Zweifelsfall sollte man sich für die leistungsstärkere Variante entscheiden. Denn mit der Güte des A/V-Receivers steht und fällt die Klangqualität des Heimkinosystems.

Titelbild © William Hook Bestimmte Rechte vorbehalten. Quelle: Flickr.com

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Teufel Redaktion

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