Dolby Digital Plus – Der Standard für das World Wide Web?

Dolby Digital Plus (DD+) ist ein Toncodierungsformat für Surround Sound und eine Weiterentwicklung des Dolby-Digital-Formats. Es wurde ursprünglich für HDTV auf Blu-Ray-Disc und HD-DVD entwickelt. Ganz neu ist der Audiocodec also nicht. Doch durch den Siegeszug der Streaming-Dienste hat DD+ aber an Bedeutung gewonnen, denn viele Anbieter nutzen die im Gegensatz zu  Dolby Digital deutlich geringere Datenmenge, um Surround-Sound auch per Stream zu übertragen.

So bieten wichtige Streaming-Anbieter – darunter Netflix, Spotify, HBO und maxdome – Surround Sound in Dolby Digital Plus. Microsoft hat angekündigt, dass der Nachfolger des Internet Explorers, der Browser Microsoft Edge, DD+ unterstützen wird. Damit werden Webseiten in Zukunft Surround Sound bereitstellen können. Der Grund für den Erfolg von DD+ liegt in seinem fortschrittlichen Komprimierungsverfahren und der damit verbundenen Datenreduzierung.

Technische Grundlagen – warum Dolby Digital Plus für Streaming geeignet ist

Wie sein Vorgänger basiert auch Dolby Digital Plus auf dem Bit-Stream-Format AC-3 und unterstützt dabei Mehrkanalsysteme bis 13.1.- also bis zu 14 Tonspuren. Dagegen codiert Dolby Digital Audiodaten ausschließlich für 5.1-Anlagen. Darüber hinaus hat Dolby das Komprimierungsverfahren deutlich verbessert. DD+ erreicht gegenüber seinem Vorgänger eine bessere Tonqualität bei geringerem Datenaufkommen. Das macht DD+ besonders attraktiv für Online-Angebote, da diese mit begrenzter Bandbreite auskommen müssen. Begrenzte Kapazitäten sind auch einer der wichtigsten Gründe für die große Verbreitung des MP3-Formats, obwohl dieses ebenfalls auf einem verlustbehafteten Komprimierungsverfahren basiert.

DD+ ist zudem abwärtskompatibel, daher kann das Codierungsformat auch von Receivern abgespielt werden, die mit Dolby Digital ausgestattet sind.

DD+ in der Praxis

DD+ wird über HDMI (ab Standard 1.3) übertragen. Es gilt also darauf zu achten, dass der AV-Receiver mit einer HDMI-Buchse ausgestattet ist, was bei aktuellen Geräten meist der Fall ist. Sie können DD+-Audiocodecs von Blu-ray-Playern, aber auch Internet-Empfangsgeräten dekodieren und in Surround Sound umwandeln. Dass Blu-ray-Discs DD+ verwenden, ist aber die Ausnahme; die Film- und Tonstudios greifen eher auf die zuvor erwähnten verlustfreien Formate zurück. Wie anfangs erwähnt, setzen die großen Streaming-Anbieter auf DD+. Bisher sind schon einige Angebote in DD+ vorhanden, durchgehend ist das Angebot aber bisher nicht. Es scheint aber sicher, dass die Auswahl größer werden wird.

Soundsysteme mit Dolby Digital können auch Dolby Digital Plus wiedergeben

Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass man seine vorhandene Technik mit Dolby Digital Codec nicht für DD+ nutzen kann. Dies ist nicht richtig, denn jedes Medium mit Dolby Digital Plus ist uneingeschränkt auf diesen Anlagen weiterhin abspielbar. Erst bei Anlagen, welche mehr als 6 Tonspuren (7.1 und mehr) verarbeiten können, ist ein Wechsel überhaupt erwägenswert, denn Dolby Digital Plus kann im Gegensatz zu seinem Vorgänger mehr als 6 Tonspuren übertragen.

Fazit: Endlich Surround Sound aus dem Web

Lange Zeit war Surround Sound für Online-Angebote kein Thema. Stereo war das höchste der Gefühle. Die Verbreitung von Online-Videotheken, Streaming-Diensten und IPTV verändert die Lage. Die Anbieter bemühen sich vermehrt darum, Kunden auch Surround Sound liefern zu können. Schließlich ist es für Besitzer einer Mehrkanal-Anlage ein gewichtiges Argument gegen die Nutzung eines Filmportal oder Streaming-Dienstes, wenn sie dort das Potenzial ihrer HiFi-Anlage nicht annähernd ausschöpfen können.

Um Nutzern Surround Sound zu ermöglichen, setzen Streaming-Dienste daher auf Dolby Digital Plus.

Es lohnt sich daher in jedem Fall, beim Kauf eines AV-Receivers darauf zu achten, dass dieser DD+ unterstützt und mit einer 1.3 HDMI-Buchse ausgestattet ist.

 

Teufel Cinebar Trios Soundbar
Teufel Cinebar Trios Soundbar

Titelbild: © By Dolby Laboratories (Transferred from en.wikipedia) [Public domain], via Wikimedia Commons

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  1. Maik
    13. Nov. 2017, 21:35

    Soundsysteme mit Dolby Digital können auch Dolby Digital Plus wiedergeben!
    Stimmt das wirklich? Das würde dann ja bedeuten das die Decoderstation 5 von Teufel das Dolby Digital Plus Signal wiedergeben kann. Laut technischer Beschreibung wird das Format aber nicht unterstützt…was stimmt denn nun? Leider konnte auch der Teufelsupport bisher diese Frage
    nicht beantworten. Viele Grüße aus Zwickau, Maik

    • Teufel Blog Redaktion

      Teufel Blog Redaktion
      14. Nov. 2017, 11:50

      Hallo Maik, die Formulierung ist hier etwas schwammig. Besser wäre “Soundsysteme mit Dolby Digital sind kompatibel mit Dolby Digital Plus!” Der Sachverhalt ist so: DD+ enthält auch ein vollständiges DD Signal. Anlagen mit DD können natürlich nicht die 2 zusätzlichen DD+ Tonspuren wiedergeben, sondern sie nutzen weiterhin DD,w elches hier im “DD+ Mantel” mitgeliefert wird.

  2. rk
    10. Feb. 2017, 14:34

    “Fazit: Endlich Surround Sound aus dem Web”, aber nicht bei Teufel!!! DD+ wird von Teufel leider nicht unterstützt, obwohl heute schon das ZDF und ab März 2017 die anderen Sender über dvb t2 in DD+ senden. Schade, habe meine Cinebar 11 zurückschicken müssen.

    • Teufel Blog Redaktion

      Teufel Blog Redaktion
      14. Feb. 2017, 12:52

      Lieber Blogleser, danke für das Feedback, aber hier möchten wir ausdrücklich erwähnen, dass Dolby Digital Plus auch über Dolby Digital wieder gegeben wird. Der Hauptunterschied ist, dass Digital Plus für 7.1-Anlagen (8 Tonspuren) ausgelegt ist, Dolby Digital für 5.1 Anlagen (6 Tonspuren). Du hättest also nur dann womöglich klanglich Einbußen, wenn Du eine (echte) 7.1 Anlage betreibst. Cinebar 11 kann 6 maximal Kanäle ausgeben, weswegen Dolby Digital Plus hier keinen Sinn machen würde. Nutzen kann man Cinebar 11 aber für Digtal Plus Inhalte ohne Bedenken.

      Gruß aus Berlin.

      • RK
        13. Mar. 2017, 16:15

        Vielen Dank für die Antwort. Leider stimmt Sie bei meiner Kombination aus Fernsehapparat – Cinebar nicht. Wenn ich die Cinebar über HDMI mit einem neuen Technisat Techniline Pro 32 verbinde, kommt beim ZDF, d.h. DD+, ein “no Data” in der Cinebar-Anzeige. Wiedergegeben wird nur ein Knattern. Bei den anderen Programmen funktioniert es im Moment noch. Teufel hatte mir übrigens sofort einen Ersatz zugesandt, bei dem dasselbe Problem besteht. Ich habe die Cinebar übrigens doch behalten und zwischen den elektrischen S/PDIF-Ausgang des Fernsehers und den optischen S/PDIF-Eingang der Cinebar einen Konverter gesetzt. Die Qualität leidet natürlich mit dieser Lösung, die allerdings auch bei DD+-Sendungen funktioniert, weil der Fernsehappart ein umgewandeltes DD auf diesen Ausgang gibt.

      • Teufel Blog Redaktion

        Teufel Blog Redaktion
        20. Mar. 2017, 11:43

        Hallo Rudibert, danke für deinen Kommentar. Da wir mehrere Cinebar Modelle anbieten, können wir den Sachverhalt nicht eindeutig auflösen. Wenn die Tonstörung nicht über S/PDIF und ausschließlich beim Empfang des ZDF auftritt, scheint es doch eher am TV internen Converter zu liegen.

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