Man vor einem alten Radioapparat

Internetradio – Senderchef kann jeder werden

Wie hat sich das Radiohören mit dem Internet verändert? Die Antwort lautet kurz und bündig: grundlegend. Hörer können heute über Internet und mobiles Internet Radiosender aus der ganzen Welt empfangen. Die Software für den Empfang eines Senders im Internetradio (beispielsweise Smartphone-App, Browser, iTunes oder ein Mediaplayer) ist auf nahezu jedem Computer und Smartphone installiert. Noch größere Veränderungen haben sich auf der Seite der Sender vollzogen: Der Aufwand, mit einem eigenen Radioprogramm auf Sendung zu gehen, ist so klein wie nie zuvor.

So sieht die Radiolandschaft heute aus

Die Zusammensetzung der Angebote im Internetradio ist vergleichbar mit der sonstigen Netzöffentlichkeit. Nicht nur die großen privaten und öffentlich-rechtlichen Stationen stellen ihre Inhalte ins Netz, auch Tausende kleine, private Anbieter. Laut dem Bundesverband für digitale Wirtschaft lag 2015 die Zahl der Webradionagebote in Deutschland bei 2.442. Nur ein kleiner Teil davon sendet überhaupt noch terrestrisch. Weil das Netz keine Landesgrenzen kennt, kann jeder Nutzer im Internet auch ausländische Angebote hören.

Das riesige Angebot an Sendern, Sparten und Genres stellt Radiohörer vor die Herausforderung, die Spreu vom Weizen zu trennen, wenn sie interessante Internetradio-Angebote abseits des Mainstreams finden wollen. Hilfreich sind Dienste wie TuneIn: Dieser macht deutsche und internationale Internetradio-Sender zugänglich und kuratiert das Angebot nach Inhalten, Musikrichtungen und Herkunftsländern. Über eine App können Sie die Angebote geräteübergreifend streamen. Wenn wir hier von Internetradio sprechen, ist tatsächlich von Live-Streams die Rede. Daneben werden im Netz auch Podcasts angeboten: Das sind Audio-Beiträge, die häufig nach der Live-Ausstrahlung als MP3 oder AAC zum Download bereitstehen.

Wie wird im Internetradio eigentlich gesendet?

Funkwellen-basierte Radiotechnik ist mit einem hohen Aufwand verbunden. Verglichen damit ist es ein Kinderspiel, ein eigenes Internetradio einzurichten, denn dies ist zunächst nichts anderes als ein Live-Audiostream, der über das Netz zugänglich gemacht wird. Das kann wie bei einer Website über einen Server geschehen. Um tatsächlich live zu senden, muss ein Streaming-Server die Audiodaten ausliefern – ansonsten muss der Nutzer die Audio-Datei herunterladen, bevor er sie anhören kann. Im Web gibt es sowohl freie als auch kostenpflichtige Streaming-Server. Zwei bekannte Dienste sind Icecast (GNU-Lizenz) und SHOUTcast (proprietär).

Die Alternative zum Server-basierten Stream ist die Übertragung des Streams mittels Peer-2-Peer-Verfahren. Bei diesem Verfahren wird der Audio-Stream nicht von einem zentralen Server bereitgestellt, sondern jeder Empfänger ist gleichzeitig auch Sender des Streams. Die notwendige Software für dieses Verfahren ist ebenfalls bei einer Reihe von Diensten erhältlich.

Die Sache mit der Musik und den Lizenzen

Wer im Internetradio Musik abspielen will, muss sich in der Regel mit Lizenzen auseinandersetzen. Der wichtigste Ansprechpartner für die Lizenzvergabe von Musik in Deutschland heißt „Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte“ – besser bekannt als GEMA. Dieser Verwertungsgesellschaft gehören über 70.000 Musiker und Verleger an. Wird das Werk eines GEMA-Mitglieds ohne Lizenz im Internetradio gespielt und die GEMA erfährt davon, drohen hohe Abmahnungsgebühren. Betreiber eines Webradios können Lizenzgebühren für 1, 2, 3, 6 oder 12 Monate kaufen. Ein Monat kostet mindestens 30 Euro (Stand 1. Februar 2016). An ein Webradio im Sinne der GEMA-Lizenzvereinbarungen sind Bedingungen geknüpft: Zum Streaming-Angebot dürfen nicht mehr als 3 URLs gehören, die monatlichen Nettoeinnahmen dürfen nicht über 430 Euro liegen und die Anzahl der unterschiedlichen Hörer darf in einem Zeitraum von einem Monat die 2.700 nicht überschreiten. Weitere Informationen sind auf der GEMA-Seite zu finden.

Die Lizenzierungspflicht besteht im Übrigen auch, wenn Sie selbst aufgenommene Mitschnitte eines Konzerts im Internetradio senden wollen. Die zuständige Verwertungsgesellschaft ist in diesem Fall die Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL). Allerdings gehören nicht alle Musiker einer Verwertungsgesellschaft an. Daher besteht die Möglichkeit, Musik ganz legal und zudem kostenlos im eigenen Internetradio zu spielen. Meistens handelt es sich dann um Newcomer und lokale Künstler, die ihren Bekanntheitsgrad steigern wollen. Im Netz haben sich dafür Communitys wie Jamendo und CcMixter für freie Musik gebildet.

Passende Produkte dazu:

Teufel- und Raumfeld-Produkte für UKW- oder Internetradio

Vollkommen ausgedient hat das analoge Radio natürlich noch nicht. UKW-Radio kann im Gegensatz zu Internetradios nahezu überall empfangen werden, egal ob auf einer entlegenen Wanderroute oder unterwegs im Boot auf einem See. Über Ultrakurzwelle (UKW, englisch FM) wird nach wie vor gesendet, und deswegen bietet Teufel auch weiterhin Produkte an, welche UKW-Radio integriert haben. Dazu zählen der Boomster XL, die Stereokomplett-Anlagen Kombo 22 und Kombo 42 oder die neue MusicStation. Mit diesen und anderen Teufel-Anlagen können Sie UKW-Radio mit Features wie automatischem Sendersuchlauf und festen Speicherplätzen bequem empfangen.

Wer es moderner mag, der kann sich mit jedem WLAN-Streaming-System von Raumfeld die Welt der Internetradios nach Hause holen. Denn nach erfolgter Einrichtung steht Ihnen mit dem oben bereits erwähnten Dienst Tune in, welcher fester Bestandteil der kostenfreien Raumfeld-App ist, eine der beliebtesten und vielseitigsten Radio-Apps zur Verfügung.

Egal, wie Sie zukünftig Radio hören wollen, das Teufel-Team wünscht Ihnen stets guten Empfang.

Titelbild: ©Seattle Municipal Archives, Radio dispatcher George Trevorrow, 1945 Bestimmte Rechte vorbehalten. Quelle: Flickr.com

Internetradio – Senderchef kann jeder werden
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  1. Michael
    16. Aug. 2017, 17:10

    Ein Trend dem man sich nicht verschließen kann und sollte. Immer mehr wandern die Inhalte ins Internet ab. Das Interview von Youtube-Stars mit unserer Kanzlerin heute ist ein schönes Zeichen dafür. Wenn man auf die Zukunft setzen will ein Muss.

  2. Matthi
    23. Jun. 2017, 9:26

    Wichtig wäre noch zu erwähnen, dass man sich sowohl bei der Gemacht, als auch bei der GVL anmelden muss, wenn man ein Webradio selbst betreiben will.

  3. Rolf
    20. Dez. 2016, 12:53

    Toller Beitrag

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Teufel Blog Redaktion

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