DJ legt auf einer Clubbühne vor Publikum auf

Glück ist, wenn der Bass einsetzt: Ursprünge und Geschichte des Techno

Wer an Techno denkt, dem kommen nahezu unweigerlich Bilder von stampfenden Beats und schwitzenden Körpern, von Loveparade und Berghain in den Kopf. Doch wo und wie ist Techno eigentlich entstanden? Und wann hat das angefangen mit dem Techno in Deutschland? Lies hier alles zur Geschichte des Techno!

Was ist Techno überhaupt?

Bevor wir uns der Geschichte des Techno widmen, wollen wir versuchen zu bestimmen, was genau Techno eigentlich ist. Bestimmt fallen dir aus dem Stegreif gleich mehrere Spielarten elektronischer Musik ein: Trance, Dub, House, Ambient und Goa sind nur einige. Doch handelt es sich bei diesen eigentlich um Techno?

Die meisten würden diese Fragen mit Ja beantworten, wenngleich die Einordnung nicht gänzlich unumstritten ist. Wie bei anderen Musikrichtungen, zum Beispiel Indie-Rock oder Hip-Hop, sind die Grenzen fließend, und es gibt schlicht keine Instanz, die definiert, was genau Techno ist und was nicht.

Bestimmte Merkmale aber verbindet sie alle: Wir haben es überwiegend mit Instrumentalmusik zu tun, die elektronisch bzw. technisch produziert wird durch Einsatz des 4/4-Taktes einen Fokus auf Rhythmus legt. Woher sie stammt, wie Techno in Deutschland Fuß fasste und insbesondere Berlin prägte und bis heute prägt, erzählen wir im Folgenden.

Rückansicht eines DJs, der in einem Club vor Publikum am Controller steht
Immer auf die Ohren: Es gibt zahlreiche Subgenres im Techno.

Die Entstehung von Techno

Wie und wo also ist Techno entstanden? Ab Mitte der 1980er Jahre experimentierten in Europa und den USA einige Bands und Musikproduzenten mit verschiedenen Arten elektronischer Tanzmusik wie New Wave, Electro-Funk oder Industrial. In diesem Zusammenhang muss allen voran die deutsche Band Kraftwerk erwähnt werden. Kraftwerk gelten als Urväter des Techno, da die Band ausnahmslos elektronische Klangerzeugung nutzte, um ihre Musik zu produzieren. Ihr Album „Autobahn“ wurde zum weltweiten Hit und inspirierte vor allem in den USA junge, aufstrebende Musikproduzenten, insbesondere in Detroit.

Die erste echte Technoszene entstand dann auch dort: Produzenten wie Derrick May, Richard Davis, Juan Atkins und Kevin Saunderson kreierten einen Stil, der House-Musik mit Funk und progressivem elektronischen Sound aus Europa wie dem von Kraftwerk oder Depeche Mode verband. Sein Name: Techno.

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Kraftwerk gelten als die Urväter des Techno. Das wegweisende Album „Autobahn“ erschien 1974.

Auf nach Europa: Techno kommt nach Deutschland

Einige Jahre später, Ende der 1980er, schwappte Techno dann über den Großen Teich ins Vereinigte Königreich – und eroberte von dort aus das europäische Festland. Vor allem in Berlin wurde die neue Musikrichtung begeistert aufgenommen und prägt die Stadt bis heute. Der legendäre Kreuzberger Club UFO fungierte quasi als Wegbereiter für den Techno in Berlin, und das noch vor der Wiedervereinigung.

In der Folgezeit etablierten sich weitere Locations wie der Tresor, der Planet Club (später E-Werk), das WMF, der Bunker und der KitKatClub. Ein nicht zu unterschätzender Faktor beim Entstehen dieser neuen Jugendkultur war die Tatsache, dass viele dieser Clubs teilweise illegal und mit einer DIY-Mentalität betrieben wurden. Nach der Wende wurden im Ostteil der Stadt viele leerstehende Hallen, Häuser und Fabriken zu Schauplätzen von Technopartys, bei denen viel experimentiert und sich kreativ ausgetobt wurde. Einige der prominentesten DJs und DJanes dieser Zeit sind Dr. Motte, WestBam, Marusha, Paul van Dyk und Tanith.

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Für ähnlich viel kreativen Input und eine Vernetzung der lokalen Szenen sorgte die Berliner Loveparade, die von Dr. Motte erfunden wurde, dem Urgestein der Berliner Technoszene. Was 1989 als Umzug mit rund 150 Menschen begann, war spätestens 1991 – dann bereits mit rund 6.000 Teilnehmenden – eine ernstzunehmende Veranstaltungsreihe.

In diesem Jahr trafen zum ersten Mal in Deutschland die Techno-Szenen aus verschiedenen deutschen Städten zusammen, darunter z. B. die aus Köln und Frankfurt am Main. In der Konsequenz bildeten sich erste Netzwerke und ein bundesweiter Austausch, es entstand ein echter Kosmos: Technofans begannen selbst als DJs aufzulegen, riefen als Veranstalter Partyreihen ins Leben oder gründeten Labels.

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Techno erobert die Straße: Dieses Video zeigt Bilder von der Loveparade 1991 in Berlin.

Der Techno spaltet sich auf

Mitte der 1990er Jahre ändert sich mit der Schließung des E-Werks nicht nur die Clublandschaft in Berlin, auch das Genre selbst fächert sich auf. Neue Subgenres entstehen und bewirken, dass die Szene auseinanderdriftet: Die einen möchten den Old-School-Techno nicht missen, die anderen wenden sich den neuen Spielarten wie Drum ’n Bass oder Break Beat zu.

Ab Ende der 1990er-Jahre erfolgt dann eine zweite Zäsur in der Geschichte des Techno. Der Bezirk Friedrichshain wird dank dem Ostgut (Berghain) und dem Casio zum neuen Techno-Kiez, während die Entstehung von Minimal Techno und Dubstep die Gemüter spaltet, da sich beides stark vom ursprünglichen Techno zehn Jahre zuvor unterscheidet. Relevanter ist aber, dass die Berliner Techno-Szene immer mehr Besucher aus aller Welt in die Hauptstadt lockt. Techno wird zu einem Wirtschaftsfaktor, und alte Clubgänger suchen sich desillusioniert von den Feiertouristen neue Angebote wie die Bar 25.

Unter anderem dort entsteht ein weiteres Subgenre, der Tech House, der sich durch einen wesentlich stärkeren Fokus auf Melodien auszeichnet und im Gegensatz zu den oft kalten sonstigen Technosounds eine fröhliche Atmosphäre verbreitet.

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Im Techno-Rausch: ARD-Doku von 1995

Lesetipp: In unserem Beitrag über Musik-Dokus ist neben vielen anderen Genres auch Techno vertreten.

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Techno heute

Auch wenn Techno schon des Öfteren für tot erklärt wurde, erfreut sich das Genre nach wie vor großer Beliebtheit. Zwar ist wenig geblieben von dem einstigen Untergrund-Charme, und Techno ist nicht nur in Berlin längst im Mainstream angekommen – insbesondere dank eher melodischer Spielarten wie Deep House, Tech House und Trance. Das muss aber keineswegs etwas Schlechtes sein, denn nie zuvor gab es mehr Auswahl, was Techno-Stile angeht. Aktuelle Interpreten und DJs wie Schiller, die Brüder Fritz und Paul Kalkbrenner, Robin Schulz und Alle Farben performen auf internationalen Festivals und sind bekannte Vertreter des modernen Techno – einer Musikrichtung, die heutzutage eher unter dem Oberbegriff „elektronische Musik“ bekannt ist.

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Titelbild: Danny Howe on Unsplash. Lizenz: Unsplash License.

Bild 1: rohatcom68, Quelle: Pixabay. Lizenz: Pixabay License.

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  1. Steffen
    26. Dez. 2022, 11:08

    Viel zu oberflächlich recherchiert. Es klingt, als ob Berlin die einzige Techno Szene in Deutschland hätte. Dabei spielt Frankfurt eine große Rolle und auch in anderen Städten wie Kassel, Würzburg oder Bingen gab es Clubs, die Geschichte geschrieben haben!

    • Teufel Blog Redaktion
      05. Jan. 2023, 10:58

      Hallo Steffen, danke für dein Feedback. Natürlich gab und gibt es Clubs & Strömungen, welche hier leider nicht berücksichtigt werden konnten. Dieser Beitrag kann natürlich weder vollumfänglich sein, noch erhebt er Anspruch darauf. Die „Berliner Sicht“ liegt einfach daran, dass unserer Unternehmen aus Berlin kommt. Viele Grüße

Hinweis: Die Kommentarfunktion steht Mo-Sa von 8 bis 21 Uhr zur Verfügung.

Autor:in

Teufel Blog Redaktion

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