Notizen aus Berlin: Wie das Radio zum 360-Grad-Klang kam

Es ist noch nicht lange her, da dudelfunkten die meisten Radios kaum beachtet einfach so vor sich hin. Mit einem Klang, der am Ende vermutlich nicht besser war als irgendeine Fahrstuhlbeschallung. Am besten hörte man Radiosender noch, wenn man direkt vor dem Gerät stand. Klar, so ein Klang ist nicht mehr passend zu den Möglichkeiten von rauschfreien Digital- und Internetradiosendern. Teufel beweist mit seinem neuen Radio 3sixty, dass Radio auch mit guten Klang funktioniert.

Das gute alte Transistorradio, Typ Dudelfunker mit Drehregler

Radiosound wird mit dem 3sixty neu definiert

„Radio Überall“ ist auf Sendung. Mit 360-Grad-Technologie.

Das Radio 3sixty stellt durch seine namensgebende 360-Grad-Klangtechnologie den Radiosound endlich in den Mittelpunkt und zwar egal wo es selber steht und von wo man zuhört. Wie das gelingt? Wir haben mal bei den Teufel Soundtüftlern Massimo (Akustik) und Ramon (Design) nachgefragt.

Das Geheimnis der akustischen Linsen

Auf den ersten Blick scheint Radio 3sixty ein normales Radio zu sein. Vorne ein Display und zwei Drehregler neben den üblichen Funktionstasten. Doch damit hören die bewusst gewählten Ähnlichkeiten zum guten alten Radio schon auf. Denn wenn das mit einem „MacGyver-Gadget-Paket“ ausgestattete Radio einmal läuft, zeigt es sein ganzes Können. Mit dem Radio 3sixty geht es klanglich rund.

Radio 3sixty – die Ähnlichkeiten zum Transistorradio sind nur noch äußerlich.

Das Geheimnis des 360-Grad-Klanges sind zwei von außen nicht sichtbare sogenannte akustische Linsen. Diese sind wie in der nachfolgenden Grafik dargestellt direkt über den zwei an der Oberseite untergebrachten Upward-firing-Treiber angeordnet. Die Schallwellen werden dann an den Linsen in alle Richtungen reflektiert. Der 360-Grad-Klang entsteht.

Der verborgene Kegel sichtbar gemacht in der Zeichnung

Die Form macht die Musik

Doch einfach war die Umsetzung des 360-Grad-Klanges keinesfalls, schilderten Massimo und Ramon. Unzählige Testkegel und Designanpassungen zeugen von der langwierigen Entwicklung dieses so wichtigen Bauteils.

Schallwellen-Simulationssoftware hilft Massimo bei der Konstruktion des optimalen Kegels.

Das Design der Kegel wurde im ersten Schritt mit Hilfe spezieller Software zur akustischen Modellierung entworfen. Anschließend wurden mehrere Kegelprototypen im 3D-Drucker ausgedruckt, im Testversuch eingebaut und in Kombination mit den Upward-firing-Treiber ausprobiert und vermessen. Im letzten Teil wurden Hörtests durchgeführt und nichts dem Zufall überlassen.

Viele Versuche waren notwendig, um die ideale Linsenform zu entwickeln.

Auch bei der Grundform gab es etliche Versuche, bis das richtige Konzept stand. So waren die Kegel erst direkt auf den Töner aufgesetzt und wurden aber dann von oben an der Abdeckung aufgehangen. Vergleichbar mit Tannenzapfen.

Das Soundcheck-Interview mit Massimo und Ramon

Blog Redaktion: Massimo und Ramon, schön, dass ihr euch die Zeit für dieses Interview genommen habt. Fangen wir gleich an.  Wie wir gerade ausprobieren konnten, bietet das Radio 3sixty bietet neben seinen vielen Möglichkeiten Radio zu empfangen, einen außergewöhnlich guten Klang und zwar egal, wo das Gerät steht. Selbst wenn man sich im Raum bewegt, bricht das Klangbild nicht zusammen. Was war die Idee bei der Entwicklung eines Radios mit einem 360-Grad-Klang und wie lange wurde an dem Projekt gearbeitet?

Massimo: Wir wollten genau so ein Radio mit einem echten omnidirektionalen Klang (der 360-Grad-Klang) entwicklen, so dass damit ein detaillierter und räumlicher Klang von überall im Raum genossen werden kann. Der sogenannte „Sweet Spot“ soll damit überall im Raum sein. Ein 360-Grad-Sound passt sehr gut zu einem kompakten Radio, da das häufigste Anwendungsszenario aus unserer Sicht ein alltägliches Radiohören ohne eine feste Hörposition ist. Die Stereo-Anordnung der Upward-firing-Treiber liefert zudem einen extrem natürlichen Klang und verbessert den Raumeindruck zusätzlich.

Lesetipp > Mehr über den Sweet Spot

Wie bei allen Teufel-Produkten wollten wir, dass der Klang stark und kraftvoll ist. Daher haben wir auch einen Subwoofer in das Gerät eingebaut. Ein Merkmal, das bei Radiogeräten nur selten zu finden ist. Dies gewährleistet eine beeindruckende Basswiedergabe, trotz der sehr kompakten Größe des Geräts.

Ramon: Aus Sicht der Gestaltung wollten wir ein Radio entwickeln, dass klanglich einfach das heute Mögliche rausholt ohne dabei seinen beliebten Formfaktor zu verlieren. Uns war dabei wichtig, dass der Kunde das Gerät an unterschiedlichsten Orten im Haus platzieren kann und nichts an der Qualität des Klanges einbüßen muss.

Und die Idee, einen derart kraftvollen 360-Grad-Sound mit einem klassischen Radio-Design zu verknüpfen, das gab es bis dato so nicht. Wir wären nicht Teufel, wenn wir nicht alles aus einer Idee und aus einem Produkt rausholen würden. Die reine Entwicklungszeit, von der ersten Skizze bis zum fertigen Produkts, lag in etwa bei 1-1,5 Jahre.

Erste Zeichnungen des Radio3sixty – seine Radio-DNA ist deutlich erkennbar

Blog Redaktion: Um diesen 360-Grad-Klang zu erzeugen, habt ihr ja akustische Linsen und damit das physikalische Prinzip der Schallwellenreflektion angewendet. Was war die größte Herausforderung bei der Entwicklung und wie habt ihr diese gelöst?

Massimo: Die Erzeugung einer omnidirektionalen Schallquelle war in der Tat keine leichte Aufgabe. Die größte Herausforderung bestand darin, nicht nur in horizontaler, sondern auch in vertikaler Richtung eine sehr gleichmäßige Klangwiedergabe zu erreichen.

Ramon: Eine Schallwelle braucht Platz um sich zu entfalten. Je mehr im Weg des Schalls ist, umso schlechter kann auch die akustische Wiedergabe werden. Das gilt in erster Linie für den Hoch-und Mitteltonbereich. Dem Tiefton ist sowas relativ egal. Die Herausforderung im Design war daher ein möglichst freien Raum um den Bereich der Linsen zu schaffen.

Zudem sollten aber die oberen Töner abgedeckt und somit geschützt werden. Die Lösung war ein offenes und leichtes Kunststoffgeflecht mit Stoff zu bespannen in dem zusätzlich die akustische Linse integriert wurde. Zwei Fliegen mit einer Klappe.

Die akustischen Linsen sind im finalen Entwurf in der Abdeckung integriert

Blog Redaktion: Wo würdet ihr ein Radio 3sixty zu Hause hinstellen und was wäre zu hören?

Massimo: Einer meiner Lieblingsradios ist Jazz Radio aus Berlin. Mein privates 3sixty kommt in die Küche.

Ramon: Mein 3sixty kommt vermutlich ins Badezimmer. Dort läuft dann sicher ein DAB+Radiosender (wegen das kristallklaren Klangs). Am besten was mit Klassikern aus den 80ern und 90ern. Oder eine meiner Spotify-Playlists.

Blog Redaktion: Massimo und Ramon – Glückwunsch zu diesem Produkt. Nachdem das Radio nun hoffentlich viele „Radionauten“ glücklich machen wird, stellt sich die Frage, woran ihr als nächstes arbeitet?

Ramon: Was genau wir gerade austüfteln kann ich an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Ich kann nur so viel sagen, dass wir in den kommenden Jahren vielen spannende und Teufel typische Produkte auf den Markt bringen werden. Die Köpfe sind voll von starken Ideen, die unsere Fans begeistern werden.

Massimo: Wir arbeiten mit Leidenschaft und einem starken Fokus auf Innovation, um allen unseren neuen Soundanlagen – von den kleinsten bis zu den größten – den aufregendsten Klang zu geben.

Blog Redaktion: Das klingt doch vielversprechend. Wir sind schon gespannt!

Linktipp: Alle Infos, alle Daten: Radio 3sixty im Teufel Webshop

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Teufel Blog Redaktion

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