Hans Zimmer – Hollywoods Mann der starken Töne

Die Schlussminuten in Christopher Nolans The Dark Knight Rises ohne Hans Zimmers Musik? Schwer vorstellbar. Sie erzählt die Geschichte von Alfred, Commissioner Gordon, Robin und Co. nach Batmans Ende maßgeblich mit. Erst mit Zimmers Musik bekommen die Bilder ihre Schwere, schaffen eine eigene Dramaturgie und sorgen für Gänsehaut. Das Gleiche könnte man über eine Vielzahl anderer Filme auch sagen. Denn Hans Zimmer ist seit über 20 Jahren einer der erfolgreichsten und einflussreichsten Filmkomponisten in Hollywood. Seinen bisher einzigen Academy Award hat er für die Musik zum König der Löwen erhalten. Darüber hinaus wurde er bisher neun Mal für den Oscar nominiert – unter anderem für Interstellar, Gladiator und The Dark Knight.

Taunus, London, Hollywood

Hans Zimmer ist gebürtiger Hesse. Er kam am 12. September 1957 in Frankfurt am Main zur Welt und verbrachte Teile seiner Kindheit in Königstein im Taunus. Als Teenager ging er auf ein privates Internat in der Nähe Londons, wo er auch seine Schullaufbahn abschloss. Eine Musikausbildung absolvierte Zimmer nie. Stattdessen versuchte er sich direkt an einer Musikerkarriere. Weil er nach eigener Aussage an der Gitarre „zu lausig“ war, Bild1-walk of famekonzentrierte er sich auf Tasteninstrumente, insbesondere das Keyboard. Das brachte ihm als Teil der Band The Buggles immerhin den bekannten Song nebst Musikvideo zu „Video Killed the Radio Star“ ein; übrigens das erste Musikvideo, das auf MTV gespielt wurde. Es folgten Engagements in kleineren Synthie-Pop- und New-Wave-Bands. Außerdem komponierte Hans Zimmer Jingles für Fernsehen und Radio.

Entscheidend für Zimmers Karriere war seine Bekanntschaft mit Stanley Myers. Der britische Filmkomponist engagierte den jungen Keyboarder und Komponisten als Assistenten und brachte ihm die handwerklichen Grundlagen bei, insbesondere für das Komponieren für Orchester. Die andere entscheidende Person für Zimmers Aufstieg war der Regisseur Barry Levinson. Levinsons Frau machte ihren Mann auf die Filmmusik des heute unbekannten britischen Films A World Apart aufmerksam. Diese stammte von Hans Zimmer und gefiel dem Hollywood-Regisseur so sehr, dass er Zimmer in London aufsuchte und für seinen Film Rain Man verpflichtete. Schon dieses erste Hollywood-Engagement brachte den Durchbruch. Das Drama mit Dustin Hoffman gewann vier Oscars und wurde für die beste Filmmusik nominiert.

Der Zimmer-Sound

Nach einem derart erfolgreichen Hollywood-Debüt folgten schnell weitere Anfragen. Zwei weitere Projekte, mit denen sich Hans Zimmer abermals profilieren konnte, waren die Action-Filme Backdraft von Ron Howard und Black Rain von Ridley Scott, mit dem er danach noch mehrfach zusammenarbeitete. Regisseure, die heute gerne auf Zimmers Dienste zurückgreifen, sind Christopher Nolan und Gore Verbinski (Fluch der Karibik).

Zimmer versteht es, mit vorgegebenen Budgets auszukommen und setzt aus Effizienzgründen häufig auf digital erzeugte Sounds. Er hat sich aber auch seine Liebe für analoge Sounds bewahrt. In Zimmers Tonstudio steht ein über 40 Jahre alter modularer Moog-Synthesizer, der beispielsweise für The Dark Knight Rises zum Einsatz kam. In diesem Video präsentiert Hans Zimmer seinen imposanten Vintage-Synthesizer:

Hier findet ihr übrigens unseren Beitrag zum Minimoog, dem kleinen Bruder des großen Moog-Synthies.

Der immer gleiche Zimmer-Soundtrack?

In Backdraft und Black Rain war bereits viel von dem typischen Zimmer-Sound zu hören: üppige orchestrale Arrangements, häufig mit dominierenden Streichern und elektronischen Elementen. Diese Trademarks haben ihm den Vorwurf eingebracht, er würde den immer gleichen bombastischen Sound fürs Blockbuster-Kino reproduzieren.

Gerecht wird man Zimmer allerdings nicht, wenn man ihm den immer gleichen Sound unterstellt. Denn der gebürtige Hesse ist auch als etablierte Hollywood-Größe noch neue kompositorische Experimente eingegangen. In Guy Ritchies Sherlock Holmes baute er beispielsweise jüdische Klezmer-Arrangements ein und bezog ein ums andere Mal Instrumente aus anderen Kulturkreisen in seine Soundtracks ein. Aus Sicht von Kino- und Hifi-Fans ist im Übrigen wenig dagegen einzuwenden, wenn die Filmmusik, die aus der (Heim-)Kinoanlage wummert, den Hörer bzw. Zuschauer ergreift und in den Sessel drückt. Und so ist es nur eine Frage der Zeit, wann die Arrangements aus Zimmers Tonstudio das nächste Mal in den Kinos erklingen.

Titelbild ©Richard Yaussi “Hans Zimmer” Bestimmte Rechte vorbehalten. Quelle: Wikimedia
Bild1 ©Thomas Schmidt Bestimmte Rechte vorbehalten, Quelle: Wikimedia

Hans Zimmer – Hollywoods Mann der starken Töne
5 (100%) 7 votes

Neueste Beiträge

  1. Alexander K.
    14. Sep. 2015, 13:52

    Der beste Filmsoundtrack stammt auch von Hans Zimmer: “The Last Samurai”
    https://open.spotify.com/album/1EqLdtiBSgULHA01ooROeY

Kommentar verfassen

Ihr Kommentar wird von einem Moderator überprüft, bevor er auf der Website erscheint.

Autor

Teufel Blog Redaktion

Teufel Blog Redaktion

Alles über Lautsprecher, Heimkino und HiFi-Trends. Zudem haben wir jede Menge praktische Tipps und Tricks für zu Hause.