Die untere Grenzfrequenz – Wie tief muss ein Bass klingen?

Bei Mehrkanal-Anlagen sind Subwoofer dafür zuständig, die tiefen Töne wiederzugeben. Die untere Grenzfrequenz gibt dabei an, welche Tonfrequenz ein Basslautsprecher maximal erreicht. Echte „Tiefgänger“ kommen auf 25 Hz oder sogar noch darunter, andere Subwoofer stoßen bei einer Grenzfrequenz von 35 oder 45 Hz an ihre Grenzen. Doch welche praktischen Unterschiede gehen mit diesen Angaben einher? Um das verstehen zu können, erläutern wir zunächst einige grundsätzliche Eigenschaften tieffrequenter Schallwellen.

Warum tiefe Töne uns in Bewegung versetzen

Unser Gehör nimmt Schallereignisse im Frequenzbereich zwischen etwa 20 und 20.000 Hz wahr. Dabei gilt, dass Schallwellen, die sich mit niedriger Frequenz im Raum ausbreiten, tiefe Töne erzeugen. Erhöht sich die Frequenz, nehmen wir sie als hohe Töne wahr. Ein Hertz (Hz) entspricht einer Schwingung pro Sekunde. Die Wirkung und Wahrnehmung von Schallwellen unterscheidet sich je nach Frequenzbereich.

Im Bereich zwischen 20 und 100 Hz nehmen wir Klangereignisse beispielsweise nur noch bedingt als unterschiedliche Tonhöhen wahr. Vielmehr hören wir ein nicht näher bestimmbares Brummen oder Grollen. Außerdem können wir die Klangereignisse in diesem Bereich kaum lokalisieren. Dieser Umstand hat auch Auswirkungen darauf, wie man den Subwoofer aufstellen sollte.

Darüber hinaus wirken tiefe Töne bei entsprechend hohem Schallpegel nicht bloß auf die Ohren – ein wuchtiger Bass kann Brust und Bauch beben lassen. Die tiefen Töne gehen tatsächlich durch Mark und Bein. Das kann man auch bei Konzerten oder im Club beobachten: Es sind vor allem Rhythmen von Bassgitarren und elektronischen Basslinien, die Menschenmassen in Bewegung versetzen.

Eine weitere wichtige und frequenzabhängige Eigenschaft von Schallwellen ist die Wellenlänge. Bei 20 Hz sind es 17 m, bei 50 Hz verkürzt sich die Länge der Schallwellen bereits auf 6,80 m und ein Ton, der mit 1.000 Hz schwingt, hat eine Wellenlänge von nur 34 cm. Das hat zur Folge, dass sich tieffrequente Töne über wesentlich größere Entfernungen ausbreiten und von Hindernissen schlechter absorbiert werden.

In diesem Video lässt sich nachvollziehen, wie sich die Tonwiedergabe bei Frequenzabnahme verändert:

Welche Grenzfrequenz für welchen Einsatzbereich?

Wegen der beschriebenen Eigenschaften von tieffrequenten Schallwellen haben unterschiedliche Grenzfrequenzen direkte Auswirkungen in der Praxis.

  • ✔ Je niedriger die untere Grenzfrequenz des Subwoofers ist, desto stärker nehmen wir Soundeffekte körperlich wahr. Das kann maßgeblich zu einem intensiven Heimkino-Erlebnis beitragen. Wenn auf dem TV-Bildschirm etwas explodiert, die Erde bebt oder ein Schuss abgegeben wird, ist die Wirkung besonders eindringlich.
  • ✔ Bässe bei elektronischer Musik und auch bei Hip-Hop-Songs werden mit tiefer Grenzfrequenz besonders druckvoll und dabei präzise wiedergegeben.
  • ✔ In Rocksongs und bei anderen Genres werden derart tiefe Bässe kaum erreicht. So reicht ein E-Bass bei einer Standardstimmung etwa hinunter bis 41 Hz. In den meisten Fällen kann daher ein Subwoofer oder ein Mehrkanal-Lautsprecher mit einer Grenzfrequenz von 40 Hz alle aufgenommenen Töne auch hinreichend gut wiedergeben.

Hinweis: Die Angabe zur Grenzfrequenz wird häufig mit der Angabe „-3 dB“ versehen. Diese Spezifizierung gibt an, dass bei der Basswiedergabe im Bereich der Grenzfrequenz der Schalldruck um 3 Dezibel abfällt.

Mehr Bass geht nicht – Teufel-Lautsprecher

Subwoofer S 5000
Teufel Subwoofer S 5000 mit THX-Zertifikat

Mit einer unteren Grenzfrequenz von 25 Hz bringt der Aktiv-Subwoofer des System 5 THX® auch die ganz tiefen Töne kraftvoll, präzise und ohne Rauschen in den Raum. Durch die zweifache Ausführung des Subwoofers werden Druckunterschiede im Raum minimiert und störfreie Bässe auch bei hohen Pegeln ermöglicht.

Fazit: Tiefe Grenzfrequenz für Bässe, die unter die Haut gehen

  • Die untere Grenzfrequenz gibt an, bis zu welcher Minimalfrequenz ein Lautsprecher Klangereignisse bei nahezu voller Leistungsfähigkeit wiedergeben kann.
  • Tieffrequente Töne (im Bereich zwischen 20 und 100 Hz) können wir schlechter orten und nehmen sie erst bei einem höheren Schallpegel wahr, als dies bei hochfrequenten Tönen der Fall ist.
  • Bässe können wir dafür körperlich deutlich wahrnehmen.
  • Subwoofer mit niedriger Grenzfrequenz (beispielsweise 25 Hz) können Soundeffekte im Bassbereich besonders präzise und eingehend wiedergeben.
  • Beim Musikhören sind Bässe unter 40 Hz kaum anzutreffen; Ausnahmen stellen elektronisch erzeugte Bässe dar.

Titelbild: ©Notnixon, Low Pitch bestimmte Rechte vorbehalten. Quelle: Pixabay

Die untere Grenzfrequenz – Wie tief muss ein Bass klingen?
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  1. Theodor
    06. Mar. 2017, 22:27

    Wow!

    Alles sehr gut und detailliert beschrieben, dennoch so einfach und kurz dass man es super lesen kann. Freut mich und hat mir echt geholfen!

    Danke :)

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Teufel Blog Redaktion

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