SCART Stecker

Von SCART auf HDMI heißt: von analog zu digital

Signale von einer SCART-Buchse auf einen HDMI-Eingang übertragen? Die beiden AV-Schnittstellen passen eigentlich nicht zusammen. Eine Digital-Interface wie HDMI kann die analogen SCART-Bild- und -Tonsignale nicht verarbeiten. Doch es gibt Möglichkeiten, die Hürde zwischen analoger und digitaler Technik zu überwinden.

Mit diesem Beitrag wollen wir unsere Antwort-Runde zu Leserfragen abschließen. Ein Leser hatte unter unserem Beitrag zu AUX und Co. gefragt, wie man einen DVD-Player mit einem Fernseher verbinden kann, wenn dieser keinen Cinch-Eingang hat, während der DVD-Player über keine HDMI-Schnittstelle verfügt. Stattdessen könnte der DVD-Player aber mit hoher Wahrscheinlichkeit noch einen älteren SCART-Ausgang haben, der dem modernen Fernseher fehlt. Wie lässt sich diese Inkompatibilität nun beheben? Und lohnt sich der Aufwand überhaupt?

HDMI hat SCART als Verbindungsstandard abgelöst

Um eine Verbindung zwischen SCART und HDMI herzustellen, muss vor allem eine Hürde überwunden werden: die Inkompatibilität zwischen analogen Signalen und digitalen Daten. Wie HDMI (Abkürzung für High Definition Multimedia Interface) überträgt auch SCART (Syndicat des Constructeurs d´Appareils Radiorécepteurs et Téléviseurs) sowohl Audio- als auch Videoinformationen – nur eben als analoge Signale. Der Standard wurde bereits in den 70er-Jahren entwickelt und hat sich danach im Home-Entertainment-Bereich in ganz Europa herstellerübergreifend durchgesetzt.

Die Rückseite eines Fernsehers mit Scart-Stecker
SCART-Anschlüsse des Fernsehers

Der große Vorteil der SCART-Schnittstelle war es, dass er unterschiedliche analoge Übertragungswege wie Composite Video, S-Video oder RGB gleichermaßen unterstützt. Digitale Übertragungsverfahren kann SCART dagegen nicht verarbeiten. Auch die maximale Bildauflösung, die SCART übertragen kann, scheint in Zeiten von UHD (Ultra HD) überholt: nämlich der PAL-Standard von 720 x 576 Bildpunkten. Unterdessen hat daher HDMI inzwischen SCART weitgehend verdrängt. Das gilt für Abspielgeräte wie DVD- und Blu-ray-Player ebenso wie für moderne LED-Fernseher mit integrierten Tunern. Eine integrierte analoge Schnittstelle werden Sie dort meist nicht mehr antreffen.

Im Blog-Beitrag zum TOSLINK-Kabel haben wir auch schon einmal erläutert, wie HDMI sogar dem weitverbreiteten optischen Übertragungsstandard bei Audiodaten Konkurrenz macht.

Wandler-Lösung für SCART auf HDMI

Obwohl HDMI inzwischen der vorherrschende Standard ist, kann der Fall eintreten, dass ein altes Gerät mit einem moderneren Fernseher verbunden werden soll – Weil etwa ein DVD-Player einen ideellen Wert für seinen Besitzer hat; oder weil man alte VHS-Kassetten mit einem Videorecorder abspielen möchte; oder weil man als Gaming-Nostalgiker seine PlayStation der ersten Generation an einen Flatscreen anschließen will. Aufgrund der Inkompatibilität zwischen analoger und digitaler Übertragung genügt nicht nur ein bloßer mechanisch-elektrischer Adapter, um Videos von SCART auf HDMI zu übertragen.

Es wird stattdessen ein richtiger Wandler benötigt, der das analoge Signal des Abspielgeräts zunächst in digitale Daten umwandelt. Da solche aktiven Adapter in der Regel mindestens um die 30 Euro kosten, sollte man überlegen, ob die Investition für einen selbst wirklich sinnvoll ist. Es spricht für die Wandler, dass sie das Analogsignal auf 1.080 Bildpunkte hochskalieren können. Das entspricht Full-HD-Qualität. Ein weiter Vorteil ist, dass sie oft auch Audiodaten aus dem SCART-Signal herausfiltern und gesondert über Klinken- bzw. Koaxial-Kabel ausgeben können. So ist es denn auch möglich, ein SCART-Gerät direkt an eine moderne Hi-Fi-Anlage bzw. einen AV-Receiver anzuschließen.

Gegen einen solchen Wandler könnte aber etwa sprechen, dass es lukrativer sein kann, seinen DVD-Spieler einfach gegen einen Blu-ray-Player auszutauschen. Die sind nämlich in aller Regel abwärtskompatibel und können ebenso die älteren DVDs abspielen. Wer wiederum von SCART auf HDMI übertragen will, um alte VHS-Recorder zu nutzen, kann die Videokassetten zu kaum höheren Kosten auch gleich ganz digitalisieren – sofern ein Computer oder Laptop vorhanden ist. Das geht mit speziellen Digitalisierungs-Kits (meist als „Grabber“ bezeichnet), die sowohl einen SCART-Eingang als auch eine USB-Schnittstelle für die Verbindung mit dem aufzeichnenden Rechner haben.

Fazit: SCART-Signale auf HDMI-Geräte zu bringen, ist möglich, aber nicht immer lohnenswert

  • SCART und HDMI dienen der Übertragung von Audio- und Video-Informationen.
  • SCART ist als analoger Standard weitgehend von HDMI ersetzt worden.
  • Um analoge Daten für eine HDMI-Schnittstelle aufzubereiten, wird ein Wandler benötigt.
  • Wandler sind ab 30 Euro im Handel erhältlich.
  • Pro SCART-HDMI-Wandler: Skalierung auf 1.080 Pixel; gesonderte Ausgabe von Audiosignalen möglich.
  • Contra SCART-HDMI-Wandler: kaum höhere Anschaffungskosten für abwärtskompatible Blu-ray-Player mit HDMI; attraktive Alternative ist die Digitalisierung von VHS-Kassetten.

Titelbild: ©Joe Anderson, SCART Lead bestimmte Rechte vorbehalten. Quelle: Flickr
Bild1: ©Colin bestimmte Rechte vorbehalten. Quelle: Flickr

Von SCART auf HDMI heißt: von analog zu digital
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  1. Mike
    01. Jul. 2017, 15:24

    Vielen Dank für den tollen Beitrag!
    Die Möglichkeit beim Umwandeln, das Audio Signal abzufangen (Klinken Ausgang), spricht mich sehr an. Zudem scheinen Geräte mit dieser Funktion nicht teurer als andere zu sein.

    Liebe Grüsse
    Mike

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Teufel Blog Redaktion

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