Synthesizer-Sound entsteht durch die elektronische Erzeugung und Veränderung von Klängen. Je nach Syntheseverfahren reicht das Spektrum von tiefen Bässen und schwebenden Klangflächen bis hin zu glockenartigen Melodien und futuristischen Effekten. Synthesizer prägen zahlreiche Musikgenres (darunter Synth-Pop, Hip-Hop und Techno) und spielen auch in der Filmmusik eine wichtige Rolle.
Was ist Synthesizer-Sound und wie funktioniert er?
Ein Synthesizer ist ein elektronisches Musikinstrument, mit dem sich Klänge erzeugen und verändern lassen. Dafür kommen analoge Schaltungen, digitale Verfahren oder eine Kombination aus beiden zum Einsatz.
Bei der subtraktiven Synthese erzeugen beispielsweise Oszillatoren zunächst Wellenformen. Filter verändern anschließend deren Frequenzspektrum, während Hüllkurven unter anderem den zeitlichen Verlauf der Lautstärke steuern. Andere Verfahren, etwa die FM-Synthese, erzeugen Klänge durch die Modulation von Frequenzen.
So entstehen ganz unterschiedliche Sounds – von druckvollen Bässen über weiche Flächenklänge bis hin zu metallischen und glockenartigen Tönen.
Wie hat sich der Synthesizer-Sound entwickelt?
Der Synthesizer-Sound entwickelte sich von den ersten elektronischen Musikinstrumenten der 1920er-Jahre über analoge Synthesizer der 1960er bis hin zu digitalen Instrumenten und Software-Synthesizern. Besonders die Entwicklung polyphoner Synthesizer und die Verbreitung digitaler Modelle ab den 1980er-Jahren erweiterten die musikalischen Möglichkeiten.
Die Anfänge: Theremin, Moog und polyphone Synthesizer
Zu den außergewöhnlichen elektronischen InstrumentenIm neuen Tab öffnen der 1920er-Jahre gehört das Theremin, ein Vorläufer des modernen Synthesizers. In den 1960er-Jahren entstanden analoge Synthesizer, die Klänge mithilfe von Oszillatoren, Filtern und Hüllkurven formten. Künstlerinnen wie Wendy CarlosIm neuen Tab öffnen und Bands wie Pink Floyd integrierten diese Instrumente in ihre Musik. Besonders der Moog-SynthesizerIm neuen Tab öffnen wurde bekannt.
Frühe Synthesizer waren monophon, konnten also nur einen Ton gleichzeitig erzeugen. Polyphone Modelle wie der Prophet-5 ermöglichten ab Ende der 1970er-Jahre auch das Spielen mehrstimmiger Akkorde.
Die 1980er-Jahre: Digitale Synthese und Yamaha DX7
In den 1980er-Jahren verbreiteten sich digitale Synthesizer zunehmend. Besonders prägend war der Yamaha DX7 von 1983, der die FM-Synthese populär machte. Dabei entstehen komplexe Klänge durch die Frequenzmodulation von Signalen.
Der DX7 war für glockenartige Klänge, E-Piano-Sounds und markante Bässe bekannt. Sein Sound prägte zahlreiche Produktionen der 1980er-Jahre, darunter „Take My Breath Away“ von Berlin aus dem Film Top Gun (1986).
Seit den 1990er-Jahren: Sampler und Software-Synthesizer
Sampler, mit denen sich aufgenommene Klänge wiedergeben und bearbeiten lassen, sowie Workstations erweiterten die Möglichkeiten der Musikproduktion. Mit leistungsfähigeren Computern verbreiteten sich zunehmend Software-Synthesizer, die sich über VST-Plugins direkt in einer Digital Audio Workstation (DAW) nutzen lassen.
Seit den 2010er-Jahren erleben auch analoge Synthesizer und modulare SystemeIm neuen Tab öffnen eine Renaissance. Heute werden analoge, digitale und softwarebasierte Instrumente parallel eingesetzt.
Tipp: Die Dokumentation I Dream of WiresIm neuen Tab öffnen beleuchtet die Geschichte modularer Synthesizer.
In welchen Musikgenres werden Synthesizer eingesetzt?
Synthesizer sind heute in fast allen Musikgenres zu finden, von Pop und Rock bis Hip-Hop, Techno und darüber hinaus. Moderne Synthesizer können eine riesige Palette von Sounds erzeugen, von realistischen Instrumentenklängen bis zu völlig neuen, einzigartigen Klängen. Synthesizer sind daher ein zentrales Werkzeug in der Musikproduktion. Sie werden nicht nur für Melodien und Harmonien verwendet, sondern auch für Sounddesign, Effekte und vieles mehr. Mit der Verfügbarkeit von erschwinglichen Hardware-Synthesizern und Software-Optionen ist die Musikproduktion mit Synthesizern heute für viele Menschen zugänglicher als je zuvor.
Disco-Funk, Synth-Pop & New Wave
In den 1970er Jahren wurden Synthesizer in der Disco- und Funkmusik populär. Künstler wie Giorgio Moroder und Bands wie Parliament-Funkadelic nutzten Synthesizer, um pulsierende Basslinien und futuristische Klänge zu erzeugen. Ein bekannter Song ist „I Feel Love“ von Donna Summer. Dieser Track, produziert von Giorgio Moroder, arbeitet mit pulsierenden, synthetischen Bassläufen, die durch einen Moog-Synthesizer erzeugt werden.
Beim Synth-Pop und New Wave dominieren Synthesizer den Klang. Bands wie Depeche Mode, The Human League und Kraftwerk nutzten den Synthesizer-Sound in den späten 1970er und den 1980er Jahren. Ein ikonischer Synth-Pop-Song, der stark von Synthesizer-Melodien und -Rhythmen geprägt wird, ist „Just can’t get enough“ von Depeche Mode.
Techno, House & Trance
In den 1980ern und 1990ern wurden Synthesizer zum Herzstück der elektronischen Tanzmusik. Künstler und DJs nutzten Synthesizer, um repetitive, hypnotische Klänge zu erzeugen, die für Genres wie Techno, House und Trance charakteristisch sind. „Strings of Life“ von Derrick May ist ein klassischer Techno-Track, der Synthesizer verwendet, um rhythmische Muster und Melodien zu erzeugen.
Hip-Hop und R’n’B
In den 1990er und 2000er Jahren wurden Synthesizer in der Hip-Hop- und R’n’B-Produktion immer beliebter. Produzenten wie Dr. Dre und Timbaland nutzten die Geräte, um Melodien und Basslinien zu erzeugen. Der Song „Still D.R.E.“ von Dr. Dre feat. Snoop Dogg wird durch Hip-Hop-Beats dominiert, verwendet jedoch einen Synthesizer, um die charakteristische Melodie zu erzeugen.
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Synthesizer-Musik im Film
Nicht nur in der Musik, auch zur Produktion von Filmmusik kommen Synthesizer bereits seit ihrer Erfindung zum Einsatz. Durch die Vielfalt von Klängen und Stimmungen, die ein Synthesizer erzeugen kann, eignet er sich perfekt, um bestimmte Effekte oder Emotionen hervorzurufen. So lässt sich eine breite Palette von Emotionen und Stimmungen erzeugen, von Spannung und Angst bis hin zu Ehrfurcht und Inspiration. Seine Vielseitigkeit ermöglicht es Komponisten, genau die richtige Atmosphäre für jede Szene zu schaffen.
Atmosphärische Klanglandschaften erzeugte Vangelis 1982 in Blade Runner. Der griechische Künstler komponierte mit Synthesizern den ikonischen Soundtrack, der den Film zu einem Klassiker der Science-Fiction-Filmgeschichte machte. Vangelis nutzte den Synthesizer, um dichte, träumerische Texturen zu schaffen, die die dystopische Zukunft von Los Angeles untermalen.
Bedrohliche Rhythmen erzeugte Brad Fiedels Synthesizer-Soundtrack zu Terminator (1984). Das Instrument ist auch in diesem Soundtrack unverkennbar. Mit Hilfe des Synthesizers wird die mechanische, unaufhaltsame Natur des Terminators musikalisch dargestellt.
Doch nicht nur in den Filmen der 1980er Jahre findet der Synthesizer Verwendung. So arbeiten Trent Reznor und Atticus Ross im Film The Social Network von 2010 ebenfalls mit dem Synthesizer. Sie nutzen ihn, um einen kühlen und distanzierten Soundtrack zu kreieren, der perfekt zum Thema des Films passt und die Welt der Social Media reflektiert.
Synthesizer-Sound ist vielseitig und eignet sich auch hervorragend zur Untermalung von Horrorfilmen. So nutzt die Serie Stranger Things (ab 2016) das Instrument, um eine Retro-Horror-Stimmung zu kreieren. In der Serie ist ein Synthesizer-Soundtrack von Kyle Dixon und Michael Stein zu hören, der stark von den elektronischen Klängen der 1980er Jahre beeinflusst ist. Der Synthesizer erzeugt Klänge, die sowohl nostalgisch als auch unheimlich sind, passend zur übernatürlichen Handlung der Serie.
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Noch mehr Filme mit Synthesizer-Sound
- Auch in der legendären Filmmusik von Hans Zimmer darf Sound vom Synthesizer nicht fehlen. Hans Zimmer nutzte einen Moog-Synthesizer etwa für The Dark Knight Rises (2012).
- Scarface (1983): Giorgio Moroder komponierte den Soundtrack, der den Film mit seinem 1980er-Jahre-Flair prägte. Der Soundtrack nutzt Synthesizer, um pulsierende Basslinien und schimmernde Melodien zu erzeugen.
- Tron (1982): Wendy Carlos verwendete Synthesizer, um den futuristischen Soundtrack für diesen Film zu kreieren. Passend zum Thema des Films, der in einer digitalen Welt spielt, erzeugt der Synthesizer klare, computergenerierte Klänge.
- Bild 1: ©Omid Armin UnsplashIm neuen Tab öffnen. Unsplash LicenseIm neuen Tab öffnen










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