Ray Dolby – Ein Mann ohne viel Rauschen

Heute, an seinem vierten Todestag, möchten wir mit unserem Beitrag einem ganz besonderen Genie Tribut zollen. Einem Mann, der viele Sound-Technologien entwickelt und audiophile Musik- und Filmfreunde begeistert hat, selbst aber eher im Hintergrund blieb. Es geht um keinen Geringeren als den Gründer der Firma Dolby, den Erfinder der Rauschunterdrückung für Compact Cassetten und Entwickler der ersten Surround-Sound-Systeme, ohne die modernes Kino und Entertainment kaum denkbar wären – Ray Dolby.

Dolbys Anfänge und die Entwicklung der Rauschunterdrückungstechnologie

Der Name Dolby ist ein klassisches Deonym wie Tempo, Selters oder Tesa – wer den Namen Dolby hört, denkt unmittelbar an Kino, 5.1-/7.1-Soundsysteme und erstklassigen Mehrkanal-Surround-Sound mit satten Bässen. Ein Hinweis darauf, welche Technologie langfristig und nachhaltig die wichtigste Erfindung Ray Dolbys ist. Aber bevor der 1933 in Portland (Oregon) geborene Dolby den Kino-Sound revolutionierte, hat er eine andere Technologie entwickelt, die aufgrund des technischen Fortschritts heutzutage schon in Vergessenheit geraten ist: Das Dolby-B-System für die Rauschunterdrückung bei der Compact Cassette.

Schon als Teenager kam Ray Dolby in Kontakt mit Audiotechnik. Neben der Schule verdiente er sein erstes Geld mit einem Teilzeit-Job bei Ampex, wo er mit Aufnahmegeräten und Tonbändern in Berührung kam. Nach seinem Schulabschluss studierte der Tüftler Elektrotechnik an der Stanford University, machte seinen Doktor in Physik an der Universität von Cambridge, diente zwischenzeitlich in der US Army und arbeitete während seiner College- und Stanford-Zeiten bereits an Prototypen für Videobänder. Bereits bevor er einen Abschluss in der Tasche hatte, unterstütze er Ampex bei der Erfindung des Quadruplex-Videorekorder-Systems, dem ersten Videorekorder-System, das sowohl praktischen als auch kommerziellen Erfolg hatte. In Cambridge arbeitete er weiterhin als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Forschung. Bis 1965 war Ray Dolby als technischer Berater für die UN in Indien tätig, ehe er schließlich im selben Jahr nach England zurückging und dort die Firma Dolby Laboratories mit vier Mitarbeitern gründete.

In Zeiten von Musik-Streaming, Smartphones und Co. ist eine entscheidende Erfindung unter den Tonträgern völlig in Vergessenheit geraten: die Compact Cassette. Genau hier hat Ray Dolby seinen ersten riesigen kommerziellen Erfolg feiern können. Den Klassik-Fan Dolby störte es bereits während seines Aufenthalts in Indien, dass die leisen Passagen der Werke seiner Lieblingskomponisten unter dem Rauschen der Tonbänder litten. Das Rauschen müsste in den Hintergrund rücken – so entwickelte seine Firma 1965 das erste Dolby-Rauschunterdrückungsverfahren „Dolby A“. Die Plattenfirmen waren begeistert und die Technologie wurde ein Erfolg. Besonders der Weiterentwicklung „Dolby B“, die im Anschluss entwickelt und 1968 präsentiert wurde, schreibt man neben dem Autoradio mit Kassettendeck (Philips, 1968) und dem Walkman (Sony, 1979), die Verantwortung für den Siegeszug der Kompaktkassette zu.

Sie wäre ohne Dolby mit viel Rauschen – die Musikkassette

Die Revolutionierung des Kinoerlebnisses durch Surround Sound

Ray Dolbys wichtigste Erfindung, auch für uns bei Teufel, ist die Erfindung des Surround Sounds, nachdem Dolby sein Unternehmen 1976 nach Amerika verlegt hatte. Um das Kinoerlebnis zu revolutionieren, arbeitete er mit seinen Kollegen an einer Methode, räumlichen Klang ins Kino zu bringen. Der Zuschauer sollte das Gefühl bekommen, vom Klang umgeben und so ins Geschehen eingebettet zu sein. Mit „Dolby Stereo“, das erstmals in George Lucas‘ Meisterwerk Star Wars zum Einsatz kam, gelang dieser technische Durchbruch.

Was bei Dolby Stereo noch analog und vor allem durch die geschickte Aufstellung der Lautsprecher erreicht wurde, sollte später digitalisiert werden. Mit der Weiterentwicklung zu Dolby Digital kam Surround Sound im digitalen Zeitalter an und die Signale verteilten sich mit Einführung der Version 5.1 auf fünf Lautsprecher sowie den allseits bekannten „Bass-Spezialisten“, den Subwoofer. Das 5.1-System hat sich, auch im Zuge der Blu-ray, zum 7.1-System weiterentwickelt, da dank dieser HD-Datenträger sieben Soundkanäle getrennt ausgespielt werden können.

In Kinos auf der ganzen Welt ging die Entwicklung in eine etwas andere Richtung. Statt einfach immer mehr Boxen und Kanäle hinzuzufügen, wurde 2012 Dolby Atmos entwickelt. Bei dieser Technologie ist Sound nicht mehr kanalgebunden. Stattdessen können bis zu 64 Lautsprecher, die in unterschiedlichen Bereichen an andere Verstärker angeschlossen sind, ganz individuell angesteuert werden. Bei Dolby Atmos hängen Boxen auch über den Köpfen der Zuschauer, um das räumliche Sounderlebnis zu verbessern. So kann im Kinosaal auch ein sogenanntes „Sound-Objekt“ geschaffen werden, sprich ein Ton lässt sich genau lokalisieren.

Emmy, Grammy, Oscar, Walk of Fame – Preise ohne Ende

Man könnte sagen, dass Ray Dolby, der Erfinder der Rauschunterdrückung, selbst kein Hintergrundrauschen erzeugt hat. Er wollte einfach den Menschen weltweit mit seinen Technologien ein besseres Entertainment-Erlebnis liefern. Das ist dem Amerikaner gelungen – der Surround Sound ist gar nicht mehr wegzudenken und das „Doppel-D“-Symbol der Firma Dolby ist heute ein bekanntes Zeichen für erstklassiges Sound-Erlebnis. Ohne Ray Dolby hätten auch unsere Heimkino– und Heimkino-THX-Systeme niemals das Licht der Welt erblickt.

Ray Dolby wurde für die Technologien von Dolby Laboratories unter anderem mit Emmy, Grammy, Oscar sowie Ehrendoktortiteln und anderen Preisen ausgezeichnet. Außerdem wurde Dolby Anfang 2015 posthum mit dem 2540. Stern auf dem „Walk of Fame“ des Hollywood Boulevards – direkt vor dem Dolby Theatre – geehrt. Dolby ist infolge einer Leukämie-Erkrankung am 12. September 2013 in San Francisco verstorben.

Mehr zum Thema Dolby lesen?  Zum Blog Übersicht Dolby Technologien

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Titelbild: ©Washington Post

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  1. Henrik M. Egeter
    10. Aug. 2015, 22:02

    Schöner Bericht über Ray Dolby. Wirklich klasse!

    • rode harald
      19. Sep. 2017, 9:34

      Endlich mal eine treffende Würdigung für Ray Dolby. Ohne seine Erfindungen für die Hifi und Film Cene wäre der ganze Hype unmöglich .

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Teufel Blog Redaktion

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