Live-Musik aufnehmen: So bekommst Du Schallwellen zu fassen

Die eigene gespielte Musik oder Gesang und Sprache aufnehmen – da denken die meisten an ein Musikstudio, Mischpulte und aufwendiges Equipment. Das muss nicht zwangsläufig so sein. Im digitalen Zeitalter lässt sich die Ausrüstung für ein Basis-Tonstudio mit vergleichsweise geringem Aufwand zusammenstellen. Wir erklären, wie sich Stimme und Instrumente in abspielbare Daten umwandeln lassen.

Den Klang einfangen – So sieht die Theorie aus

Wenn man so will, muss man Schallwellen einfangen und konservieren, wenn man eigene Musik aufnehmen will. Genauer gesagt müssen Schalleigenschaften wie die Frequenzen (Hertz) erfasst und als abspielbare Audiodaten gespeichert werden. Heute sind das in der Regel digitale Audioformate. Ist das geschehen, kann die aufgenommene Musik auf Speichermedien übertragen und über Lautsprecher wieder zum Klingen gebracht werden.

Ähnlich wie beim Musikhören spielt die Raumakustik auch bei Aufnahmen eine große Rolle. Im Kern geht es immer darum, die Raumresonanzen so zu gestalten, dass kein Dröhnen auftritt und die Nachhallzeit kurz bleibt. Allgemein gilt, dass kahle Wände eher zu Lasten der Akustik gehen und der Aufnahmeklang in großen Räumen besser ist als in kleinen. Aber mit welcher Ausstattung kann man nun auf Schallwellenjagd gehen?

Diese Elemente gehören zu einem Home Studio

Ein Audiointerface: unentbehrlich, wenn Sie Musik aufnehmen möchten

Das Audiointerface: Über das Audiointerface werden Mikrofone, elektronische Instrumente wie Synthesizer oder Drum Machines und andere Peripheriegeräte an den Computer angeschlossen. Man kann sich die Schnittstelle als Fähre zwischen analoger und digitaler Klangwelt vorstellen. Ein integrierter A/D-Wandler (ADC) verarbeitet analoge Signale zu digitalen, mit denen der Rechner etwas anzufangen weiß. Um die digitalen Signale wieder abspielen zu können, ist im Interface auch ein D/A-Wandler verbaut (DAC). Denn Lautsprecher funktionieren mit analogen Signalen (Wechselstrom). Von der Güte der Wandler ist die Qualität des gesamten Audiointerface‘ abhängig. Andere wichtige Eigenschaften sind die Eingänge und die Latenz. Das Interface kann entweder extern per USB bzw. FireWire oder intern über den PCIe-Bus als Erweiterungskarte (im PCI-Express-Slot des Motherboards) an den Computer angebunden werden.

Das Mikrofon: Wer Musik aufnehmen will, der benötigt ein Mikrofon. Zumindest dann, wenn Stimme oder Instrumente wie eine Akustikgitarre erklingen. Bei Studio-Mikrofonen handelt es sich häufig um sogenannte Großmembran-Kondensatormikrofone. Sie sind in erster Linie auf die Stimmaufnahme ausgelegt. Die Kondensator-Mikrofone mit kleiner Membran dienen dagegen vorrangig der Instrumenten-Abnahme. Ein Mikrofon verwandelt immer Schallwellen in elektrische Signale und leitet diese an die Audioschnittstelle weiter. Wenn bei Mikrofonen von Kugel-, Nieren- und Achtcharakteristik die Rede ist, sind damit Richteigenschaften gemeint. Bei Kugelcharakteristik erfasst das Mikro rundherum die Schallwellen. Nierenmikrofone erfassen frontal eintreffende Schallwellen am stärksten, seitliche ankommende werden dagegen leiser aufgenommen.

Kopfhörer: Kopfhörer machen es möglich, mit einem Playback auf den Ohren Songs einzusingen. Von den verschiedenen Kopfhörerarten eignen sich fürs Heimstudio geschlossene Kopfhörer am besten. Sie verhindern zum einen, dass Schall von außen zum Ohr dringt, und vor allem aber, dass der Kopfhörersound wiederum vom Mikrofon erfasst wird, das ja nicht den Background-Track, sondern nur die Stimme aufnehmen soll.

Hardware: Audiodaten lassen sich digital auf ganz unterschiedliche Arten bearbeiten. Für eine einfache Tonspurabmischung, Schnitte und Effekte steht aktuellen Computern und Laptops in der Regel genügend Rechenleistung bereit. Hier genügen in der Regel 8 GB RAM für flüssiges Arbeiten. Wer Musik aufnehmen will, sollte außerdem beachten, dass dabei große Datenmengen anfallen. Abhängig von Abtastrate und Spur-Anzahl kommen schnell 5 GB pro Song zusammen. Der Rechner im Aufnahmeraum sollte zudem seine Arbeit leise verrichten. Schließlich soll kein unnötiges Surren, Brummen, Pfeifen oder Rauschen sich auf die Aufnahme schleichen.

Software: Erst mit der Software werden die Aufnahmen in die richtige Form gebracht. Mit ihr wird geschnitten, arrangiert und abgemischt. Die Programme sind auch als DAW-Software bekannt. DAW steht für „Digital Audio Workstation“. Bekannt sind beispielsweise Logic Pro X von Apple, Avid Pro Tools, Cubase und Studio One. Der Preis liegt bei mehreren hundert Euro. Einsteiger können allerdings mit abgespeckten Lite-Versionen bereits eine Menge anfangen. Diese liegen häufig schon Audiointerfaces bei.

Mit Teufel klingen Heimmusiker wie Stars

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  • ✔ Integrierter Highend-Verstärker für flexible und raumsparende Aufstellung

Fazit: Musik aufnehmen einfach wie nie

  • Wer Musik aufnehmen will, muss Schallwellen in digitale Signale umwandeln.
  • Herzstück des heimischen Studios ist die Audioschnittstelle zwischen Peripheriegeräten und Computer.
  • Zur Aufnahme von Stimme und Instrumenten wird ein Mikrofon benötigt.
  • Mit Kopfhörern lässt sich beim Einsingen bzw. Einspielen ein Playback anhören.
  • Die Bearbeitung der Rohdaten kann an einem herkömmlichen PC oder Notebook mit entsprechender DAW-Software erfolgen.

Titelbild: ©Christopher Sesssums, bestimmte Rechter vorbehalten. Quelle: Flickr
Bild1: ©Cejasrichard, bestimmte Rechter vorbehalten. Quelle: Pixabay

Live-Musik aufnehmen: So bekommst Du Schallwellen zu fassen
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  1. Matthias Knoll
    09. Feb. 2017, 11:54

    Liebe Teufelleute,
    Dank für den Blog, eine prima Idee! Zum Thema (Sprach-)Aufnahme habe ich eine Frage: Ich habe mich bislang gescheut, ein Interface an den Laptop anzuschließen, weil dann wohl sämtliche ein- UND ausgehenden Signale durch dieses laufen müßten. Das t.bone SCT-700 Mikrophone ist also direkt an die Mikrophon-Buchse angeschlossen (Adapter: XLR zu 3,5 mm-Klinke), und die Aufnahme erfolgt im Nero WaveEditor (Verson 12.0.8000). Das funktioniert – wo ist der Haken (heißt es doch, man brauce obligatorisch ein Interface)? Mit teuflischem Gruß!

    • Teufel Blog Redaktion

      Teufel Blog Redaktion
      09. Feb. 2017, 12:18

      Hallo Matthias, danke für Dein Feedback. Wenn Du das Micro direkt an den Laptop anschließt, nutzt du als Interface den im Laptop bereits integrierten Wandler. Das dies geht, hast du ja auch beschrieben.

      Die in Laptops integrierte Wandler/Soundkarten-Technik ist oft jedoch bezogen auf Leistung und Konfiguration nicht üppig ausgestattet. Meist greifen die Hersteller hier auf einen günstigen Onboard-Soundchip zurück. Die technischen Möglichkeiten sind damit limitierter als mit einer externen Soundkarte. Wird eine solche genutzt, werden dann alle Signale – wie du ja auch erwähnst – über die externe Hardware verarbeitet. Doch das ist oft die bessere Wahl, als die integrierte ggfs limitierte Technik zu nutzen.

      Viele Grüße aus Berlin.

      • Matthias Knoll
        10. Feb. 2017, 14:04

        Liebes Teufel-Team,
        vielen Dank für die prompte Antwort! Eingeschränkte technische Vielfalt der Laptop- bzw. Windows-eigene Soundcard – verstanden. Wie gesagt, bei mir geht es ausschließlich um Sprachaufnahmen (Gedichte), und die Kernfrage ist, ob es bei einer Aufnahme mithilfe der eingebauten Soundcard mir verborgene, aber objektiv vorhandene technische Mankos gibt, die sich bei einer Weiterverarbeitung der Dateien (CD, Radio, Spotify, iTunes etc.) als hinderlich erweisen könnten. Ich vermute einmal, daß dem nicht so ist und ich wie gehabt weiterbasteln kann … Stimmt’s?

    • Achim Thomas
      09. Feb. 2017, 12:21

      Hallo Matthias,
      wie immer ist es eine Frage des eigenen Anspruchs. Wenn Du mit dem Ergebnis zufrieden bist, benötigst Du auch kein Interface.
      Das Interface bringt aber bessere Vorverstärker mit, bessere Wandler, mehr Kanäle etc. Wenn Du mit Windows aufnehmen willst, hast Du mit Latenzen zwischen dem Signal, wenn es aufgenommen wird und wenn Du es abhörst zu kämpfen. Durch einen ASIO Treiber wird diese Latenz verringert, was Du benötigst, wenn Du gleichzeitig etwas abhören und dazu sprechen oder ein Instrument spielen willst. Oder wenn Du eine Taste auf dem Keyboard anschlägst, und Du den Ton erst etwas später hörst. Diese ASIO Treiber sind vom Hersteller für das Interface optimiert und somit besser als die Windows eigenen Treiber.
      Es muss nicht jedes Signal über das Interface laufen, weil Du in der Aufnahmesoftware die Ein-/Ausgänge über die ASIO Treiber definierst. Ich habe mein M-Audio 410 permanent laufen, höre aber z. B. iTunes über die PC Boxen, meine Studiomonitore hängen am M-Audio.
      Grüße
      Achim

      • Matthias Knoll
        10. Feb. 2017, 14:29

        Lieber Achim,
        vielen herzlichen Dank für Deine hilfreiche Antwort! Das Problem einer Verzögerung habe ich bisher nicht gehabt oder wahrgenommen, zumal ich – in der Regel ohne Kopfhörer – nur eine Spur aufnehme (mono, das Signal vom XRL geht an beide Kanäle der Stereoklinke) und die Aufnahme später nachbearbeite.
        Seit ein paar Jahren liegt bei mir ungenutzt ein Edirol Audio Capture UA-25 herum, weil es in der Installationsanweisung (für XP, das ich als Freiheitsliebender weiterhin nutze) heißt, ich solle in „Sounds and Audio Devises Properties“ sowohl unter „Sound playback“ (bei mir voreingestellt: „SoundMAX HD Audio“) als auch „MIDI music playback“ (das ist wohl die für den UA-25 relevante Rubrik, oder? Voreingestellt: „Microsoft GS Wavetable SW Synth“) den Edirol als „Default device“ wählen – aber ich will mich eigentlich nicht von dem Teil abhängig machen, Oder meinst Du, daß das auch beim Musikhören soundmäßig doch Sinn machen würde? (Das Signal aus dem Laptop geht über die 3,5 mm Klinke an einen Rotel-Verstärker und nicht teure, aber doch recht feine HECO-Standboxen.) Bzw.: Gibt es keine Probleme, wenn ich zum Musikhören die Voreinstellung vom „Sound playback“ stehenlasse?
        hakt nach mit bestem Gruß
        Matthias

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