Dolby Vision

Dolby Vision – Beherrscht Dolby jetzt auch Videostandards?

HDR ist einer der wichtigsten Trends im Heimkinobereich und Dolby Vision ist eng damit verbunden. Erstaunlich daran ist, dass es bei HDR nicht um Soundwiedergabe, sondern um Bilddarstellung geht. Die Abkürzung steht für „High Dynamic Range“ und beschreibt ein Bild mit besonders hohen Kontrastwerten. Wir erläutern, worin nun genau die Verbindung zu den Sound-Experten von Dolby besteht.

Ein Mann im Anzug zeigt auf einen Dolby Vision HDR-Fernseher
Präsentation eines HDR-Fernsehers auf der CES 2016.

Was ist HDR-TV?

Ein HDR-fähiger Fernseher erreicht deutlich höhere Kontrastwerte als herkömmliche LCD-Geräte. Wie sich das äußert, lässt sich am Beispiel einer Sonnenfinsternis gut erklären, die im TV übertragen wird: Bei HDR-TV erscheint der Mond, der sich vor die Sonne geschoben hat, als vollkommen schwarze Scheibe. Die Corona, der helle Strahlenkranz, strahlt dagegen umso intensiver. HDR-TV kommt den Helligkeitswerten der Natur sichtbar näher. Wie steht nun Dolby Vision in Verbindung mit HDR?

Die Darstellung von HDR über Dolby Vision

Dolby Vision ist ein für HDR-TV entwickelte Bildoptimierung. Die Besonderheit ist dabei, dass Bilddaten und Fernsehgerät über dynamische Metadaten laufend angepasst werden. Konkret heißt das, dass sich Kontrastwerte und Farbsättigung Bild für Bild verändern. Die Kalifornier folgen dabei einem ähnlichen Prinzip wie bei den Dolby-Soundformaten Dolby Digital oder Dolby True HD: Das Bild soll genau so ausgeliefert werden, wie es vom Filmemacher gedacht ist. Schließlich sind die HDR-fähigen Fernseher nicht exakt gleich kalibriert und manche geben Lichteffekte gerne schon mal etwas überspitzt wieder. Diese „Überoptimierung“ gleicht die Dolby-Lösung wieder aus.

Die Alternative zum Dolby Standard ist das offene Format HDR10 bzw. die Weiterentwicklung HDR10+. Dieses funktioniert allerdings nicht dynamisch. Die Bilddaten werden für einen Film einmalig festgelegt. Auch bei der Leuchtdichte soll die Dolby-Technologie mit maximal 10.000 nits deutlich mehr bieten als HDR10. Der Wert ist allerdings wenig aussagekräftig, weil aktuell schon Fernseher mit lediglich 1.000 nits als HDR-fähig gelten. Außerdem erreicht die Dolby-Bildtechnologie eine maximale Farbauflösung von 12 Bit. HDR begnügt sich mit 10 Bit.

In diesem Video werden die Unterschiede zwischen HDR10 und Dolby Vision erläutert:

Und wie klingt der Sound zu Dolby Vision?

Das kalifornische Unternehmen betritt mit seinem Bildoptimierungs-Technologie Neuland im Heimkinobereich, es handelt sich dabei nur um ein reines Bild. Audio-Wiedergabedaten für die Heimkinoanlage umfasst es nicht. Es ist also vom Einzelfall abhängig, welches Dolby-Audioformat ausgeliefert wird. Dolby 5.1 und True HD sind ebenso möglich wie das objektbasierte Dolby Atmos.

Die Voraussetzungen für Dolby Vision

Damit Dolby Vision auf dem Fernseher umgesetzt werden kann, muss dieser HDR-ready sein und das Dolby-Format verarbeiten können. Die Helligkeitswerte des Bildes müssen dafür kleinteilig steuerbar sein. Das geht zum einen bei OLED-Fernsehern, wie sie etwa LG anbietet. Diese erzeugen das Bild über selbstleuchtende Dioden. Nachteil der Technik ist der vergleichsweise hohe Preis. Die Alternative sind konventionelle LCD-Fernseher mit spezieller Hintergrundbeleuchtung. Auf diese Variante setzt die Mehrheit der TV-Hersteller. LG und Philips sind bisher die einzigen Hersteller, die Geräte mit Dolby-Vision-Lizenzen herausbringen wollen.

Darüber hinaus müssen die Filmproduzenten Dolbys Standard annehmen und Inhalte dafür produzieren. Hier deutet sich an, dass Dolby Erfolg haben könnte. Große Hollywood-Studios wie Universal, MGM und Warner wollen den Standard unterstützen. Außerdem hat der Streaming-Dienst Netflix mit „Marco Polo“ die erste Serie auch für Dolby Vision produziert. In den USA bietet außerdem Amazon kompatible Inhalte an. Die Ultra HD Blu-ray soll durch eine spezielle Datenschicht die zusätzlichen Bilddaten speichern können. Filme sind aber derzeit noch nicht verfügbar. Für die Wiedergabe werden dann spezielle Player mit einem zusätzlichen Decoder benötigt.

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Fazit: Abzuwarten, wie sich Dolby Vision durchsetzt

  • Dolby Vision ist eine Bildoptimierung für TV-Bilder mit besonders hohen Kontrastwerten (HDR).
  • Die Technologie konkurriert mit dem offenen Standard HDR10.
  • Im Gegensatz zu HDR10 liefert Dolby Vision dynamische Metadaten aus, die je nach Endgerät und Bild passend optimiert werden.
  • Das jeweilige Soundformat ist unabhängig von Dolby Vision.
  • Bisher bieten vor allem Streaming-Anbieter das Dolby-Bildtechnologie an.
  • Fernseherhersteller halten sich bei Dolby Vision noch zurück.

Titelbild: ©Dolby
Bild 1: ©Maurizio Pesce, HDR bestimmte Rechte vorbehalten. Quelle: Flickr

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Teufel Blog Redaktion

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