Das HiFi-Rack – mehr als nur ein Regal

Ein HiFi-Rack soll Ordnung in die HiFi-Anlage schaffen und die einzelnen Bausteine stilvoll zusammenführen. Doch ein ambitionierter HiFi-Jünger möchte damit noch mehr erreichen: Er will CD-Player, Verstärker und Plattenspieler möglichst gut vor den Schwingungen der Umgebung schützen. „Alles Voodoo!“, behaupten da die Skeptiker, für die Überzeugten hingegen ist es essenziell für jede hochwertige HiFi-Anlage. Der Otto Normalverbraucher sucht am besten einen gesunden Mittelweg. Mehr in das HiFi-Rack zu investieren als in die eigene Anlage, ist natürlich übertrieben. Viel Geld für die HiFi-Anlage auszugeben und diese dann vollkommen ungeschützt zu platzieren, ist allerdings auch keine gute Idee.

HiFiRackWer sich bewusst macht, welche Schwingungen auf das HiFi-Equipment einwirken können, wird schnell verstehen, warum beispielsweise ein Plattenspieler gedämpft werden sollte. Da wäre zum einen der Trittschall, der den Boden in Schwingung versetzt, auf dem der Plattenspieler steht. Zum anderen können aber auch zufallende Türen in der Nachbarwohnung für ungewollte Schwingungen sorgen. Auch ein vorbeifahrendes Auto, nahegelegene U-Bahn-Linien oder Züge können massiven Einfluss auf den Plattenspieler haben.

Der Plattenspieler eignet sich hierbei besonders gut als Beispiel, weil schon geringfügig stärkere Schwingungen die Nadel in eine andere Rille springen lassen. Aber auch Verstärker, CD-Player und sonstige Bestandteile einer HiFi-Anlage reagieren mitunter sehr empfindlich auf Schwingungen. Dies wird als sogenannter Mikrofonie-Effekt bezeichnet. Was man sich nämlich bei Mikrofonen zu Nutze macht, nämlich die Änderung elektrischer Parameter durch Schwingungsanregungen, kann auf andere HiFi-Geräte einen äußerst negativen Einfluss haben. Denn die verwendeten Bauteile wie Transistoren, Kondensatoren, Widerstände und Spulen arbeiten bei starken Schwingungen mitunter nicht mehr korrekt, was auch das Klangbild verfälscht.

Entkoppeln, Ankoppeln und Dämmen

Das HiFi-Rack kann durch gezielte Dämpfung diese Schwingungen minimieren. Im Übrigen versetzen nicht nur äußerliche Einflüsse die HiFi-Komponenten in Schwingung, sondern auch der Schall der eigenen Lautsprecher. Die Lautsprecher platzieren echte HiFi-Anhänger also nicht einfach auf dem Boden. Sie werden in der Regel angekoppelt, zum Beispiel durch die Verwendung von kegelförmigen Spikes. Die Spikes werden an der Unterseite der Lautsprecher befestigt, sodass diese nur mit den Spitzen Kontakt zum Boden haben. Der Boden besteht dann möglichst aus einem schallharten Material (dämpfende Unterlegplatten findet man im Fachhandel). So wird ein Teil der Lautsprecher-Schwingung reduziert.

Genau andersherum funktioniert die Entkopplung, die uns wieder zurück zum HiFi-Rack bringt. Hier geht man genauso vor wie beim Ankoppeln, nur dass die Spikes hier mit ihrer Basis auf dem Boden ruhen und die Spitzen das HiFi-Rack tragen. So ist das Hifi-Rack vor äußerlichen Schwingungen geschützt. In dessen Inneren können sich noch weitere dämpfende Elemente befinden. Auch die einzelnen Komponenten der Anlage können zusätzlich gedämpft oder entkoppelt werden – etwa an den Füßen des jeweiligen Gerätes. Dem Tüftler sind da kaum Grenzen gesetzt, wenngleich eine Überoptimierung nicht jedermanns Sache ist.

Welches HiFi-Rack?

Hier verhält es sich ähnlich wie bei der Raumakustik: Schon mit relativ geringem Aufwand lässt sich viel erreichen – wer will, kann es natürlich auch auf die Spitze treiben. Um aber praxisnah zu bleiben: Ein gut entkoppeltes und gedämpftes HiFi-Rack ist eigentlich jedem HiFi-Anhänger zu empfehlen. Das kauft man dann am besten auch im HiFi-Fachhandel und nicht im Möbelhaus. Leider sind diese professionelleren HiFi-Racks oft recht teuer und rentieren sich dann in der Tat erst bei ebenfalls hochwertigeren HiFi-Anlagen.

Wem das zu teuer ist oder wer nur ein kleines Budget hat, dem bleibt als Alternative das HiFi-Rack aus dem Möbelhaus. Das sollte dann aber sorgfältig ausgewählt werden: Keinesfalls kommt ein vollkommen ungedämpftes HiFi-Rack in Frage – nackte Metallfüße auf dem Boden sind also zu vermeiden. Schon besser funktionieren da HiFi-Racks auf Plastikrollen und mit Pressspanelementen. Die dämpfen wenigstens ein bisschen. Wirklich zu empfehlen neben den Profi-HiFi-Racks sind Selbstbauten – hier findet man etwas Inspiration. Das kann ein von Grund auf selbstgebautes HiFi-Rack sein, aber auch ein HiFi-Rack aus dem Baumarkt, das mit entsprechenden dämpfenden und entkoppelnden Elementen aufgewertet wird.

Titelbild: © HiFi House „Sony Hi-Res Music Player | HiFi House“ Bestimmte Rechte vorbehalten. Quelle: Flickr.com
Bild 1: © Christian Herzog „highend-351“ Bestimmte Rechte vorbehalten. Quelle: Flickr.com

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Teufel Redaktion

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