In unserer Beitragsserie zu Audio-Codecs geht es heute um Dolby Surround, und damit um die Anfänge des räumlichen Heimkino-Klangs. Denn dieses Wiedergabeverfahren brachte den aus dem Kino bekannten Matrix-Surround-Sound in den Heimbereich – nur eine der zahlreichen Pionierleistungen, die das Unternehmen des Firmengründers Ray Dolby in der Audiotechnologie vollbracht hat.
Der Surround-Sound von früher
Bevor Dolby Surround 1982 eingeführt wurde, setzte man mit Dolby Stereo ein ähnliches Verfahren ein. A Star Is Born aus dem Jahr 1976 war der erste Film mit einem Dolby-Stereo-Lichtton mit Surround. Auch der erste Star Wars-Film erklang bereits in Dolby Stereo. Auf aktuellen Speichermedien wie Blu-rays oder auch DVDs kommt dieser Standard hingegen nicht mehr zum Einsatz. Allerdings ist das damals etablierte Matrix-Verfahren auch für die Signalverarbeitung einiger aktueller Codecs relevant.
Lesetipp: Die Geschichte des Kino-Sounds ist sehr spannend und hat sich in gerade mal hundert Jahren vom Stummfilm bis zu modernen Techniken wie Dolby Atmos und Screen X entwickelt. In der Geschichte des Tonfilms hat Dolby Stereo dazu beigetragen, den Sound in den Kinos deutlich zu verändern.
Auch wenn man im Zusammenhang mit Dolby Surround von Raumklang spricht: Ursprünglich kam der Sound nicht aus einer 5.1-Mehrkanal-Anlage, wie wir sie heute kennen. Dolby Surround unterstützte zunächst nur drei Kanäle: zwei im vorderen Bereich und einen im hinteren. Verglichen mit den damals geltenden Standards bedeutete das trotzdem eine deutliche Verbesserung. Im Massenmarkt dominierte bis dahin Stereo-Sound. Mehrkanal-Heimverfahren wie die Quadrofonie hatten sich nicht breit durchgesetzt.
Der Center-Kanal wurde im Heimbereich erst fünf Jahre nach der Einführung mit Dolby Pro LogicIm neuen Tab öffnen separat decodiert. Im Jahr 2000 folgte Dolby Pro Logic II. Spätere Varianten waren Pro Logic IIx und Pro Logic IIz. IIz kann ein 7.1-Setup um zwei Front-Höhenkanäle auf 9.1 erweitern. In Dolby-Atmos-Systemen wurde die Pro-Logic-II-Familie später durch den Dolby Surround Upmixer ersetzt.

Nicht nur wegen der eingeschränkten Kanalzahl können die Anfänge des Surround-Sounds nicht mit heutigen Klangwelten verglichen werden. Der Raumklang war aufgrund der Signalkodierung und Dekodierung bei weitem nicht so differenziert, wie wir ihn heute kennen. Er war eher eine diffuse Klangkulisse, die hinter dem Hörer entstand, ohne klare Zuordnung der Tonspuren zu den Wiedergabekanälen.
Dolby Surround konnte zudem über den hinteren Kanal nur Frequenzen zwischen 100 und 7.000 Hertz wiedergeben. Der für den Menschen hörbare Frequenzbereich liegt aber zwischen 20 und 20.000 Hertz. Die beiden Frontlautsprecher einer Dolby-Surround-Konfiguration geben diesen vollständig wieder.
Großes Heimkino von Teufel
Bei Dolby Surround kommt der Sound aus der Matrix
Wie eingangs erwähnt, kam in den Kinos bereits vor Einführung von Dolby Surround ein ganz ähnliches Verfahren zum Einsatz: Dolby Stereo. Der Name verwirrt etwas, da Stereo für 2-Kanal-Anlagen steht. Der Grund für die Bezeichnung wird verständlich, wenn man das technische Verfahren betrachtet, das Dolby Surround und Dolby Stereo gemeinsam haben: Dolby Surround und das später eingeführte Pro Logic schaffen es, die Audiosignale in nur zwei Stereo-Tonspuren unterzubringen und über ein Matrizierungsverfahren für drei beziehungsweise vier Kanäle zu extrahieren. Dabei wird das Signal für den Rear-Bereich phasenverschoben in die beiden Tonspuren eingespeist. Durch diese Phasenverschiebung kann der Decoder das Signal erkennen und es zum entsprechenden Lautsprecher leiten. Der Dolby-Surround-Decoder ist in einen Verstärker integriert.
Ein wichtiger Vorteil von Dolby Surround bestand darin, dass es zu Stereo-Anlagen abwärtskompatibel war – sogar die Abwärtskompatibilität zu Mono war gegeben. Die Matrizierung bedingte allerdings, dass die Wiedergabekanäle nicht mit unabhängigen (diskreten) Tonspuren angesteuert wurden, was auch den wenig differenzierten Klang bei Dolby Surround im Rear-Bereich erklärt.
Dolby hat dieses Verfahren maßgeblich etabliert, allerdings war das Unternehmen nicht allein an der Entwicklung beteiligt. Die Matrizierung von Kanälen wurde bereits zuvor in sogenannten quadrophonen Anlagen (4.0) eingesetzt. Das Dolby-Matrixverfahren setzte sich mit Dolby Stereo im Kino und später mit Dolby Surround im Heimbereich breit durch. Auch die späteren Pro-Logic-Varianten basierten auf Matrixverfahren.
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Fazit: Dolby Surround
- Dolby Surround gibt es seit 1982. Ursprünglich unterstützte es drei Kanäle.
- Der Frequenzbereich des hinteren Kanals war auf 100 bis 7.000 Hertz begrenzt.
- Heutige Heimkino-Systeme umfassen bis zu zehn Kanäle.
Häufige Fragen zu Dolby Surround
Dolby Surround ist ein analoges Matrixverfahren, das 1982 für die Heimwiedergabe von Surround-Filmton eingeführt wurde. Die Surroundinformationen werden dabei innerhalb eines zweikanaligen Stereosignals übertragen und für die Mehrkanalwiedergabe decodiert.
Dolby Pro Logic ist eine Weiterentwicklung der Dolby-Surround-Wiedergabe im Heimbereich. Neben dem linken, rechten und Surroundkanal decodiert Pro Logic auch den Centerkanal separat und nutzt eine verbesserte Steuerung zur Kanaltrennung.
Das historische Dolby Surround aus den 1980er-Jahren ist nicht dasselbe wie Dolby Atmos. Bei aktuellen Dolby-Atmos-Systemen trägt allerdings auch der Upmixer den Namen Dolby Surround. Dieser hat die frühere Pro-Logic-II-Familie von Upmixern ersetzt.










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