Dolby Pro Logic: Aus Stereo- wird Surround Sound

Mit der Bezeichnung Dolby Pro Logic sind Audiocodecs gemeint, die Stereo-Eingangssignale für Surround-Sound-Anlagen aufbereiten. Sie werden deshalb auch „Surround-Aufpolierer“ genannt. In Zeiten von hochentwickelter Surround-Sound-Technologien wie Dolby Atmos nimmt die Bedeutung von Dolby Pro Logic zwar ab, dennoch gibt es nach wie vor Einsatzgebiete für ein solches System. Es handelt sich dabei vor allem um Ausgabemedien älteren Jahrgangs wie Videokassetten, Stereo-CDs oder Spielekonsolen. Aber auch das Fernsehprogramm wird teilweise heute noch im klassischen Stereo-Sound ausgestrahlt. Dolby Pro Logic sorgt dafür, dass die Surround-Sound-Anlage auch bei solchen Geräten nicht brachliegt

Dolby Pro Logic in den 1980er-Jahren und heute

Entwickelt wurde das Soundformat 1986. Es war in der Lage, über die sogenannte Matrix-Decodierung ein Stereosignal auf vier Kanäle aufzusplitten: die zwei Frontlautsprecher, einen Center-Lautsprecher und einen weiteren Kanal im Rückbereich. Allerdings war die erste Entwicklungsstufe von Dolby Pro Logic beim Sound des hinteren Lautsprechers auf einen Frequenzbereich von 100 bis 7.000 Hz beschränkt. Damit ging einher, dass sowohl Bässe als auch hohe Frequenzanteile unzureichend wiedergegeben wurden; schließlich liegt der vom menschlichen Ohr wahrnehmbare Frequenzbereich zwischen 20 und 20.000 Hz.

Zudem konnten Surround-Lautsprecher nur ein Monosignal erzeugen, was deutlich hörbare Qualitätsverluste bedeutete. Es dauerte rund 14 Jahre, bis mit Dolby Pro Logic II ein Nachfolger vorgestellt wurde. Branchen-Primus Dolby hat mit dem neuen Format die Limitierung des Frequenzbereichs aufgehoben. Es kann außerdem das Stereosignal auch für 5.1-Anlagen und nicht mehr nur für 4-Kanal-Systeme aufbereiten. Die einzelnen Kanäle können dabei auch stereofonen Sound wiedergeben.

Hier sehen Sie eine Demo der neusten Entwicklung Dolby Pro Logic IIz:

Ein weiterer großer Vorteil ist außerdem der deutlich bessere Klang von Musik. Denn der Vorgänger war im Grunde nur für Filme geeignet. Um das Problem zu lösen, hat Dolby einen Movie- und einen Music-Modus entwickelt. Während der Movie-Modus keine Einstellungsmöglichkeiten bietet, verfügt der Music Mode über drei Anpassungsoptionen. Dies liegt daran, dass Stereo-Musikaufnahmen nicht in Mehrkanalstudios abgemischt werden. Es ist daher nicht exakt vorherzusagen, wie das Ergebnis auf einer Surround-Anlage genau klingen wird, weshalb eine Feinjustierung sinnvoll ist. Dies sind die drei Funktionen hierfür im Dolby Logic Pro II Music Mode:

  • Panorama-Modus: Hierbei soll der Klang raumgreifender wahrgenommen werden. Vor allem die beiden Frontlautsprecher erzeugen ein breiteres Klangfeld. Gleichzeitig sollen die verschiedenen musikalischen Elemente sehr differenziert hörbar bleiben.
  • Dimension Control: Diese Funktion ermöglicht es, die Lautsprecher des hinteren und des vorderen Bereichs auszubalancieren. So kann der Hörer vermeiden, dass die hinteren Lautsprecher die Musikwiedergabe zu sehr dominieren.
  • Center Width Control: Hier wird eingestellt, wie der Center-Lautsprecher in den Klang einbezogen wird. Sie können die Wiedergabe entweder nur über den Center-Lautsprecher laufen lassen oder diesen ausstellen, um den Sound auf die beiden Frontlautsprecher zu lenken.

Die Nachfolger von Dolby Pro Logic II

Während Dolby Pro Logic II im Vergleich zum Vorgänger ein echter Technologiesprung war, brachten die Nachfolge-Codecs Dolby Pro Logic IIx und IIz eher graduelle Verbesserungen. AV-Receiver mit Pro Logic IIx können Stereo- und auch 5.1-Formate für 7.1-Anlagen aufbereiten. Neben den beiden bereits erwähnten Modi kam hier außerdem ein Game-Modus für Konsolen hinzu. Dieser soll Sound im niedrigen Frequenzbereich besser auf den Subwoofer umleiten. Im Musik-Modus blieben die drei Einstellungsmöglichkeiten Dimension Control, Center Control und der Panorama-Modus erhalten.

2009 wurde mit Dolby Pro Logic IIz der bisher letzte „Surround-Aufpolierer“ von Dolby vorgestellt. Um die Möglichkeiten dieses Formats auszukosten, sind zu einem 7.1-Set-up zwei zusätzliche Lautsprecher im Höhenbereich erforderlich. So können auch Schallquellen mit höheren Frequenzanteilen räumlich abgebildet werden. Echten 3D-Sound ermöglicht diese Weiterentwicklung des ersten Dolby Pro Logic allerdings noch nicht, da die beiden Höhenlautsprecher nur Klangeffekte im Frontbereich abbilden können.

Titelbild: ©Dolby Laboratories, Dolby Pro Logic Logo Bestimmte Rechte vorbehalten. Quelle: Wikimedia

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Teufel Redaktion

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