THX – die Soundreferenz im (Heim)Kino

THX_Bild1Diese drei kleinen Buchstaben lösen bei vielen Heimkinoenthusiasten wahre Glücksgefühle aus: THX steht für ein klangliches Filmerlebnis auf höchstem Niveau. Ursprünglich kommt dieses Qualitätssiegel aus der „richtigen“ Kinobranche, spielt inzwischen aber auch auf dem Markt für Heimkinos eine große Rolle. Angefangen hat alles 1983: Gegründet wurde THX Ltd., die Firma, die hinter dem Zertifikat steht, von keinem geringeren als George Lucas (Bild) selbst. Ausschlaggebend für die Entwicklung von THX war allerdings ein gewisser Tomlinson Holman, seinerzeit Toningenieur bei Sprocket Systems (seit 1987 Skywalker Sound), die den richtungsweisenden Sound für die ersten Star Wars Filme geschaffen haben.

Tomlinson Holman war damals jedoch unzufrieden mit dem Ergebnis seiner Arbeit und gab den entscheidenden Impuls für die THX Ltd.: Der von ihm abgemischte Sound kam in den Kinos einfach nicht so an, wie er sich das vorgestellt hatte. Denn damals waren die Filmsäle noch weitgehend frei von so etwas wie einer Norm, sowohl was Bild, als auch was Ton anging. Der Grundgedanke hinter THX war also ursprünglich der, eine Norm für Bild und Ton in Kinos einzuführen. Dieser Gedanke fand Anklang in der Branche, und so verbreitete sich THX zuerst in den USA und dann in vielen anderen Teilen der Welt.

So funktioniert THX

Das Grundprinzip ist schnell erklärt: Tomlinson Holman entwickelte eine Norm, welche die Akustik vom Tonstudio bis zum Kinosaal standardisiert. Das betrifft sowohl die räumlichen Gegebenheiten als auch die eingesetzte Lautsprechertechnik – denn beides hat einen enormen Einfluss auf das Endergebnis. Wollen Kinobetreiber eine THX-Lizenz haben, müssen sie sich dieser Norm anpassen und zu THX-lizensierter Lautsprechertechnik greifen. Anschließend wird das System von einem THX-Mitarbeiter geprüft und mit dem THX-Monitor (eine eigens entwickelte Frequenzweiche) versehen. Die dann ausgestellt Lizenz muss in einem jährlichen Intervall erneuert werden.

THX heute

Inzwischen ist die Zahl der THX-lizensierten Kinos wieder rückläufig. Denn viele Kinobetreiber, darunter auch die deutsche Multiplex-Gruppe Cinemaxx, scheuen mittlerweile die hohen jährlichen Kosten für die Erneuerung der THX-Lizenz. So nimmt die Zahl der THX-lizensierten Kinos zwar stetig ab, viele sind aber noch mit THX-Technik ausgestattet. Ganz anders sieht es mit der Verbreitung im privaten Bereich aus. Dort erfreut sich THX nach wie vor großer Beliebtheit und wird auch noch ganz aktuell mit neuen THX-Standards versorgt. Mit THX Ultra II wurde sogar ein neuer Standard für Großkino-ähnliche Heimkinos geschaffen, der eine besonders weitläufige Surround-Wiedergabe verlangt.

THX im Heimkino

Oft und gerade im Heimkinobereich wird THX mit einem Tonsystem wie Dolby Surround verwechselt. Es handelt sich hier aber „nur“ um ein Qualitätssiegel. Dieses Zertifikat stellt allerdings für viele das Nonplusultra im Home Entertainment dar. Diese Auszeichnung kann nahezu jeder Bestandteil einer Heimkinoanlage bekommen, von Soundkarten über Verstärker bis hin zu den Lautsprechern. Wirklich sinnvoll ist eine THX-Soundkarte an irgendwelchen x-beliebigen Lautsprechern aber nicht. Wenn schon THX, dann sollten alle Geräte eine THX-Lizenz besitzen. Je nach THX-Standard können die gestellten Anforderungen ziemlich penibel sein. Hier eine Übersicht:

THX Select 1&2:

Dipol-Lautsprecher werden empfohlen, sind aber nicht verbindlich. Die Frontlautsprecher sollen ein großzügiges Abstrahl- und Frequenzverhalten besitzen. Geeignet ist THX Select für Räume bis zu 50 m². Der Aufbau gestaltet sich verhältnismäßig einfach.

THX Ultra 1&2:

Hier sind Dipol-Lautsprecher bereits Pflicht. Die Frontlautsprecher sollen einen streng limitierten Abstrahlwinkel und Frequenzgang aufweisen. Der Aufbau muss zu 100 % mit den Vorgaben übereinstimmen, um ein perfektes Klangbild zu erzielen. Solche Systeme sind für sehr große Räume bis zu 150 m² geeignet.

THX_Bild2

Dipol-Lautsprecher von Teufels THX Ultra 2 zertifiziertem System 10 THX.

THX Compact-Speaker

Ähnelt in Bezug auf Anforderungen und Aufbau dem THX Select Standard, ist aber auf etwas kleinere Räume ausgelegt. Diese Kategorie stellt den idealen Einstieg in die THX-Welt dar.

THX Speakerbar

Dieses Siegel gibt es momentan nur für genau zwei Soundbars: die Teufel Cinebar 51 THX – die seinerzeit weltweit erste THX Soundbar – und ihren Nachfolger, die aktuelle Cinebar 52 THX von Teufel. Sie besitzen zwar das THX-Zertifikat, stellen aber nahezu keine Anforderungen an den Aufbau und die Installation. Einfach unter dem Bildschirm positionieren und loslegen ist die Devise.

THX_Bild3_Cinebar52Teufel Cinebar 52 THX (ohne Abdeckung)

Am weitesten verbreitet ist im Heimbereich sicherlich THX Select, denn die Anforderungen für ein THX Ultra Zertifikat erfüllen nur sehr wenige Lautsprechersysteme. Eine THX Speakerbar kann man selbstverständlich nicht mit solchen Systemen vergleichen, dennoch bedeutet die Cinebar 52 THX in ihrem Bereich eine echte Qualitätssteigerung. Wir von Teufel als erster europäischer Anbieter in Europa für THX-lizensierte Lautsprechersysteme wollten natürlich auch etwas für den Einsteigerbereich anbieten können, beispielsweise Geräte mit dem THX Compact-Speaker Zertifikat oder eben die THX Speakerbars. Möglich war das vor allem durch den engen Kontakt zu THX Ltd. – im nachfolgenden Video steht uns ein Mitarbeiter von THX Rede und Antwort.

THX-Technik

Da THX eigentlich für die großen Kinosäle konzipiert worden ist, kann es nicht 1:1 auf den Heimkinobereich übertragen werden. Schließlich sind die Gegebenheit in einem Kino und einem Heimkino grundverschieden: Damit in einem Kinosaal jeder Dialog in jeder Sitzreihe verstanden werden kann, müssen die Höhen sehr prägnant und deutlich abgemischt werden. Zuhause würde das zu einem verzehrten Klangbild führen, weshalb auch der Verstärker THX-zertifiziert sein muss. Dieser verfügt dann über Funktionen wie Re-Equalization, Timbre Matching, Decorrelation, Bass Peak Management, Loudspeaker Position Time Synchronisation und Loudness Plus.

Die genauen Eigenschaften jeder einzelnen Funktion hier zu erklären, wurde den Rahmen sprengen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sie alle dafür sorgen, dass der für große Kinosäle konzipierte Sound auch auf kleineren Heimkinolautsprechern die eigentliche Abmischung des Toningenieurs originalgetreu wiedergibt.

Fazit

Bis heute ist nicht ganz geklärt, ob THX für „Tomlinson Holman Experiment“, „Tomlinson Holman Crossover“ oder „THX 1138“ (Lucas’ erster Kinofilm) steht. Ist aber eigentlich auch vollkommen egal, denn THX ist das Sinnbild für die allerhöchste Präzision und Qualität in Sachen Ton und Bild, sowohl zu Hause, als auch in den großen Kinos. Natürlich hat nicht jeder die Möglichkeit, eine THX-Ultra-zertifizierte Heimkinoanlage aufzustellen, doch mittlerweile gibt es einiges im Einsteiger- und Mittelklassesegment. Teufel entwickelt seit 1996 THX-Systeme für den Heimkinobereich und ist somit die erste Wahl, wenn es um Lautsprechersysteme mit THX-Zertifikat geht.

 

Titelbild: © By THX (Own work) [Public domain or Public domain], via Wikimedia Commons

Bild 1: © By nicolas genin from Paris, France [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons

Bild 2&3: © Teufel

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