Binauraler Sound in Games: Realer geht es kaum

Das menschliche Ohr kann sehr genau bestimmen, wo sich die Quelle eines Geräuschs befindet. Diese enorme Hörleistung wird zunehmend auch mit dem Sound in Games angesprochen. Sehr eindrücklich wurde das im Game Hellblade: Senua’s Sacrifice von Ninja Theory 2017 umgesetzt. Doch wie entsteht der realistische Ton, der für Gänsehautmomente sorgen kann und wie muss eine Tonaufnahme ablaufen, damit das Richtungshören auch über Kopfhörer funktioniert? Wir sind tief eingetaucht in die Welt des binauralen Sounds.

Wie hört eigentlich das menschliche Ohr?

Ganz vereinfacht gesagt nimmt das menschliche Ohr Geräusche wahr, indem Schallwellen in das Gehör eindringen und das Gehirn diese Reize verarbeitet. Dabei kann das Gehirn genau feststellen, aus welcher Richtung der Schall kam – und damit den Standort der Geräuschquelle lokalisieren. Dies funktioniert auch deshalb, weil die Schallwellen beide Ohren erreichen – aus unterschiedlichen Richtungen.

Für besten Sound: Kopfhörer von Teufel

3D-Sound dank binauraler Tonaufnahme

Damit der Sound genau so abgespielt werden kann, wie ihn ein menschliches Ohr aufnehmen würde, sind spezielle Aufnahmetechniken vonnöten. Es gibt unterschiedliche Varianten für sogenannte binaurale Tonaufnahmen. Die reduzierte Variante stellen zwei Mikrofone dar, die in einem Abstand von etwa 17,5 cm (durchschnittlicher Abstand der Gehörgänge) aufgestellt sind und voneinander weg zeigen. Außerdem sollte ein Schallfänger dazwischen sein, der den Kopf imitiert – das kann beispielsweise eine Scheibe oder ein Ball sein. Möglich sind außerdem Nachbildungen eines menschlichen Kopfes. Ein besonders realitätsnahes Ergebnis liefern Mikrofone in Form menschlicher Ohren. Denn dann nehmen die Mikrofone den Ton wirklich so auf, wie er im Ohr ankommen würde.

Tatsächlich sind binaurale Tonaufnahmen keine neue Erfindung: Bereits 1933 kam ein künstlicher Kopf mit einem nachgebildeten Gehörgang als Mikrofon zum Einsatz, um das sogenannte Richtungshören zu ermöglichen. Dennoch sind diese Aufnahmen nicht die Regel. Ninja Theory hat den Produktionsprozess von Hellblade mit zahlreichen kurzen Dokumentationen begleitet – eine zeigt ihre ersten Binaural-Audio-Tests.

Hellblade: Senua’s Sacrifice – höllisch beeindruckender Ton

Als keltische Kriegerin Senua begeben wir uns in Hellblade: Senua’s Sacrifice in die Tiefen ihrer ganz persönlichen Hölle, um die Seele unseres verstorbenen Geliebten zu retten. Dabei geht es wie zu erwarten düster zu. Das gesamte Spielerlebnis ist recht bedrückend, weil Senua psychisch krank ist und Stimmen hört. Da der Spieler in die Rolle von Senua schlüpft und hört, was sie hört, wird der binaurale Sound zu einem ganz besonders eindrücklichen Erlebnis.

Trailer Hellblade: Senua’s Sacrifice ansehen

Die Empfehlung der Entwickler, Hellblade mit Kopfhörern zu spielen, sollten Gamer unbedingt befolgen: Der Effekt ist grandios, wenn auch verstörend. Die düstere Atmosphäre und die ununterbrochen flüsternden, säuselnden sowie laut lachenden Stimmen, die mal freundlich, mal wütend und mal schadenfroh sind und uns immer wieder unerwartet anfahren, machen regelmäßige Pausen notwendig. Nur besonders hartgesottene Spieler halten es mehrere Stunden am Stück in Senua’s Kopf aus, auf den aus unterschiedlichsten Richtungen ständig Stimmen und Geräusche einprasseln. Die Entwickler haben übrigens eng mit psychisch kranken Menschen zusammengearbeitet. Hellblade ist auch deshalb so bedrückend real gelungen.

Auch andere Spiele machen sich den realistischen Sound von Binaural Audio zunutze und verstärken so das immersive Spielerlebnis. So auch kürzlich das Remake von Resident Evil 2 – damit Spieler genau erlauschen können, von wo sich ein Zombie nähert.

Die passende Technik für den besten binauralen Sound

Damit eine binaurale Aufnahme auch beim späteren Abspielen und Anhören natürlich klingt, sind Kopfhörer zwingend notwendig. Denn mit ihnen ist jedes Ohr abgeschirmt und nimmt genau den Ton wahr, den das linke beziehungsweise rechte Mikrofon aufgenommen hat. Die Wiedergabe über Lautsprecher – selbst wenn sie jeweils auf ein Ohr ausgerichtet wären – hat nicht den gleichen Effekt. Das rechte Ohr würde nämlich immer auch das hören, was der auf das linke Ohr gerichtete Lautsprecher wiedergibt.

Es existieren zwar verschiedene Lösungsansätze für dieses Lautsprecher-Problem sowie Experimente mit unterschiedlichen Lautsprecher-Anordnungen. Für den Heimgebrauch ist es jedoch viel praktikabler, wenn du einfach einen Kopfhörer aufsetzt. Das kann übrigens jeder Kopfhörer sein – bestimmte technische Voraussetzungen sind nicht notwendig. Hohe Qualität und eine generelle leistungsstarke Tonwiedergabe schaden jedoch natürlich nie.

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Das Gaming-Headset CAGE spielt binaurale Sounds ab.
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  • ▶ Unser Headset CAGE lässt keine Gamer-Wünsche offen: Die integrierte USB-Soundkarte sorgt für umwerfende Klangerlebnisse. Der Tragekomfort ist auch bei stundenlangen Gaming-Sessions gesichert, und dank der ansteckbaren Mikrofone verstehen dich auch deine Mitstreiter klar und deutlich.
  • ▶ Der Teufel MASSIVE liefert durchdringenden Klang und schirmt die Ohren gut ab. Wer locker auf das integrierte Mikrofon verzichten kann – es soll sie noch geben, die reinen Offline-Gamer –, benötigt schließlich nicht zwingend ein Gaming-Headset. Ein guter Sitz und ein kräftiger Ton allein entscheiden.

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Fazit und Ausblick: Binaurales Hören für ein immersives Spielerlebnis

  • Binaurale Tonaufnahmen sorgen für ein realistisches 3D-Hörerlebnis, indem sie nachahmen, aus welcher Richtung Geräusche auf das Ohr treffen.
  • Für Binaural Audio sind die Tonaufnahmen entscheidend. Abspielen kann das Ergebnis dann jeder Kopfhörer.
  • Binauraler Sound spielt im VR-Bereich eine immer größere Rolle. Die eingespielten Geräusche werden sich zukünftig sogar den Kopfbewegungen und -drehungen anpassen können.
Binauraler Sound in Games: Realer geht es kaum
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  1. Reinhard
    20. Apr. 2019, 9:26

    Irgendwie kam mir das Thema seltsam bekannt vor, auch wenn es sich hier wie eine neue Erfindung liest.
    Also mal auf Wikipedia geforscht, dass es das Thema ‚Kunstkopfstereofonie‘ schon seit 1933 gibt, und wirklich: in der Plattensammung meines Erzeugers (mit 85 Jahren nur ein Jahr jünger als diese Erfindung) fand sich dann noch eine Klassik-Langspielplatte aus den 80ern, die derart aufgenommen wurde…
    Immerhin weiß ich jetzt, warum sich die so merkwürdig unnatürlich anhört, wenn sie über Lautsprecher wieder gegeben wurde – und ehrlich gesagt hab ich auch lieber Stimmen im Kopf als klassische Musik (da hab ich – wie Obelix beim Zaubertrank – in meiner Kindheit schon eine Überdosis bekommen *g*).

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Teufel Blog Redaktion

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