Aller guten Dinge sind drei – die Tief-, Mittel- und Hochtöner

Wenn der Verstärker das Herz einer HiFi-Anlage ist, dann sind die Lautsprecher ihre Seele. Oder zumindest so etwas in der Art. Jedenfalls geht ohne die Lautsprecher nichts, und zusammen mit dem Verstärker sind sie hauptverantwortlich für das Klangbild. Einige sagen, man solle die Priorität beim Verstärker setzen, denn immerhin liefert er das Ausgangsmaterial . Andere legen mehr Wert auf die Lautsprecher. Natürlich haben beide Seiten auf ihre Art Recht, denn wenn das Ausgangssignal schwächelt, kann auch der beste Lautsprecher nichts mehr retten. Andererseits nützt auch ein Top-Verstärker nichts, wenn man an ihm qualitativ bescheidene Boxen betreibt.

Man muss sich also irgendwo in der Mitte treffen, zumindest wenn man ein Budgetlimit hat. Welche unterschiedlichen Verstärkertypen es gibt und welche Eigenschaften diese haben, hatten wir hier ja schon einmal besprochen. Daher widmen wir uns heute dem Lautsprecher, vor allem den drei verschiedenen Lautsprechertypen: Tief-, Mittel- und Hochtöner. Wenn man das Grundprinzip eines Lautsprechers versteht, dann fällt die Vorauswahl beim Kauf schon wesentlich leichter. In einer HiFi-Lautsprecherbox kommen nämlich fast immer mehrere Lautsprechertypen zum Einsatz. Eine Ausnahme bilden Breitbandlautsprecher , die alle Frequenzbereiche abdecken sollen.

Klassische 3- und 4-Wege-Laustprecher (Standlautsprecher)

Normalerweise findet man in einer guten HiFi-Box gleich zwei bis drei Lautsprechertypen. In der HiFi-Szene besonders verbreitet ist der Standlautsprecher im klassischen 3-Wege-Aufbau. Dieser beinhaltet meist je einen Tief-, Mittel- und Hochtöner. Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen: Die Ultima 40 Mk2 von Teufel haben beispielsweise gleich zwei Tieftöner, die zusammen einen starken Bass garantieren. Auch zwei Mitteltöner sind häufig anzutreffen, beispielsweise bei der bereits vorgestellten Focal Grande Utopia EM . Der Grund, warum fast immer der 3-Wege-Aufbau genutzt wird, liegt in der Frequenzaufteilung der Musik. Ein Musikstück, wie wir es kennen, beinhaltet nun mal Höhen, Mitten und Bässe. Diese Frequenzbereiche können am besten von extra auf sie zugeschnittenen Lautsprechertypen wiedergeben werden.

Die Frequenzen ließen sich theoretisch zwar auch über eine einzige Lautsprechermembran wiedergeben, dann bräuchte man aber den bereits erwähnten Breitbandlautsprecher. In der Praxis erzeugt das aber meist einen Klang, der weder das oberste, noch das unterste Ende des hörbaren Frequenzbereiches voll und ganz abdeckt. Zudem wäre ein sehr hochwertiger Breitbänder verhältnismäßig teuer. Praktikabler ist da die Unterteilung auf drei verschiedene Lautsprecher, wie sie seit Anfang der 1960er-Jahre gang und gäbe ist. Denn spezifische Lautsprecher, also beispielsweise Hochtöner, sind auf die Wiedergabe eines bestimmten Frequenzbereichs zugeschnitten. Um das zu verstehen, ist es nötig, den für Menschen wahrnehmbaren Frequenzbereich zu erklären. Dieser liegt ungefähr zwischen 20 und 20.000 Hertz. Jede Lautsprecherart „kümmert“ sich aber jeweils nur um einen bestimmten Teil davon:

  • Superhochtöner: 10.000 bis 20.000 Hz
  • Hochtöner: 2.500 bis 20.000 Hz
  • Mittelhochtöner: 400 bis 20.000 Hz
  • Mitteltöner: 400 bis 2.500 Hz
  • Tiefmitteltöner: 40 bis 2.500 Hz
  • Tieftöner: 40 bis 400 Hz
  • Subwoofer: 30 bis 150 Hz
  • Breitbänder: 40 bis 20.000 Hz

2-Wege-Lautsprecher (Regallautsprecher)

Wie man an dieser Auflistung leicht erkennen kann, gibt es neben der klassischen Unterteilung in Tief-, Mittel- und Hochtöner noch weitere Lautsprechertypen. Findet man einen Superhochtöner eher selten, so sind Mittelhochtöner und Tiefmitteltöner recht verbreitet. Sie kommen immer dann zum Einsatz, wenn kein Platz für drei bis vier verschiedene Lautsprechertypen innerhalb einer Box ist. – so wie bei Regallautsprechern, die in der Regel mit einem Hochtöner und einem Tiefmitteltöner ausgestattet sind. Der Tiefmitteltöner übernimmt dann die Aufgabe des Mitteltöners und des Tieftöners. Diese Bauart wird ebenfalls häufig genutzt und heißt im Fachjargon 2-Wege-Aufbau. Zwar kann der Tiefmitteltöner nicht ganz so tief klingen wie ein Subwoofer, die Unterschiede sind aber nur marginal.

Weitere Lautsprecherbauarten mit verschiedenen Lautsprechertypen

Standlautsprecher und Regallautsprecher sieht man in der HiFi-Szene recht häufig. Aber wie Sie vermutlich wissen, gibt es heutzutage noch gefühlte 100 weitere Lautsprecherbauarten. Alle können wir hier nicht behandeln, doch zumindest die beliebtesten stellen wir im Folgenden vor. Fangen wir bei den Satellitenlautsprechern einer 5.1-Anlage an. Die Eins nach dem Punkt steht für den Subwoofer. Also muss sich ein solcher Satellitenlautsprecher eigentlich nur um die Höhen und Mitten kümmern, den Rest übernimmt der Subwoofer. Allerdings verwendet man bei größeren 5.1-Anlagen oft auch ganz normale Lautsprecher, wie sie auch bei einer Stereoanlage zum Einsatz kommen. Hierbei handelt es sich also um keine besondere Bauart.

Anders ist das bei kleineren 5.1-Anlagen, deren Satelliten in HiFi-Kreisen oft salopp als „Brüllwürfel“ bezeichnet werden. Diese „Würfel“ sind unter Umständen tatsächlich nur mit einer Lautsprechermembran versehen, die für alle Frequenzen außer dem Bass zuständig ist. Hier werden die Signale schon sehr viel eindeutiger getrennt. Aber auch der 2-Wege-Aufbau ist bei kleinen Satelliten verbreitet, allerdings nur mit einem Hochtöner und einem Mitteltöner und ohne Tiefmitteltöner. Grundsätzlich sagt der Aufbau eines solchen Satelliten aber nichts über seine Qualität aus, auch wenn viele selbsternannte HiFi-Experten anderer Meinung sind. Bestes Beispiel dafür sind die immer beliebter werdenden Soundbars.

Wie der Name schon andeutet, ist eine Soundbar mehr oder weniger eine Lautsprecher-Stange. Hier ist die Aufteilung der einzelnen Lautsprecher nicht mehr ganz so leicht zu durchblicken und lässt sich nur schwer pauschal beschreiben, da jedes Modell anders aufgebaut ist. Manche Soundbars arbeiten mit einem externen Subwoofer, andere nicht. Je nach Modell können in so einer „Stange“ schnell mal sechs verschiedene Lautsprecher verbaut sein (einen Test verschiedener Soundbars finden Sie in der FAZ). Vom klassischen Hochtöner über Mitteltöner bis hin zu Tiefmitteltönern kann alles dabei sein. Und das kann, wenn es sich um eine hochwertige Soundbar handelt, trotz der dünn wirkenden Optik richtig gut klingen. Ähnliches wie für die Soundbar gilt auch bei anderen abenteuerlichen Laustprecher-Designs. So finden sich auch in den beliebten iPod Docks meist viele kleinere Lautsprecher,¬ sehr oft auch Zwitterlautsprecher wie die Mittelhochtöner oder Tiefmitteltöner.

Fazit – Beim Lautsprecherkauf auf die verbauten Lautsprechertypen achten

Nun sollten Sie einen Überblick darüber haben, was es für unterschiedliche Lautsprechertypen gibt und was sie auszeichnet. Allein mit diesen Informationen lässt sich selbstverständlich noch keine sichere Kaufentscheidung treffen. Doch wenn Sie künftig auf der Suche nach irgendeiner Art von Lautsprecher sind, schauen Sie sich die Angaben auf dem Datenblatt genauer an. Handelt es sich um einen sehr kompakten Lautsprecher für den iPod, in dem lediglich ein Hochtöner und ein Tiefmitteltöner verbaut sind, sollten Sie sich davon keine allzu kräftigen Bässe erwarten. Befindet sich in so einer Box aber auch ein Tieftöner, was sich von außen aber leider meist nicht erkennen lässt, kann man von starken Bässen ausgehen. Selbiges gilt für Soundbars und Co. Im HiFi-Bereich kommt man allerdings selten am klassischen 3-Wege-Aufbau vorbei. Aber auch hier lassen sich klangliche Charakteristika ablesen, beispielsweise wenn ein zweiter Tieftöner verbaut wurde.

Titelbild © By Consecutor (Own work) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Aller guten Dinge sind drei – die Tief-, Mittel- und Hochtöner
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Neueste Beiträge

  1. reiner scholz
    03. Jan. 2016, 20:47

    Habe von Ihnen vor vielleicht 3 Jahren zwei Ultima 60 Standboxen gekauft.Die betreibe ich jetzt mit Denon AVX 1100.Habe den Eindruck,dass Höhen z.b.von Becken etwas untergehen(equalizer schon zu optimieren versucht.Jetzt die Frage:Bei den Kalottenhochtönern messe ich mit einem guten Messgerät einen Widerstand von unendlich.Ist dass so physikalisch richtig?
    Danke für Antwort R.Scholz

    • Teufel Blog Redaktion

      Teufel Blog Redaktion
      04. Jan. 2016, 17:08

      Hallo Reiner Scholz, wenn das Multimeter einen unendlichen Widerstand misst, ist vermutlich etwas nicht in Ordnung. Es liegt leider sehr nahe, dass die Hochtöner defekt sind.
      Ursache könnte zum Beispiel ein loser Lötpunkt oder auch eine vorangegangene Überbelastung sein. Bitte kontaktiere unseren Support für weitere Unterstützung.

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Teufel Blog Redaktion

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