Tonabnehmer – was Schallplatten zum Klingen bringt


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Die Pressen laufen auf Hochtouren, denn Schallplatten haben ihren Platz in vielen Wohnzimmerregalen zurückerobert. Und Vinylfans wissen: Dass die Rillen einer Schallplatte überhaupt in Klang übersetzt werden können, dafür sorgt der Tonabnehmer. Außerdem benötigt man natürlich noch einen Verstärker und Lautsprecher. Dabei passen Verstärker und Plattenspieler nicht immer zusammen. Hier ist vor allem entscheidend, welches Tonabnehmersystem verwendet wird.

Kleines Bauteil mit wichtiger Aufgabe

Als Tonabnehmer wird das Bauteil bezeichnet, das am Ende des Tonarms befestigt ist. Im Gehäuse des Abnehmers sind die Abtastnadel, ein Nadelträger und ein Wandler mit Spulen und Magneten untergebracht. Die Toninformationen sind als Vertiefungen in den Rillen der Schallplatte codiert. Wenn die Nadel mit ihrer Diamantspitze die Rillen entlangfährt, vollzieht sie die Vertiefungen und Erhebungen nach. Aus der Frequenz und Amplitude der Nadelbewegungen werden vom Wandler Signale in Form von elektrischer Spannung generiert. Die elektrische Spannung wird wiederum dazu verwendet, die Lautsprecher anzutreiben.

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Die verschiedenen Tonabnehmer-Systeme

Was sich vergleichsweise simpel anhört, erfordert eine sehr genaue Mechanik. Beim Abtasten der Windungen muss die Abtastnadel – häufig auch Stylus genannt – die feinen Strukturen in den Rillen präzise nachvollziehen und erfassen. Gleichzeitig sollte sie keinen hohen Druck ausüben, um die Rillen zu schonen. Für die Umsetzung der Nadelschwingungen in elektrische Impulse werden unterschiedliche Tonabnehmersysteme verwendet.

Moving Magnet (MM): Dieses System wurde in den 1960er-Jahren entwickelt und ist auch heute noch das am weitesten verbreitete. Die Nadel ist dabei mit zwei beweglichen Magneten verbunden, die durch ihre Auslenkung in einer Spule Spannung induzieren. Die Nadel ist nicht fest verbaut, sondern sitzt auf einem herausnehmbaren Aufsatz. Vorteil von MM-Systemen ist der vergleichsweise niedrige Preis, allerdings können Störungen und nichtlineare Verzerrungen entstehen.

Moving-Coil-Systeme (MC): Bei diesem Verfahren wird aus den Nadelschwingungen über ein elektrodynamisches Verfahren die elektrische Spannung erzeugt. Die Nadel ist fest an beweglichen Spulen befestigt. Ein Vorteil des Systems besteht darin, dass es weniger störanfällig ist. Zudem erfasst die Abtastnadel die Rillenstruktur überaus präzise und gewährleistet eine saubere Wiedergabe.

Kristalltonabnehmer: Bei diesem Tonabnehmertyp werden Keramikstreifen durch die Bewegungen der Nadel verbogen und erzeugen so die elektrische Spannung. Im Vergleich zu den beiden anderen Verfahren liefern die sogenannten piezoelektrischen Wandler deutlich schlechtere Klangergebnisse. Unter anderem beeinflussen sie den Klang durch ihre Eigenresonanz.

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Wie geht es mit dem Signal des Tonabnehmers weiter?

Sobald du den Plattenspieler angeschlossen hast, wird das vom Tonabnehmer erzeugte elektrische Signal vom Plattenspieler zum Verstärker geleitet und von diesem zu den Lautsprechern. Die Ausgangsspannung, die von MM- und MC-Systemen erzeugt wird, ist allerdings zu niedrig, um den Verstärker direkt anzusteuern. Deswegen muss erst ein Phono-Entzerrvorverstärker das Signal aufbereiten. Wenn am Verstärker ein Phono-MM bzw. -MC-Eingang vorhanden ist, ist ein solcher Vorverstärker integriert. Fehlt ein solcher Eingang, muss ein Entzerrvorverstärker zwischen Plattenspieler und Verstärker geschaltet werden. Bei wenigen Plattenspielern ist ein Entzerrvorverstärker integriert. Piezoelektrische Systeme können dagegen direkt an die analogen Eingänge (AUX oder Line-in) des Verstärkers angeschlossen werden.

Für das Zusammenspiel von Vorverstärker und Plattenspieler ist außerdem wichtig, um welches Tonabnehmersystem es sich handelt. MM- und MC-Wandler arbeiten mit unterschiedlicher Spannung:

  • MM-Tonabnehmer: 2 bis 6 mV
  • MC-Tonabnehmer: in der Regel 0,1 bis 0,5 mV; sogenannte High-Output-Systeme erreichen eine ähnlich hohe Ausgangsspannung wie MM-Tonabnehmer, sind allerdings seltener zu finden.
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Wegen des deutlich schwächeren Signals kann nicht jeder Phono-Eingang das Signal eines MC-Tonabnehmers verarbeiten. MM-Tonabnehmer können dagegen jeden Phono-Eingang ansteuern. Hier gilt es im Zweifelsfall zu überprüfen oder nachzufragen, ob der Vorverstärker für MC-Systeme geeignet ist.

Gut zu wissen: Viele Plattenspieler besitzen ein zusätzliches Kabel mit U-förmigem Ende, das sogenannte Erdungskabel. Dieses wird an eine Metallschraube am Receiver (als „Ground“ oder „GND“ gekennzeichnet) angeschlossen, um den Plattenspieler zu erden. So soll ein unangenehmes Brummen verhindert werden.

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Fazit: Tonabnehmer

  • Der Tonabnehmer erfasst mit der Abtastnadel die Struktur der Schallplattenrillen und wandelt diese in elektrische Spannung um.
  • Die wichtigsten Bestandteile sind Abtastnadel, Nadelhalter und Wandler.
  • Die am weitesten verbreiteten Abnehmersysteme sind Moving-Magnet- und Moving-Coil-Tonabnehmer (MM und MC).
  • MC-Abnehmer sind im Vergleich zu MM-Abnehmern teurer, erreichen aber auch eine höhere Klangqualität.

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  1. Fabian
    17. Aug. 2017, 15:39

    Sehr interessanter Beitrag.
    Vor allem die Kategorie „Die verschiedenen Tonabnehmersysteme“ habt Ihr wirklich sehr schön formuliert und erklärt. Ich bin echt gespannt, wie das Ganze dann in der Zukunft aussehen wird und was sich dann alles verändert.

    Gruß

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Autor:in

Teufel Blog Redaktion

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