Die Raumakustik – Innenarchitektur meets HiFi

Ob kleines oder großes Zimmer: Eine gute Raumakustik ist ein Muss. Doch wie lässt sich eine solche erreichen? Oftmals machen schon Kleinigkeiten wie die optimale Positionierung deiner Lautsprecher einen großen Unterschied aus. Wir zeigen dir anhand praxisnaher Beispiele, welche Maßnahmen du ergreifen kannst, damit es am Ende Komplimente regnet wie: Mensch, Hammer Sound!

Exkurs zum Thema Raumakustik

Im vorangegangenen Artikel zur Verbesserung der Raumakustik haben wir gezeigt, wie sich Schallwellen in den eigenen vier Wänden verhalten. Wird man ihrer gezielten Ausbreitung nicht Herr und überlässt die Raumakustik gänzlich dem Zufall, dann sind meist unangenehme Störgeräusche die Folge.

Wer schon mal mitsamt einer HiFi-Anlage umgezogen ist, wird vielleicht auch die Erfahrung gemacht haben, dass es in der neuen Wohnung einfach nicht mehr so klingt wie zuvor. Und das, obwohl man exakt dieselben Komponenten verwendet. Grund dafür ist die veränderte Raumakustik, die ein neuer Raum mit sich bringt.

Nun sagst du vielleicht: Wenn die HiFi-Anlage noch in einem weitgehend kahlen Zimmer steht, dann ist das nicht verwunderlich. Aber sogar bereits eingerichtete Zimmer bringen einen ganz neuen Raumklang mit sich und können unter Umständen auch eine schlechte Raumakustik besitzen. Vor allem dann, wenn das Thema für den HiFi-Anlagen-Besitzer noch Neuland ist. Zeit, dich mit dem nötigen Know-how zu versorgen, nicht wahr?

Das Stereodreieck – so stellt man Lautsprecher auf

Bevor man sich mit der Raumakustik seines Zimmers beschäftigt, sollte man sicherstellen, dass die Lautsprecher richtig platziert sind. Im Falle von Stereolautsprechern kann man sich hier am sogenannten Stereodreieck orientieren, an dessen Spitze sich der Sweet Spot befindet. Dieses Dreieck besagt, dass sich je ein Lautsprecher sowie der Hörer selbst an den Spitzen eines gleichschenkligen Dreiecks befinden sollten. Zudem sollten die Boxen nicht unmittelbar an der Wand stehen, sondern nach hinten und zur Seite etwas Platz haben – etwa ein halber bis ein Meter gilt als grober Richtwert.

Auch für 5.1-Heimkinoanlagen kann das Stereodreieck als Grundlage herhalten. Der Center-Speaker sollte dann mittig zwischen den beiden Front-Lautsprechern positioniert werden. Zur Ausrichtung der Rear-Lautsprecher kann ebenfalls das Stereodreieck verwendet werden – aus Platzgründen ist das aber oftmals nicht mehr exakt gleichschenklig. Mithilfe der Kalibrierungsfunktion des AV-Receivers lässt sich das aber wieder austarieren. Wer Musik über eine 5.1 Anlage wiedergeben möchte, sollte sich am sogenannten ITU-Kreis orientieren:

Skizze ITU-Kreis
5.1-Anlagenbesitzer sollten sich am ITU-Kreis orientieren.

Die Nachhallzeit und ungewollte Resonanzen

Unter anderem mithilfe der Nachhallzeit kann die Akustik eines Raumes definiert werden. Sie ist überwiegend beim Bau und der Einrichtung großer Konzertsäle oder Vorlesungssäle wichtig, kann aber auch dem ambitionierten HiFi-Jünger helfen. Sie definiert die Zeit, die vergeht, bis der Schallpegel im Raum um 60 dB abgefallen ist. Dieser Zeitraum sollte so klein wie möglich sein, ansonsten würde ein ungewollter Hall-Effekt entstehen. Im Wohnraum sollte man eine Nachhallzeit von 0,3 bis 0,4 Sekunden anvisieren – wobei es sich hierbei natürlich um Optimal-Werte handelt.

Die Nachhallzeit kann mit einem Mikrofon und der passenden Software gemessen werden. Entsprechende Apps gibt es inzwischen sogar für Smartphones. Wem das zu viel Aufwand ist, der kann es auch einfach mit Klatschen versuchen. Tatsächlich lässt sich durch In-die-Hände-Klatschen relativ gut feststellen, ob der Raum zu sehr hallt bzw. ungewollte Resonanzen oder Raummoden verursacht. Dabei sollte auf herausstechende Rückwürfe sowie Flatter- und Resonanzgeräusche geachtet werden. Mit dem eigenen Gehör lassen sich die Quellen dieser Störgeräusche recht einfach orten.

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Die Raumakustik verbessern mit Einrichtungsgegenständen

Generell lässt sich auch ohne genaue Messungen sagen, was mehr und was weniger vorteilhaft im Sinne einer gelungenen Raumakustik ist. Kahle Wände sind, wie schon angedeutet, Gift für die Raumakustik. War die Einrichtungsästhetik vor ein paar Jahrzehnten noch zuträglich für die Raumakustik, findet man heute selbst in fertig eingerichteten Wohnungen viele glatte Oberflächen vor. Das wiederum produziert meist zu viele Schallreflexionen, kann aber durch den gezielten Einsatz von Mobiliar reduziert werden.

Wer sein Sofa nicht ganz an die Wand schiebt, sondern einen halben Meter Platz lässt, hat damit bereits einen guten Schallabsorber geschaffen. Ebenso können Vorhänge als Schallabsorber dienen – je größer und dicker diese sind, desto besser. Sie verdecken außerdem die Fenster, die wiederum eine ungünstige Reflexionsfläche darstellen. Zudem müssen Vorhänge nicht immer direkt vor einem Fenster hängen, sondern können auch einfach so an einer kahlen Wand angebracht werden. Alternativ lässt sich diese Wand aber auch mit einem CD- oder Platten-Regal als Diffusor bestücken.

Vor allem in professionellen Aufnahmestudios muss der Raumklang passen. Toningenieure wissen, dass ein Teppichboden hierbei von essentieller Bedeutung ist. Er sorgt nicht nur für ein bequemes Fußgefühl, sondern kann als Bodenabsorber Schallreflexionen vermindern.

Die Raumakustik verbessern mit Absorbern, Diffusoren und Segeln

Neben den herkömmlichen Einrichtungsgegenständen kann der HiFi-Enthusiast auch zu professionelleren Hilfsmitteln greifen. Ein Punkt, der hier bisher noch nicht behandelt wurde, ist die Decke, welche sich durch Möbel natürlich nur schwer beeinflussen lässt (der Schwerkraft sei Dank!). Hat man den Anspruch, auch an der Decke die Reflexionen gering zu halten, muss man meist zu professionellen Helfern greifen. In Konzertsälen kommen beispielsweise sogenannte Deckensegel zum Einsatz. Sie sind das effektivste Mittel, um Deckenreflexionen entgegenzuwirken.

Deckensegel gibt es in den unterschiedlichsten Größen, Formen und Farben, sodass sie nicht unbedingt der Raumästhetik schaden müssen – die aber ist ja bekanntlich ohnehin vom eigenen Geschmack abhängig. So kann auch keinesfalls grundsätzlich gesagt werden, dass der Raumakustik zuträgliche Elemente der Ästhetik schaden. Inzwischen gibt es unzählige Hersteller, die sich bemühen, diese Elemente so dezent wie nur möglich zu gestalten.

Deckensegel der Berliner Philharmonie
Deckensegel der Berliner Philharmonie.

Auch wenn man sie heute noch in so manchem Band-Proberaum antrifft: Leere Eierkartons, die als schalldämmendes Element dienen, muss sich heute niemand mehr in sein Wohnzimmer hängen. Schalldämmende und perforierte Schaumstoffmatten sehen da schon besser aus und leisten deutlich mehr. Wirklich schön sind aber auch sie nicht. Eine ansehnlichere Alternative sind flache Absorber an der Wand, die im Prinzip wie ein ungerahmtes Bild auf Leinwand aussehen. Sie sind in den preiswerteren Varianten mit einfarbigem Stoff bespannt, aber wer möchte, kann sie sich auch bemalen bzw. bedrucken lassen.

Ein Diffusor bewirkt übrigens, dass der auftreffende Schall nicht einfach gespiegelt wird, sondern in alle möglichen Richtungen des Raumes wieder ausgesandt wird. Deshalb ist es wichtig, dass die einzelnen Elemente des Diffusors unterschiedliche Flächen aufweisen und mal einen Hohlraum bieten und mal nicht. Ein Regal kann hier die ideale Lösung sein:

Plattenregal als Diffusor
Praktisch: Ein Regal, das teilweise befüllt ist, kann als Diffusor dienen.

Raumakustik messen mit dem Raumakustik-Rechner

Um die eigene Raumakustik zu messen, findet man im Internet einige Browser-basierte Raumakustik-Rechner. Sie liefern schon relativ brauchbare Anhaltspunkte, wie es um die Raumakustik der eigenen vier Wände bestellt ist. Allerdings sollte klar sein, dass diese Raumakustik-Rechner mehr zur Orientierung gedacht und vor allem bei der grundsätzlichen Planung hilfreich sind. Wer exakte Daten haben möchte, der sollte die Raumakustik mit Mikro und Software messen. Und wenn man sich selbst in diesem Bereich wenig auskennt, aber dennoch einen erstklassigen Raumklang erleben möchte, dann sollte man definitiv einen Profi kontaktieren.

Die richtige Anlage wählen, optimalen Raumklang erschaffen

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Ultima 40: Mit dieser Standbox bist du gut beraten, wenn du nach einem Gerät suchst, das sich ideal für Räume bis 35 qm eignet. Seine Komponenten garantieren einen ausgewogenen Klang und präzisen Bass, wodurch der nächste Filmabend garantiert ein Erlebnis wird.

Cubycon Impaq: Falls du nach einer Komplettanlage suchst, die mit Blu-ray- und AV-Receiver ausgestattet ist, dann ist der Cubycon Impaq eine gute Wahl. Die Lautsprecher lassen sich sogar direkt an der Wand montieren, wodurch du deinem Raumklang den letzten Schliff verpassen kannst.

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Fazit

Die Raumakustik zu Hause zu verbessern, ist wesentlich leichter, als man zunächst annehmen könnte. Grundlegende Anforderungen, die der Raum für einen guten Klang vorgibt, lassen sich bereits vollkommen ohne Hilfsmittel erfüllen. Bereits die richtige Positionierung der Lautsprecher und Möbel trägt zur besseren Akustik bei. Wer mehr Verbesserung möchte, muss zu schalldämmenden Mitteln wie Matten, Absorbern, Deckensegeln oder Diffusoren greifen. Das Anbringen solcher Elemente kann dann aber schnell mit dem innenarchitektonischen Anspruch kollidieren. Ob einem die Einrichtung, die Raumakustik oder die ideale Kombination aus beidem besonders wichtig ist, muss am Ende jeder für sich selbst entscheiden.

Titelbild: Marcel Weiß „Vinyl ist…“, Quelle: Flickr.com Lizenz: CC BY 2.0

Bild 1: MalteRuhnke (MalteRuhnke), ITUKreis Ruhnke. Quelle: Wikimedia Commons. Lizenz: CC BY-SA 3.0

Bild 2: Andreas Praefcke (AndreasPraefcke), RBS Philharmonie. Quelle: Wikimedia Commons. Lizenz: CC BY-SA 3.0

Bild 3: Marco Becerra „Vintage Hi Fi“, Quelle: Flickr.com Lizenz: CC BY 2.0

Neueste Beiträge

  1. Raumteiler Freund
    19. Mrz. 2018, 16:07

    Sehr schön erklärt. Gerade bei so einer Anlage sollte man auf eine gute Raumakustik achten. Gibt ja heute viele Möglichkeiten. Ein paar Möbel mehr und vielleicht auch eine Akustik Trennwand und der Sound im Zimmer wird optimal!

  2. Sarah
    25. Jul. 2017, 15:24

    Sehr interessanter Artikel. Dass es keine schönen Schallabsorbierungs-Platten gibt, muss ich jedoch wiederlegen. Die Paneele in diesem Artikel finde ich sogar ziemlich stylisch: http://www.weissmann.at/blog/2017/06/18/perfekte-raumakustik-trifft-auf-italienisches-design/

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Teufel Blog Redaktion

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