Nahaufnahme einer VHS-Kassette
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50 Jahre Homevideo: Von VHS bis zum Streaming

Zuletzt aktualisiert:

19.10.2026

Vor 50 Jahren begann mit der VHS-Kassette eine neue Ära des Heimkinos. Mit dem Videorekorder ließen sich Fernsehsendungen aufnehmen und Filme unabhängig vom TV-Programm auf dem heimischen Fernseher abspielen. Seitdem hat sich einiges getan: Auf VHS folgten DVD und Blu-ray, heute dominieren die verschiedenen Streaming-Dienste die TV-Landschaft. Wir nehmen dich mit auf eine kleine Zeitreise durch die Geschichte des Heimkinos.

Vor dem Video kamen Filme noch auf Rollen

Vor dem Videorekorder waren private Filmvorführungen eine aufwendige Angelegenheit. Wer in den 1960er- und 1970er-Jahren bewegte Bilder zu Hause sehen wollte, musste eine Leinwand aufstellen und den Film in einen Projektor einfädeln. Schmalfilme gab es zwar seit den 1920er-Jahren. Besonders populär wurde das Hobby aber mit Super 8, das Kodak 1965 einführte.

Nicht nur private Aufnahmen konnten gezeigt werden, es erschienen auch Kinofilme, meist in gekürzten Fassungen. Eine 60-Meter-Rolle reichte bei 24 Bildern pro Sekunde schließlich nur für rund elf Minuten. So veröffentlichte Ken Films 1977 Star Wars als neunminütigen Super-8-Film. Daneben gab es vollständige Produktionen, etwa vier Folgen der britischen Krimi-Serie Mit Schirm, Charme und Melone mit eigens angefertigter deutscher Synchronisation. Denn: Ja, Super 8 konnte auch Ton. Ab 1973 gab es Filmkassetten mit Magnetton, später war sogar Stereo möglich.

Lesetipp: Wie hat sich das Heimkino über die Jahrzehnte entwickelt und welche Technik gehört heute dazu? In unserem Beitrag zur Geschichte des Heimkinos erfährst du mehr über die Entwicklung der Heimkinoausstattung – von frühen Projektoren bis zu modernen Bild- und Soundsystemen.

Die VHS-Revolution erobert das Wohnzimmer

Am 9. September 1976 stellte JVC in Tokio den ersten VHS-Rekorder HR-3300 vor. Das Video Home System (VHS) sollte den privaten Filmkonsum für mehr als zwei Jahrzehnte prägen: Statt Filmrollen einzufädeln, genügte eine Kassette. In Deutschland kam der erste JVC-VHS-Rekorder 1978 auf den Markt.

Dabei konkurrierte VHS zunächst mit Betamax von Sony (1975) und Video 2000 von Philips und Grundig (1979). VHS setzte sich vor allem durch längere Aufnahmezeiten gegenüber frühen Betamax-Kassetten und die breite Unterstützung anderer Hersteller durch.

Vor allem aber machte der Videorekorder die Zuschauer unabhängiger vom Fernsehprogramm. Wer die Samstagabendshow verpasste oder einen Spielfilm erst später sehen wollte, programmierte einfach eine Aufnahme. Voraussetzung war allerdings, dass man die Start- und Endzeit richtig eingab – und genügend Band auf der Kassette frei war. Bei verspätetem Sendebeginn fehlte sonst schon mal der Anfang, bei Überziehung das Filmende.

In den 1980ern schossen überall Videotheken wie Pilze aus dem Boden. Freitags einen Film ausleihen gehörte bald zum Wochenendritual. Die beliebtesten Blockbuster waren allerdings häufig vergriffen, und wer seine Kassette nicht rechtzeitig zurückbrachte oder das Zurückspulen vergaß, musste mit zusätzlichen Gebühren rechnen.

Neben Hollywood-Hits fanden sich dort zahlreiche günstig produzierte Horror- und Actionfilme, später auch Direct-to-Video-Fortsetzungen wie Der König der Löwen 2, Tremors 2 oder From Dusk Till Dawn 2. Aber nicht alle Regale waren frei zugänglich: Pornos und andere Filme ab 18 standen vielerorts in abgetrennten Bereichen, oft hinter einem Vorhang versteckt. Auch Raubkopien waren ein Problem.

Mehr als 20 Jahre lang dominierte VHS den Heimvideomarkt. Noch 1998 erschien James Camerons Titanic in vielen Ländern auf zwei Kassetten – mitten im rund dreistündigen Film war also ein Bandwechsel angesagt. Während die Filmauswahl wuchs, entwickelte sich auch der Ton weiter. Frühe VHS-Rekorder boten meist nur Monoton. Mit VHS HiFi kam in den 1980ern hochwertiger Stereoton hinzu. Die erste Dolby Surround-Version ermöglichte außerdem ab 1982 bereits räumliche Klangeffekte: Mit einem passenden Decoder und zusätzlichen Lautsprechern waren nun auch Geräusche von hinten zu hören.

Wie kannst du alte VHS-Kassetten abspielen?

Du hast noch alte VHS-Kassetten im Schrank? Mit einem funktionierenden Videorekorder kannst du sie auch auf einem modernen Fernseher anschauen. Hat dieser nur HDMI-Eingänge, benötigst du einen aktiven Konverter, der das analoge Bild- und Tonsignal in ein digitales HDMI-Signal umwandelt. So gehst du vor:

  1. Anschlüsse prüfen
  2. passenden Konverter an den Videorekorder anschließen
  3. Stromversorgung verbinden
  4. am Fernseher den HDMI-Eingang auswählen
Anschluss am VideorekorderBenötigter Konverter
SCARTSCART-zu-HDMI-Konverter
Cinch (gelb, rot, weiß)Composite-AV-zu-HDMI-Konverter

Achtung: HDMI-zu-SCART- oder HDMI-zu-Cinch-Konverter wandeln in die falsche Richtung. Du benötigst einen Wandler von analog zu HDMI, keinen einfachen Kabeladapter.

Ein geeigneter Konverter überträgt den ursprünglichen Mono- oder Stereoton zusammen mit dem Bild per HDMI an den Fernseher. Über dessen HDMI-ARC/eARC- oder optischen Audioausgang kannst du den Ton bei passender Ausstattung auch an eine Soundbar oder einen AV-Receiver weitergeben. Echter Dolby-Atmos-Sound entsteht dadurch allerdings nicht.

Lesetipp: Wie du SCART auf HDMI umwandelstIm neuen Tab öffnen oder VHS-Kassetten digitalisierstIm neuen Tab öffnen, erfährst du in unserem Blog.

Modernster Surround-Sound bei Teufel

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Mit der DVD wird das Homevideo digital

Ende der 1990er-Jahre begann die DVD (Digital Versatile Disc), die VHS-Kassette abzulösen. Kein Zurückspulen mehr, dafür gestochen schärfere Bilder und Extras wie Regiekommentare oder Making-ofs. Filmfans entdeckten ihre Lieblingsfilme neu, Videotheken tauschten nach und nach ihre Kassetten gegen Discs aus. Anfang der 2000er-Jahre überholte die DVD die VHS im Verkauf. Besonders beliebt bis heute: aufwendig ausgestattete Sammlerboxen und Sondereditionen.

Auch der Filmton bekam mehr Aufmerksamkeit. Mit Dolby Digital 5.1 und DTS kamen erschwingliche Surround-Formate auf den Markt. Teufel war früh dabei: 1995 stellten wir unser erstes Dolby-zertifiziertes Heimkino-Surroundsystem vor, 1996 folgte ein THX-zertifiziertes System.

Als immer mehr Haushalte auf große Flachbildfernseher umstiegen, stieß auch die DVD an ihre Grenzen. 2006 begann der nächste Formatkrieg, diesmal zwischen Blu-ray und HD DVD. Wieder mussten Filmfans überlegen, auf welches System sie setzen sollten. 2008 war der Streit entschieden: Toshiba gab die HD DVD auf. Blu-ray etablierte sich und machte Full HD sowie mit Dolby TrueHD und DTS-HD Master Audio verlustfreien Mehrkanalton zum neuen Standard für anspruchsvolles Heimkino.

2016 folgte die Ultra HD Blu-ray mit 4K-Auflösung und HDR für kontrastreichere Bilder. Gerade für Filmsammler eröffnete das neue Möglichkeiten: Klassiker wurden aufwendig restauriert und teilweise Jahrzehnte nach ihrem Kinostart in beeindruckender Qualität wiederveröffentlicht.

Auch der Sound entwickelte sich weiter. Mit Dolby Atmos kamen ab 2014 Klangeffekte von oben ins Heimkino, erstmals auf der Blu-ray zu Transformers: Ära des Untergangs. Teufel brachte 2016 mit dem LT 5 ATMOS ein entsprechendes Lautsprechersystem heraus.

Streaming und das Kino auf Knopfdruck

Und heute? Statt in der Videothek zu stöbern oder eine Disc einzulegen, reicht ein Griff zur Fernbedienung. Dank schnellem Internet und Smart-TVs sind Filme und Serien jederzeit abrufbar.

Einer der Pioniere des Streamings war Netflix – wobei das US-Unternehmen zunächst als DVD-Versand begann. Die erste 1998 verschickte Disc enthielt Tim Burtons Beetlejuice. 2007 startete Netflix sein Streaming-Angebot, 2014 folgte der Deutschlandstart. Der DVD-Versand in den USA lief übrigens noch bis September 2023.

Streaming machte auch das Binge-Watching populär: Ganze Serienstaffeln ließen sich am Stück schauen. Neben Netflix etablierten sich Amazon Prime Video, Disney+, Apple TV, RTL+ und WOW, ergänzt durch Mediatheken und werbefinanzierte Angebote wie Joyn oder Pluto TV.

Allerdings verteilen sich Filme und Serien inzwischen auf zahlreiche Plattformen und verschwinden mitunter wegen auslaufender Lizenzen. Wer bestimmte Titel sehen möchte, braucht oft mehrere Abos – oder guckt ganz in Röhre, wenn ein Film gar nicht mehr verfügbar ist. Zur Not gibt es aber vielleicht noch die alte DVD oder Blu-ray (oder VHS-Kassette?) im Regal, die man jederzeit abspielen kann.

Lesetipp: Welche Streamingdienste Dolby Atmos unterstützen und was du dafür brauchst, erfährst du in unserem Ratgeber Dolby Atmos bei Netflix & Co.

Immer der richtige Homevideo-Sound mit Teufel

▶ULTIMA 40 Surround „5.1-Set“Im neuen Tab öffnen: Für alle, die den Filmton möglichst authentisch im Raum verteilen möchten. Zwei Standlautsprecher, ein Center und Rear-Speaker sorgen gemeinsam mit dem Subwoofer für echten 5.1-Surround-Sound. Das System lässt sich mit einem geeigneten AV-Receiver auch um Dolby-AtmosIm neuen Tab öffnen-Höhenlautsprecher erweitern.

▶ CINEBAR 22 für Dolby AtmosIm neuen Tab öffnen: Wer keine ausgewachsene Surround-Anlage aufstellen möchte, findet hier eine leistungsstarke Alternative. Die Soundbar unterstützt Dolby Atmos und DTS und kommt im 5.1-Set mit kabellosem SubwooferIm neuen Tab öffnen. Zusätzliche Rear-Lautsprecher lassen sich bei Bedarf nachrüsten und erweitern das System auf 7.1-Surround-Sound.

Heimkino-Systeme von Teufel

Fun Facts aus der VHS-Ära

  • E.T. als Verkaufsschlager: Als E.T. – Der Außerirdische 1988 auf VHS erschien, wurden in den USA innerhalb weniger Wochen über zehn Millionen Kassetten verkauft – zum damals günstigen Preis von 24,95 Dollar.
  • Der weiße Hai auf LaserDisc: Bereits 1978 erschien der Spielberg-Klassiker auf der schallplattengroßen LaserDisc. Dieses Format bot ein besseres Bild als VHS, schaffte wegen hoher Preise aber nicht den Durchbruch.
  • Zurück in die Zukunft mit VHS-Camcorder: Marty McFly filmte 1985 Doc Browns Zeitmaschine mit einer JVC GR-C1. Die kompakten VHS-C-Kassetten ließen sich per Adapter im normalen Videorekorder abspielen.
  • Kopierschutz durch Bildstörungen: Ab Mitte der 1980er sollte Macrovision das Kopieren von Kaufvideos verhindern. Beim Überspielen entstanden häufig Helligkeitsschwankungen und Bildfehler.
  • Filme aus dem Fotogeschäft: Ab 1979 verlieh Paramount in den USA Videokassetten über die Fotohandelskette Fotomat. Dort gab es neben entwickelten Urlaubsbildern auch Spielfilme zum Mitnehmen.

Lesetipp: Du möchtest dir dein eigenes Heimkino zusammenstellen? In unserem Ratgeber Heimkino einrichten zeigen wir dir, worauf es bei der Auswahl und Aufstellung der Technik ankommt.

FAQs: Die wichtigsten Fragen zum Homevideo

Wann wurde die VHS-Kassette erfunden?

JVC stellte das Video Home System (VHS) am 9. September 1976 in Tokio vor. In Deutschland kamen die ersten VHS-Rekorder 1978 auf den Markt.

Warum setzte sich VHS gegen Betamax und Video 2000 durch?

VHS punktete mit längeren Aufnahmezeiten gegenüber frühen Betamax-Kassetten und einer großen Auswahl an Geräten und Filmen. Auch die breite Unterstützung durch andere Hersteller trug zum Erfolg bei.

Wie lange war VHS das wichtigste Heimvideoformat?

VHS dominierte den Heimvideomarkt mehr als 20 Jahre lang. Erst Anfang der 2000er-Jahre wurde die Videokassette zunehmend von der DVD verdrängt.

Wann gab es die ersten Videotheken in Deutschland?

Die ersten Videotheken entstanden hierzulande Ende der 1970er-Jahre. In den 1980ern erlebten sie ihren großen Boom und wurden zu beliebten Anlaufstellen für Filmfans.

Was war der größte technische Fortschritt von VHS zu DVD?

Die DVD bot ein schärferes, störungsärmeres Bild und direkten Zugriff auf einzelne Kapitel. Außerdem machte sie digitalen 5.1-Surround-Sound für viele Heimkino-Fans zugänglich.

Titelbild: ©Arvin Latafi | Quelle: Pexels