Springender Buckelwal

Walgesänge: Die wohltuenden Klänge der Meeresriesen

Wale sind die Meistersänger der Ozeane. Sie nutzen die Schallleitfähigkeit des Wassers und ihr gigantisches Körpervolumen, um sich in tausend Metern Tiefe in hohen Tönen oder mit sonorer Bassstimme zu verständigen. Manche komponieren richtige Songs. Auch dem Menschen tut dies gut: Walgesänge sorgen für Entspannung und Wohlbefinden.

Walgesänge: Buckelwale in der Herde
Viele Wale sind Herdentiere und singen oft im Chor.

Warum und wie singen Wale?

Ob beim Flirten, auf Nahrungssuche oder bei der Betreuung des Nachwuchses: Wale müssen sich untereinander verständigen und sich in den Weiten der Ozeane orientieren. Unter der Meeresoberfläche sehen sie wenig, die optischen Eigenschaften von Wasser lassen das nicht zu. Umso besser leitet es akustische Signale weiter – nämlich fünfmal besser als Luft. Hätten wir das Gehör eines Wals, käme der Geräuschpegel des Meeres einem überfüllten Flughafengate nahe. Wer hier gehört werden will, muss entweder sehr laut sein oder sich einer bestimmten Frequenz bedienen.

Ebenso wie der Mensch machen sich Wale akustische Gegebenheiten zunutze. Sie tauchen dafür circa 1.000 Meter tief, bis zur Grenzzone zwischen zwei Wasserschichten. Wasserdruck, Temperatur und Salzgehalt schaffen dort Bedingungen, unter denen die Akustik besser ist. Der Grenzbereich fungiert wie ein natürlicher Sendekanal. Er wirkt wie ein Lautsprecher, der die Schwallwellen verstärkt und weiterleitet. Vermutlich erklingen Walgesänge sogar über ein ganzes Weltmeer hinweg. Die Tiere können sich demnach über viele Tausend Kilometer hinweg verständigen, wobei jede Walart andere Frequenzbereiche bevorzugt.

Doch welche Töne produzieren die Meeressäuger und wie funktioniert das? Anders als der Mensch besitzen Wale keine Stimmbänder. Auch mit der ausströmenden Luft können sie unter Wasser kein Lied erklingen lassen. Vielmehr erzeugen sie Klang, indem sie ihre Atemluft durch den Kopfraum strömen lassen. Bei Blauwalen passiert dies beispielsweise in ihrem riesigen Kehlkopf. Sie sind in der Lage, einen Schalldruck von mehr als 170 Dezibel zu erzeugen, was der Lautstärke eines Düsenfliegers gleichkommt. Bei Walgesängen können extrem hohe und tiefe Töne entstehen. Zahnwale wie Delfine nutzen wiederum ihre Nasenhöhlen und die sogenannte Melone, ein im Kopf befindliches Gewebe. Sie senden hochfrequente Signale im Ultraschallbereich aus, um ihre Umgebung per Echo zu orten. Dabei geben sie kurze Töne von sich, die einem Knattern ähneln. Untereinander kommunizieren diese Kleinwale nur in längeren Tonfolgen.

So musikalisch sind die sanften Riesen

Einige Walarten, insbesondere der Buckelwal, geben Laute in so komplexen und sich wiederholenden Tonfolgen von sich, dass man diese zurecht als Gesang bezeichnen kann. Die virtuos modulierten Töne wirken auch für unsere Ohren melodisch. Pausen untergliedern die Tonabfolgen rhythmisch und fassen sie zu Strophen zusammen. Auch die Abfolge dieser musikalischen Einheiten überlassen sie nicht dem Zufall. Sie werden von Refrains begleitet, sodass man die Walgeräusche durchaus als Lied identifizieren kann.

Die Refrains scheinen die Walgesänge eingängiger zu machen. Meeresforscher fanden heraus, dass Buckelwale dieselben Songs singen. Um sich auf ein Liedgut zu einigen, nehmen die männlichen Buckelwale an einem Song-Contest teil. Zur Paarungszeit treffen sie sich an einem Verkehrsknotenpunkt ihrer Wanderroute und komponieren gemeinsam einen Liebessong, der die Walkühe bezirzen soll. Hierfür greifen sie den Song des Vorjahres auf. Da jeder Wal im Vorjahr während seiner Wanderschaft durch verschiedene Regionen seine eigene Version entwickelt hat, kann im Zusammenspiel etwas Neues entstehen. Jeder Wal trägt seine eigene Interpretation vor. Die Artgenossen greifen einzelne Liedpassagen daraus im Chor auf oder wandeln die Tonfolgen für ein neues Thema ab. Nach und nach einigen sie sich auf ein Lied. Um bei den Walkühen zu landen, ist es nun entscheidend, wer den Hit am schönsten vorträgt.

Hitlisten der verschiedenen Walarten

Mozart oder Heavy Metal? Jede Walart hat ihren eigenen typischen Sound. Knarren, Knattern, Grollen, Knarzen, Geschnatter, Pfeifen und Quieken: Nicht jeder Wallaut ist sofort Musik in unseren Ohren. Hört man jedoch genau hin, ist man erstaunt, wie vielfältig und faszinierend die Klänge sind. Die besten Gesangskünstler stellen wir hier mit Soundbeispielen vor:

Buckelwale

Buckelwale sind die Star-Tenöre der Meere und können problemlos zwischen verschiedenen Stimmlangen wechseln. Sie erzeugen tiefe Basstöne ebenso wie markerschütternde Sopran-Arien. Die Zoologen Roger Payne und Scott McVay waren die ersten, die die Gesangskunst dieser Kolosse auf einer Schallplatte verewigten und 1971 veröffentlichten. Die aufgenommenen Walgesänge machten Karriere. Im Film Star Trek IV: Zurück in die Vergangenheit (1986) identifiziert Commander Spock die Signale einer die Menschheit bedrohenden Sonde als Buckelwalgesang. Die Platte der beiden Zoologen lieferte hierfür den Sound. Um die zerstörerische Kraft der Sonde auszuschalten, muss Spock die mittlerweile ausgestorbenen Buckelwale auf einer Zeitreise finden und ins 23. Jahrhundert beamen.

Man muss keinen Science-Fiction-Plot spinnen und in die Zukunft blicken können, um zu wissen, dass diese sanften Riesen tatsächlich vom Aussterben bedroht sind. Mit seinem Stück The Song of the World’s Last Whale protestierte Folk-Musiker Pete Seeger gegen die Ausrottung der Meeresgiganten. Auch die Aufnahmen des seit einigen Jahren auf Hawaii laufenden Walsong-Projekts verstehen sich im Sinne Seegers.

Grindwale

Grindwale sind die Jazz-Genies unter den Meeressäugern. Statt jedes Jahr ein und dasselbe Liebeslied zu singen, bedienen sie sich eines breiten Repertoires. Als Improvisationskünstler variieren sie ein Lied ständig, sodass viele neue Songs entstehen. Dabei sind sie keine Solokünstler, sondern die geselligen Tiere sind in großen Herden unterwegs und schätzen gemeinsame Jamsessions. Ihre Walgesänge ähneln Pfiffen und Knattern.

Weißwale

Fiepen, Quieken, Pfeifen und Trällern: Weißwale – auch Beluga genannt – gelten als die Kanarienvögel der Ozeane. Sie bedienen sich einer breiten Palette an Tönen. Ihren trillernden Gesang geben sie meistens im Chor zum Besten. Die Küstengebiete der nordamerikanischen Ausläufer der Arktis durchkämmen oft tausende Tiere gemeinsam auf der Suche nach Nahrung. Auch sonst schwimmen sie in einer Herde. Da sie zwischen sehr verschiedenen Frequenzbereichen wechseln, kann man sie mitunter auch oberhalb der Wasseroberfläche hören.

Blauwale

Blauwale sind die größten Säugetiere der Erde. Würde man sie mit den virtuosen Sängern der Weißwale zusammentun, wären sie für die perfekte Basslinie zuständig. Blauwalbullen besitzen eine enorm tiefe Bassstimme. Befinden sie sich auf Partnersuche, geben sie eher lang gedehnte Töne von sich. Ihre Rufe hallen hunderte Kilometer weit. Die Bullen sind sehr ausdauernde Tenöre: Damit eine Walkuh auf sie aufmerksam wird, singen sie mitunter den ganzen Tag lang. Für das menschliche Ohr ist ihre sonore Stimme kaum wahrnehmbar. Um ihre gedehnten Rufe für uns hörbar zu machen, müssen Tonaufnahmen beschleunigt wiedergegeben werden.

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Walgesänge und Entspannung: Warum ihr Sound wohltut

Walgesänge üben auf uns Menschen eine geradezu hypnotische Faszination aus. Oft klingen sie wie nicht von dieser Welt. Die in gemächlichem Tempo vorgetragenen Gesänge dieser bedächtigen Riesen besitzen etwas Beruhigendes. Zudem besitzen die Stimmen der Wale eine angenehm tiefe Klangfärbung, die wir als wohltuend empfinden. Ihre sonoren Töne verhallen langsam in den Weiten des Meeres und wirken mitunter wie eine gedämpfte Oboe. Die ausdauernden Rufe, die zu Strophen und Refrains zusammengefasst sind, scheinen die Tiere in aller Seelenruhe zu wiederholen. Das wirkt auf uns einlullend. Kein Wunder also, dass Walgesänge häufig Meditationen und Yogastunden begleiten und sich Einschlaf-Apps ihrer bedienen. Der Klang der Meeressäuger sorgt an stressigen Tagen in jedem Fall für Tiefenentspannung und verbessert die Schlafqualität.

Forscher vermuten, dass die Laute nicht nur zur Paarungszeit und zur Nahrungsbeschaffung einen Zweck erfüllen, sondern ganz allgemein dem Wohlbefinden und dem emotionalen Ausgleich der Tiere dienen. Das überträgt sich wohl auch auf den Menschen. Denn Musik beeinflusst Körper und Seele. Dieses Wissen machte man sich schon im Mittelalter beispielsweise mit der Solfeggio-Tonlehre zunutze. Die moderne Hirnforschung bestätigt, dass vor allem niedrige Frequenzen den Herzschlag beruhigen, den Blutdruck senken, die Atemfrequenz verlangsamen und die Einatmung vertiefen. Die Ausschüttung bestimmter Hormone hebt zudem die Stimmung.

Walgesänge: Delfine in der Herde
Delfine senden zur Kommunikation ein hochfrequentes „Knattern“ aus.

Mit Naturklängen, vor allem mit dauerhaften, können Menschen sehr gut entspannen. Neurowissenschaftler fanden heraus, dass Naturgeräusche die Hirnregionen beeinflussen, die für Stressabbau zuständig sind. Daneben lösen Naturgeräusche wie Walgesänge im Gehirn positive Assoziationen aus. Die sanften Riesen und das Meer verbinden die allermeisten Menschen mit positiv besetzten Begriffen wie Urlaub, Ruhe, Wohlbehagen und die Schönheit der Natur. Diese Assoziationen sind im Gehirn über neuronale Verbindungen fest verankert. Beim Hören werden eben diese Nervenverbindungen aktiviert. Die Walgesänge sorgen über dieses Reiz-Reaktionsmuster für Entspannung.

Wer nach einem anstrengenden Tag nicht abschalten kann oder nur schwer einschläft, sollte es einmal mit Walgesängen probieren. Oft sind es Sorgen und Gedanken, die einen in einer endlosen Grübelschleife wachhalten. Hört man die sich gleichmäßig wiederholenden Gesänge im Loop, lenkt dies vom Grübeln ab.
Wer die faszinierenden Tiere live erleben will, muss übrigens gar nicht weit reisen. Einige Delfinarten sowie Zwerg- und Schweinswale sind auch in der Nord- und Ostsee zu Hause. Allerdings bedarf es einer Spezialausrüstung und viel Geduld, um ihren Unterwasser-Gesang hörbar zu machen. Doch die gute Nachricht ist: Tonbandaufnahmen von Walgesängen sorgen nicht nur live für Entspannung. Dem Gehirn ist es grundsätzlich egal, ob du Walen vor Ort lauschst oder per Kopfhörer im Bett oder in der U-Bahn. Wichtig ist nur, dass die Kopfhörer Störgeräusche ausblenden können und der Klang klar ist.

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Titelbild: ©Thomas Kelley bestimmte Rechte vorbehalten. Quelle: Unsplash
Bild 1: ©George Karelitsky bestimmte Rechte vorbehalten. Quelle: Unsplash
Bild 2: ©NOAA bestimmte Rechte vorbehalten. Quelle: Unsplash

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Teufel Blog Redaktion

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