Ungetrübter Klanggenuss: So vermeidest du Rückkopplungen

Ob auf Konzerten oder im Tonstudio: Überall dort, wo Mikrofone genutzt werden, kann es zu einer Rückkopplung kommen. Das penetrante, da bisweilen sehr laute Störgeräusch zählt im Bereich der Tontechnik zu den größten Nervtötern. Hast du dich auch schon immer gefragt, was hinter diesem Problem steckt und wie sich eine Rückkopplung unterdrücken lässt? Hier erfährst du es.

So kommt es zu einem Rückkopplungseffekt

Ein Rückkopplungseffekt – auch Feedback genannt – kann auftreten, wenn ein Mikrofon den Klang eines Lautsprechers empfängt. Das wiederaufgenommene Signal wird anschließend erneut verstärkt und abermals wiedergegeben. In der Folge kommt es zu einem plötzlich eintretenden oder sich langsam ankündigenden schrillen Pfeifton. Analysiert man die Signale, fällt auf, dass sich in solch einem Fall immer eine oder mehrere Frequenzen in einem übermäßig hohen Bereich befinden, weshalb man im Zusammenhang mit einer Rückkopplung auch von kritischen Frequenzen spricht.

Es gibt verschiedene Faktoren, die das Risiko einer Rückkopplung erhöhen. Dazu gehören unter anderem die folgenden:

  • Lautsprecher mit verhältnismäßig hohem Schallpegel
  • Lautsprecher, die in Richtung der Mikrofone ausgerichtet sind
  • Mikrofone mit Kugelcharakteristik
  • Räumlichkeiten mit Hall

Rückkopplung vermeiden: Das ist zu beachten

Es gibt verschiedene Methoden, mit denen sich eine akustische Rückkopplung effektiv vermeiden lässt. Die einfachste besteht darin, den Schallpegel des betreffenden Lautsprechers zu senken, das Mikrofon richtig einzustellen und die Räumlichkeiten, in denen das Mikrofon genutzt wird, mit Schallabsorptionsvorrichtungen auszustatten. Darüber hinaus sollte man bei Live-Auftritten möglichst keine Mikrofone mit Kugelcharakteristik nutzen, sondern stattdessen auf gerichtete Mikrofone setzen. Erstere sind im Hinblick auf Rückkopplungen nämlich viel empfindlicher, da sie Schall aus allen Richtungen aufnehmen.

Ist beides keine Option, lässt sich das Problem durch einen Equalizer und dazugehörige Filter lösen. Dabei gilt es, die kritischen Frequenzen mit einem Terz-Equalizer oder einem parametrischen Equalizer zu finden und diese mithilfe der Filter zu reduzieren. Hierfür braucht es in der Regel ein gewisses Maß an Erfahrung, denn um den originalen Sound nicht allzu sehr zu verfälschen, ist höchste Präzision notwendig – zumal sich die Feedback-Frequenzen nur schwer abschätzen und gezielt mit Filtern unterdrücken lassen.

Frau in Rückenansicht mit Mikrofon in der Hand
Mit den richtigen Maßnahmen lassen sich akustische Feedbacks bei Live-Veranstaltungen vermeiden.

Nicht bei allen Live-Events ist ein professioneller Tontechniker vor Ort, der in so einem Fall helfen könnte. Glücklicherweise gibt es auch automatische und halbautomatische Filter mit integriertem Spectrum Analyzer. Ein solcher kann dazu beitragen, die störende Frequenz schneller aufzuspüren und entsprechend anzupassen. Alternativ kann ein sogenannter Feedback Destroyer Abhilfe schaffen. Dieser hat die Funktion, eingehende Signale zu analysieren und Störeffekte automatisch zu finden. Allerdings gehen dabei auch Klangelemente verloren, die gar nicht entfernt werden sollen.

Lesetipp: Du hast ein Problem mit rauschenden Lautsprechern? Wir zeigen dir, was in diesem Fall zu tun ist!

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Songs mit Rückkopplung: Berühmte Beispiele

Kommt es bei Aufnahmen im Tonstudio zu einer Rückkopplung, versucht der zuständige Tontechniker im Normalfall, den Makel zu beseitigen. Doch es gibt einige berühmte Beispiele, bei denen darauf bewusst verzichtet wurde:

  • The Beatles: Das Lied I Feel Fine (1964) gilt als erste Aufnahme, bei der ein Rückkopplungseffekt als Stilmittel dient. Es handelt sich dabei um eine Art Zufall. Denn während der Aufnahmearbeiten lehnte sich John Lennon gegen seinen Verstärker, woraufhin es zu einer Rückkopplung kam. Die Band – und allen voran Lennon selbst – fand Gefallen an dem Effekt und ließ ihn daher nicht entfernen.
  • The Who: Im Song Anyway, Anyhow, Anywhere (1965) ist im Instrumentalpart ebenfalls ein Feedback zu hören. Auch hier handelt es sich um ein Versehen: Produzent Shel Talmy überhörte die Rückkopplung bei der finalen Abmischung. Fortan setzten The Who das Feedback regelmäßig als Stilmittel ein. Die Single My Generation enthält besonders viele Passagen mit Rückkopplung und mutierte kurioserweise zum größten Hit der Band.
  • The Velvet Underground: Die Artrock-Formation um Ikone Lou Reed war stets wegen ihres experimentellen Sounds bekannt (und beliebt). Bei den Arbeiten an ihrem zweiten Album White Light/White Heat (1967) entdeckten sie offenbar ihre Leidenschaft fürs Feedback. Die Musik auf jener Platte ist regelrecht gespickt von Rückkopplungseffekten. Auf einem späteren Soloalbum setzte Reed das Feedback sogar exzessiv ein, um die Auflösung eines Plattenvertrags zu erzwingen.
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Später diente die akustische Rückkopplung auch und vor allem im Indie-Rock als beliebtes Stilelement. Für Bands wie die Pixies, Diamond Head und Mission of Burma war der Effekt ein Mittel, um sich in puncto Sound vom Mainstream abzugrenzen.

Lesetipp: Du willst deine eigene Musik aufnehmen? Lies dazu unseren Ratgeber!

Echo während des Videocalls: So minimierst du die Störgeräusche

Nicht nur auf der Bühne und im Tonstudio können akustische Störgeräusche für genervte Gemüter sorgen, sondern auch im Homeoffice. Genauer gesagt: während eines Videocalls. Hier entstehen bei vielen Nutzern regelmäßig Echos, was die Gesprächsqualität erheblich beeinträchtigt. Was dahintersteckt, ist schnell erklärt: Das Mikrofon nimmt den Sound eines Lautsprechers auf und der Ton wird daraufhin erneut wiedergegeben. Es kommt zu einer Endlosschleife – und im schlimmsten Fall zu einem schrillen Pfeifen, das an eine klassische Rückkopplung erinnert.

Doch wie lassen sich die Echos beim Videocall minimieren? Die folgenden Tipps dürften das Problem lösen (oder zumindest erträglicher machen):

  • Nutze für deine Calls ein hochwertiges Mikrofon, das über eine Echo-Cancellation-Funktion verfügt. Mit dieser lassen sich Echos automatisch unterdrücken.
  • Deaktiviere die Funktion „Mikrofonverstärkung“ über die Systemsteuerung, sofern du einen Laptop mit integrierter Soundkarte nutzt.
  • Reduziere die Lautstärke deiner Speaker oder verwende für die Audioausgabe ein Headset.
  • Sorge für einen möglichst großen Abstand zwischen Mikrofon und Lautsprecher.
  • Wenn die Wand in deinem Arbeitszimmer keinen Schall absorbiert, solltest du entsprechende Vorkehrungen treffen. Akustikvorhänge beispielsweise können wahre Wunder bewirken.

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Fazit: Wie du Rückkopplungen bändigst

  • Der Rückkopplungseffekt entsteht, wenn ein Mikrofon den Schall eines Lautsprechers empfängt, und äußert sich in der Regel durch einen schrillen Pfeifton.
  • Durch den Einsatz von Richtmikrofonen, der richtigen Ein- und Ausrichtung der Lautsprecher oder professionelle Filter lässt sich das Feedback vermeiden.
  • Echos bei Video-Calls verhinderst du durch Maßnahmen wie Echo-Cancellation oder ein Headset.

Bild 1: ©Forja2 Mx. Unsplash. Unsplash License

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Teufel Blog Redaktion

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