THE ROCKY HORROR PICTURE SHOW NELL CAMPBELL aka LITTLE NELL, TIM CURRY as Dr Frank-N-Furter, PATRICIA QUINN THE ROCKY HORROR PICTURE SHOW Date: 1975.
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Time Warp in die 70er: 50 Jahre „Rocky Horror Picture Show“

Zuletzt aktualisiert:

26.10.2026

Die Rocky Horror Picture Show ist seit 1975 Kult – dank schriller Figuren, mitreißender Rocksongs und legendärer Mitternachtsvorstellungen, bei denen das Publikum selbst Teil der Show wird. Doch was macht den schrägen Musicalfilm bis heute so besonders? Wir verraten dir, welche Songs du kennen solltest, was hinter dem Kult steckt und wo du 2026 in Berlin mitfeiern kannst.

Von der Bühne auf die Leinwand: Wie alles begann

1973 feierte das Musical The Rocky Horror Show in London Premiere. Zwei Jahre später wurde es als The Rocky Horror Picture Show verfilmt. Das Debüt ist zunächst gefloppt. Das Publikum blieb zur Primetime größtenteils aus. Doch in den Mitternachtsvorstellungen entwickelte das B-Movie sich zum Happening. Shadow Casts, die die Szenen live vor der Leinwand nachspielten, Zwischenrufe (Callbacks), Requisiten und die Time-Warp-Choreo machten das gemeinsame Kinoerlebnis aus. Plötzlich war es weit mehr als nur ein Kinofilm: Die Zuschauenden waren aktiv Teil der Show. Und das war der Durchbruch.

Rocky Horror Picture Show in 4K und Dolby Atmos

Zum 50-jährigen Jubiläum 2025 wurde die Rocky Horror Picture Show aufwendig in 4KIm neuen Tab öffnen restauriert und mit einer neuen Dolby-Atmos-Tonspur veröffentlicht. Die Ultra-HD-Blu-ray bringt den Kultfilm mit kräftigen Farben, mehr Bilddetails und räumlichem Sound ins Heimkino. Wer den Film lieber gemeinsam mit anderen Fans erlebt, kann sich auch bei Mitternachtsvorstellungen und Live-Shadow-Casts ins Geschehen stürzen.

Die Story in kurz

Brad und Janet, ein brav-biederes Vorstadtpaar kurz vor der Hochzeit, suchen nach einer Autopanne mitten im Nirgendwo nach Hilfe und landen im Schloss von Dr. Frank‑N‑Furter. Dort erschafft Frank gerade seinen idealen Partner Rocky – ein naiver Muskel‑Adonis – und inszeniert eine Nacht aus Labor‑Show, Begehren und Kontrollverlust. Für Brad und Janet kippt Prüderie in sexuelle Selbstbestimmung und sie werden Teil der Rocky Horror Picture Show.

Für die queere Community war der Camp-Klassiker früh mehr als Kult: Sie war ein Safe Space im Kinosaal. Dr. Frank‑N‑Furter verschiebt und spinnt Utopien. Das Motto „Don’t dream it, be it“ ist gelebte Gender‑Performance gegen die Norm. Dass Magenta und Riff Raff als Ambivalenz‑Figuren der Rocky Horror Picture Show enden, erzählt nebenbei von Macht, Begehren und Müdigkeit – und davon, dass Befreiung nie linear ist. Denn aus Mitspielern des Exzesses werden sie zur Ordnungsmacht, die Grenzen zieht, Kontrolle übernimmt und den Morgen erzwingt.

Kino-Feeling in den eigenen vier Wänden mit Teufel

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Der Moviecast von 1975: Kultbesetzung in Netzstrümpfen

FigurSchauspieler:inBeschreibung
Dr. Frank-n-FurterTim CurryHalb Wissenschaftler, halb Glam-Ikone – Frank-n-Furter spielt nicht nach Regeln, sondern erfindet neue. Mit Charme, Reizen und Chaos zieht er Brad und Janet in seinen Bann. Ohne ihn? Kein Wahnsinn, keine Show, kein gar nichts.
Brad MajorsBarry BostwickDer Inbegriff von Spießer-Vibes. Doch je länger er im Schloss ist, desto mehr bröckelt seine Fassade. Was bleibt, ist ein neugieriger Typ, der merkt: Sicherheit ist überbewertet, Erfahrung ist alles.
Janet WeissSusan SarandonAnfangs schüchtern, am Ende eine Wucht. Janet entdeckt im Schloss nicht nur ihre Stimme, sondern auch ihre Lust. Sie wird zur Hauptfigur ihrer eigenen Story – mutig, laut, kompromisslos.
Riff RaffRichard O’BrienDer unheimlichste Butler seit jeher. Riff Raff redet wenig, sieht alles und spielt sein eigenes Spiel. Wenn er auf der Leinwand erscheint, ist sicher: Hier läuft was im Hintergrund – und das wird nicht gut ausgehen.
MagentaPatricia QuinnRiffs Schwester, ebenso still wie schlau. Magenta hat einen Blick, der so intensiv, durchdringend und beobachtend ist, dass es sich anfühlt, als würde sie nicht nur Oberflächen sehen, sondern Gedanken, Absichten oder die wahren Gefühle anderer Figuren erkennen.
ColumbiaNell CampbellPailletten, Pathos und ein zerbrechliches Herz – Columbia ist die tragische Party-Queen des Schlosses. Ihre Nummern funkeln, aber unter der Oberfläche brodelt’s. Fanliebe hat eben ihren Preis.
RockyPeter HinwoodDer schönste Mann, der nie darum gebeten hat, erschaffen zu werden. Muskelpaket mit Babyblick. Er wird zur Projektionsfläche für Sehnsüchte, Machtfantasien und Frust. Kein Wunder, dass er irgendwann platzt.
EddieMeat LoafKommt auf dem Motorrad, geht in den Kühlraum – Eddies Auftritt ist kurz, laut und unvergessen. Rock’n’Roll in Person, mit mehr Vergangenheit, als es der Szene lieb ist.
Der ErzählerCharles GrayDer Einzige mit Anzug und trockenen Kommentaren. Der Kriminologe erklärt, ordnet und bleibt dabei genauso verrückt wie der Rest – nur eben mit British Understatement.

Was hat es mit dem Time Warp auf sich?

Der Time Warp ist nicht nur der bekannteste Song der Rocky Horror Picture Show, sondern auch ihr Moment der totalen Eskalation. Waren Janet und Brad eben noch Zuschauende, werden sie mit diesem Song Teil der Performance. Der Text? Ironisch, wild, eine Anleitung zum Ausbrechen. Bewegung, Zeit, Lust – alles wird verdreht, alles ist erlaubt. Mit diesem Song ist klar: Ab jetzt gibt’s keine Normalität mehr. Beim Time Warp macht auch das Publikum mit. Die folgenden Ausrufe orientieren sich an der Tanzanleitung im Song und werden bei vielen Aufführungen begeistert mitgerufen:

  • „Again!“ – nach dem Refrain
  • „With your hands on your hips!“ – als Chor-Echo
  • „Pelvic thrust!“ – gemeinsam gerufen
  • „Jump to the left!“ – als Count-in
  • „Knees in tight!“ – für extra Energie

Songs & Soundtrack – die komplette Trackliste

Neben dem Time Warp gibt es natürlich noch viele weitere wunderbare Songs. Der The Rocky Horror Picture Show-Soundtrack ist ein wahrer Camp‑Kanon. Hier die Stücke des Films in ihrer Handlungsreihenfolge:

TitelSzene/FunktionLead Stimme
Science Fiction/Double FeatureOpener, Kinomythen PrologRichard O’Brien (Stimme; ikonische Lippen im Bild)
Dammit, Janet!Verlobung, NaivitätspostkarteBrad & Janet
Over at the Frankenstein Place (There’s a Light)Weg zum SchlossBrad, Janet, Riff Raff & Magenta
The Time WarpBegrüßungsritualRiff Raff, Magenta, Columbia (+ Ensemble)
Sweet TransvestiteFrank betritt die BühneFrank-n-Furter (Tim Curry)
The Sword of DamoclesRockys „Geburtslied“Rocky
I Can Make You a ManFranks Pygmalion ArieFrank-n-Furter
Hot Patootie – Bless My SoulEddie crasht das LaborEddie (Meat Loaf)
I Can Make You a Man (Reprise)Frank setzt nachFrank-n-Furter
Touch a, Touch a, Touch a, Touch MeJanets ErwachenJanet
EddieRückblick auf Eddies VergangenheitRückblick auf Eddies Vergangenheit
Planet, Schmanet, Janet (Wise Up, Janet Weiss)Frank greift durchFrank N Furter
Rose Tint My World (Floor Show)Finale Suite – Teil 1Columbia, Rocky, Brad, Janet
Don’t Dream It, Be ItFinale Suite – Teil 2Frank-n-Furter (+ Ensemble)
Wild and Untamed ThingFinale Suite – Teil 3Frank-n-Furter
I’m Going HomeFranks letzte BalladeFrank-n-Furter
Super HeroesAftermathBrad & Janet (Ensemble)
Science Fiction/Double Feature (Reprise)AbspannEnsemble

Gut zu wissen: „Once in a While“ wurde mit Barry Bostwick aufgenommen, die Szene jedoch aus der Kinofassung entfernt. Auf späteren Soundtrack-Editionen ist das Lied als Bonus enthalten.

Rocky Horror Show mit Teufel anhören wie live

▶ CINEBAR 22 Power Edition für Dolby Atmos „5.1-Set“Im neuen Tab öffnen: Ob Dr. Frank singt oder der Time Warp durchs Wohnzimmer schallt: Diese SoundbarIm neuen Tab öffnen bringt mit Dolby Atmos und DTS räumlichen Klang ins Heimkino. Seitliche Lautsprecher erzeugen über Raumreflexionen einen Surround-Eindruck, während der kraftvolle T 10 Mk2 Subwoofer für ordentlich Bass sorgt. Für noch mehr Mittendrin-Gefühl lässt sich das System mit kabellosen Rear-Lautsprechern erweitern.

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Können auch Dolby Atmos:

Rocky Horror in Berlin: live & auf der Leinwand

OrtSpielzeitenHinweis
Babylon BerlinIm neuen Tab öffnen31.10., 23:00 Uhr
04.11., 19:30 Uhr
Originalfilm mit Live-Shadow-Cast, Mitsingen und Mitmachen erwünscht; keine Wurf-Requisiten
Weitere Infos zum Screening
Zeiss-GroßplanetariumIm neuen Tab öffnen30.10., 22:20 Uhr
31.10., 22:20 Uhr
Originalfilm im Planetariumskino, englische Sprachfassung
Weitere Infos zum ScreeningIm neuen Tab öffnen

5 Fun Facts zur Rocky Horror Picture Show

Du glaubst, du kennst die Rocky Horror Picture Show in- und auswendig? Diese kuriosen Fakten über den Kultfilm dürften selbst eingefleischte Fans überraschen:

  • Rocky konnte gar nicht richtig singen: Peter Hinwood, der den muskulösen Rocky spielte, sang seine Songs nicht selbst. Stattdessen übernahm Sänger Trevor White seine Gesangsparts im Film.
  • Die berühmten Lippen gehören Magenta: Die knallroten Lippen im Vorspann stammen von Patricia Quinn, die im Film Magenta verkörpert. Zu hören ist allerdings die Stimme von Richard O’Brien, dem Darsteller von Riff Raff.
  • Ein Dreh mit Folgen: Susan Sarandon zog sich während der Dreharbeiten eine Lungenentzündung zu. Gedreht wurde im kalten englischen Winter, teilweise in unbeheizten Gebäuden.
  • Das Gruselschloss gibt es wirklich: Dr. Frank-N-Furters Schloss ist kein reines Filmset. Als Drehort diente das viktorianische Anwesen Oakley Court in England, das auch für andere Horrorfilme genutzt wurde.
  • Eine echte Schockreaktion: Als beim Dinner Eddies Leiche unter der Tischdecke zum Vorschein kommt, ist das Entsetzen der Darsteller teilweise echt. Laut Beteiligten wusste außer Tim Curry niemand, was sich darunter verbarg.

Titelbild: IMAGO Images