Verschiedene Cover-Titel der Jugendzeitschrift Bravo (IMAGO)
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70 Jahre BRAVO: Sieben Jahrzehnte voller Idole, Träume und Musik

Zuletzt aktualisiert:

17.07.2026

Wer in den 80ern, 90ern oder frühen 2000ern aufgewachsen ist, kennt wahrscheinlich dieses Gefühl: die BRAVO kaufen, durchblättern, Poster aufhängen. Seit 1956 begleitet das Magazin Jugendliche durch Rock und Pop, kleine Schwärmereien und große Fragen. Zum 70. Jubiläum werfen wir einen Blick zurück.

Vom Filmheft zur Jugendmarke: Wie die BRAVO ihren Ton fand

Als die erste BRAVO am 26. August 1956 erschien, sah sie noch nicht nach dem Jugendmagazin aus, an das sich viele heute erinnern. Auf dem Cover lächelte Marilyn Monroe, im Heft ging es vor allem um Film und Fernsehen. Die Auflage startete mit 30.000 Exemplaren.

Doch es dauerte nicht lange, dann rückte die BRAVO näher an junge Leserinnen und Leser heran. Griff ihre Interessen auf und gab dem Heft bald den Untertitel „Die Zeitschrift mit dem jungen Herzen“. Am Anfang standen deutsche Schlagerstars im Rampenlicht, dann kamen Elvis Presley, die Beatles und die Rolling Stones – später Punk, Hip-Hop und vieles mehr. Und mit ihnen ein Sound, der für viele Jugendliche nach Aufbruch klang.

Rund um die Wiedervereinigung erreichte die BRAVO ihre größte Schlagkraft. Bis zu 1,7 Millionen Hefte wurden verkauft. Jede Woche! Und weil eine Ausgabe selten nur von einer Person gelesen wurde, sondern in Schulklassen, Pausenräumen und Kinderzimmern von Hand zu Hand weiterwanderte, kamen zeitweise bis zu sechs Millionen junge Leserinnen und Leser pro Woche mit ihr in Kontakt.

Damit war die BRAVO zeitweise das meistgelesene Jugendmagazin der Welt. Besonders die späten 80er, die 90erIm neuen Tab öffnen und frühen 2000er passten perfekt zur BRAVO-Maschine. Musikvideos liefen plötzlich im Privatfernsehen, Boybands füllten Hallen und die Popindustrie wusste genau, wie wichtig Jugendmagazine für den nächsten Hype waren. Wer Jugendliche erreichen wollte, kam an der BRAVO kaum vorbei – egal, ob deutscher Popact oder internationale Boyband.

Neben mehreren Ablegern (BRAVO Girl, BRAVO Sport, BRAVO Screenfun, …) gab es sogar eine eigene Musiksendung im Fernsehen. BRAVO TV lief zunächst von 1985 bis 1986 auf Sat.1, dann ab 1993 im zweiten Anlauf auf RTL II, und zwar zunächst sehr erfolgreich immer am Sonntagnachmittag. Moderiert wurde die Sendung unter anderem von Heike Makatsch, Jasmin Gerat und Enie van de Meiklokjes. Nach einigem Auf und Ab und mehreren Senderwechseln (ZDF, ProSieben) wurde BRAVO TV allerdings im Mai 2007 eingestellt.

Dr. Sommer und die Foto-Love-Story

Neben den Stars, der Musik und Pop-Kultur, neben den Postern und legendären Starschnitten (nur keine Ausgabe verpassen!) gab es noch eine zweite BRAVO-Welt. Und in der drehte sich alles um Liebe, Körper und Unsicherheiten. Denn viele Jugendliche lasen die BRAVO auch wegen der Dr.-Sommer-Seiten, manchmal offen, meist aber eher heimlich. Fragen zu Sex, Verhütung, Scham, Verliebtsein oder Selbstzweifeln fanden dort einen Platz, den Schule und Elternhaus oft nicht boten.

Das machte die Rubrik einzigartig. Die BRAVO sprach Themen aus, über die viele Erwachsene lieber schwiegen. Wer sich mit dem eigenen Körper fremd fühlte oder beim ersten Verliebtsein komplett den Kompass verlor, bekam zumindest eine Antwort. Nicht immer perfekt, aber immerhin direkt.

Gleichzeitig liest man vieles heute kritischer. Manche Texte spitzten stark zu, manche Bilder hätten weniger nackte Haut gebraucht, manche Rollenbilder passten sehr eng in ein heterosexuelles Jungs-Mädchen-Schema. Auch die Foto-Love-Story erzählte Liebe oft eher wenig realistisch, sondern mit viel Dramatik: große Blicke, Eifersucht, Tränen, Kuss – abenteuerliche Geschichten mit möglichst spektakulären Szenen, dazu gedacht, dass die Fans auch in der folgenden Woche die BRAVO kaufen, um zu erfahren, wie es weitergeht.

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Streamingtipps: Dokus zu 70 Jahre BRAVO

Wer noch tiefer in die Welt der BRAVO eintauchen will, findet in der ARD Mediathek die dreiteilige Doku-Reihe „Headlines, Hypes & Herzschmerz“. Sie schaut zum einen auf die Markenzeichen der Zeitschrift, zum anderen auch auf die Mechanismen hinter dem Heft.

Ehemalige BRAVO-Macher, Stars und Zeitzeugen erzählen, wie stark das Magazin Karrieren prägen konnte – und wie eng Popindustrie, Managements und Medien damals zusammenspielten. Die Doku bleibt dabei nicht im reinen „Ach, war das schön“-Modus hängen, sondern fragt auch, welche Bilder von Liebe, Ruhm, Körpern und Rollen die BRAVO über Jahre mitgezeichnet hat.

RTL widmet dem Jubiläum ebenfalls eine große Rückschau: In „70 Jahre BRAVO – Das große Jubiläum“ öffnet der Sender das Archiv des Magazins und blickt auf die wechselvolle Geschichte von Stars, Rubriken und Schlagzeilen zurück. Zu Wort kommen unter anderem Jeanette Biedermann, Angelo Kelly, Oli P., Eloy de Jong, Thomas Anders sowie Smudo und Michi Beck von den Fantastischen Vier. Die 150-minütige Doku ist bei RTL+ verfügbar.

Der Soundtrack bleibt: Radios und CD-Radios von Teufel

BRAVO ohne Musik? Schwer vorstellbar. Und wer noch irgendwo alte „BRAVO Hits“-Compilations im Regal stehen hat, muss sie nicht zum Deko-Objekt erklären. Ob CD, Digitalradio, Streaming oder Bluetooth: Heutzutage ist es so einfach wie nie, auf eine eigene musikalische Zeitreise zu gehen und in die besten Hits der 80er, 90er und 2000er nochmal zu genießen.

Hilft dir immer gern in der Küche: Die MUSICSTATION.

MUSICSTATION: Für alle, die CD, Radio und Streaming nicht gegeneinander ausspielen wollen. Die MUSICSTATION spielt Musik von CD und USB, empfängt Digitalradio sowie UKW und bietet auch Streaming-Optionen. Perfekt, wenn du alte Compilations wiederentdecken und danach direkt zur aktuellen Playlist springen willst.

RADIO 3SIXTY: Wenn du Radio liebst, aber beim Klang keine Mini-Lösung möchtest, passt das RADIO 3SIXTY gut ins Bild. Es verbindet DAB+, Internetradio, FM, Bluetooth und Streaming in einem kompakten Gerät – praktisch für Küche, Wohnzimmer oder Homeoffice.

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Mehr Auswahl findest du in der Kategorie Digitalradios mit DAB+ und Bluetooth im Teufel Shop.

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Heute übernimmt Social Media die Rolle

Ab Mitte der 2000er verschob sich die Medienwelt spürbar. Castingshows machten junge Menschen vor laufender Kamera zu Stars. Später übernahmen soziale Netzwerke vieles, was früher Jugendmagazine leisteten: Nähe herstellen, Sehnsüchte bedienen, Images formen und ein bisschen Privatheit vorspielen.

Die BRAVO steht heute nicht mehr im Zentrum der Popkultur wie früher. Die Auflage des mittlerweile monatlich erscheinenden Magazins liegt bei unter 48.000 Heften – ein Bruchteil der früheren Reichweite. Sie begleitet weiterhin Jugend-Themen, bestimmt aber kaum noch, worüber auf dem Schulhof oder im Feed gesprochen wird. Dafür laufen Hypes wie K-PopIm neuen Tab öffnen inzwischen zu schnell und auf zu vielen Social-Media-Plattformen gleichzeitig.

FAQs zu 70 Jahren BRAVO

Wann erschien die erste BRAVO?

Die erste BRAVO erschien am 26. August 1956. Damals trug sie noch den Untertitel „Zeitschrift für Film und Fernsehen“, zeigte Marilyn Monroe auf dem Cover und richtete sich stärker an Film- und Fernsehfans als an die spätere Teenager-Zielgruppe.

Warum spielte Musik für die BRAVO so eine große Rolle?

Musik machte die BRAVO für Jugendliche besonders greifbar. Das Magazin zeigte Stars nicht nur in kurzen Meldungen, sondern baute ganze Fanwelten um sie herum: mit Interviews, Postern, Starschnitten, Tourberichten und später auch „BRAVO Hits“. So wurde die BRAVO für viele zum Begleiter beim Entdecken neuer Bands und Popstars.

Was macht die BRAVO heute anders als früher?

Früher bündelte die BRAVO viele Trends im Heft und bestimmte stärker mit, worüber Jugendliche sprachen. Heute entstehen Hypes schneller über TikTok, Instagram, YouTube und Streaming. Die BRAVO begleitet Pop- und Creator-Kultur weiterhin, setzt Trends aber nicht mehr so stark wie in ihrer Hochphase.