Gudrun Gut live auf der Bühne mit Laptop und Mikrofon bei einer elektronischen Performance im roten Bühnenlicht.
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First Ladies of Cinema: Gudrun Gut

Zuletzt aktualisiert:

05.03.2026

Als sich Ende der 1970er-Jahre die Berliner Underground-Szene formierte, wollte Gudrun Gut eigentlich Experimentalfilme drehen. Stattdessen wurde sie zu einer der prägendsten Figuren der deutschen Avantgarde-Musik – ohne ihren filmischen Blick je zu verlieren. Sie gründete Bands und Labels, komponierte Filmmusiken und kehrte zuletzt mit einer eigenen Mini-Serie vor die Kamera zurück. Trotz ihres nachhaltigen Einflusses blieb ihr Name lange außerhalb der Szene unter dem Radar. In unserer „First Ladies“-Reihe rücken wir eine Pionierin ins Licht, die Sound und Bild konsequent zusammendenkt. 

Gudrun Gut: Von der Kunststudentin zur Klangpionierin 

Gudrun Gut wurde 1957 geboren und wuchs in der Lüneburger Heide auf. 1975 zog sie nach Berlin, um an der Hochschule der Künste visuelle Kommunikation zu studieren. Ihr ursprünglicher Plan: Experimentalfilmerin werden. Doch schnell wurde ihr klar, wie schwer es war, sich in diesem Bereich durchzusetzen. Als der PunkIm neuen Tab öffnen in West-Berlin explodierte, entschied sie sich für den direkteren Weg – sie gründete eine Band. 

Sie war frühes Mitglied der Band „Einstürzende Neubauten“ und Mitgründerin von „Mania D“, „Malaria!“ und „Matador“. Diese Projekte prägten die Berliner Post-Punk-Szene maßgeblich. 

Schon damals zeigte sich ihr multidisziplinärer Ansatz: Sie spielte SchlagzeugIm neuen Tab öffnen und SynthesizerIm neuen Tab öffnen, entwickelte visuelle Konzepte und dachte Musik stets im Zusammenspiel mit Raum, Performance und Bild. Der Film verschwand aber nie ganz aus ihrem Denken. 

Zwischen Film und Sound: Eine visuelle Denkerin 

In den 1990er-Jahren begann Gudrun verstärkt, Filmmusiken zu komponieren, Videos zu produzieren und Hörspiele zu realisieren. Ihre Arbeit bewegte sich zunehmend zwischen elektronischem Sounddesign und visueller Dramaturgie. 

Ein besonderer Schritt zurück ins filmische Erzählen gelang ihr 2023 mit der Mini-Serie GUT, die für die ARD Mediathek entstand. Gemeinsam mit Regisseur Heiko Lange entwickelte sie ein dreiteiliges autobiografisches Format, in dem sie selbst als Protagonistin auftritt – als Musikerin, Produzentin, Mutter und Netzwerkerin. 

Die Serie führt in ihre Datscha in der Uckermark und verbindet Alltag, Kunst und Reflexion. Entstanden ist ein intimes Porträt einer Frau, die sich über vier Jahrzehnte in einer männlich dominierten Branche behauptet hat, ohne ihre künstlerische Unabhängigkeit aufzugeben. 

Wie atmosphärisch und bildstark diese Annäherung ausfällt, zeigt der offizielle Trailer zur Mini-Serie: 

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Gudrun Gut selbst beschreibt die Arbeit am Film als inspirierend – sie habe den Teamgeist des Mediums neu entdeckt und arbeite bereits an weiteren filmischen Ideen. Der Kreis schließt sich: Der ursprüngliche Traum vom Experimentalfilm ist nie verschwunden, er hat sich nur transformiert. 

Von der Szene-Ikone zur globalen Impulsgeberin 

Parallel zu ihrer Musik baute Gudrun Gut eigene Strukturen auf. Sie gründete die Labels Monika Enterprise und Moabit Musik, die insbesondere Künstlerinnen im elektronischen BereichIm neuen Tab öffnen fördern. 

Mit Thomas Fehlmann moderierte sie über Jahre hinweg die Radiosendung Ocean Club auf Radio Eins. Sie kuratiert Festivals, organisiert Workshops und initiierte mit „Monika Werkstatt“ ein kollaboratives Format, das Improvisation, Austausch und weibliche Perspektiven in den Mittelpunkt stellt. 

2019 erhielt sie für ihr Engagement den „Listen to Berlin Award“. Ihr Soloalbum Moment (2018) wurde international gefeiert und zeigte eindrucksvoll, dass sie sich stilistisch immer wieder neu erfindet. Heute lebt und arbeitet sie zwischen Berlin und Brandenburg, bleibt aber weltweit auf Bühnen präsent – als Musikerin, Kuratorin und Impulsgeberin. 

Wie sie selbst auf die Entwicklung des „Berlin Sound“ blickt, erzählt sie im ARD-Talk Berlin Sounds Inside

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Teufel-Sound für dein Heimkino 

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Feministische Netzwerkerin mit Haltung 

Was Gudrun Gut so besonders macht, ist nicht nur ihr künstlerisches Werk, sondern ihr Engagement hinter der Bühne. Während viele Karrieren im Rampenlicht enden, baute sie konsequent Netzwerke auf. Ihre Labels veröffentlichen seit Jahrzehnten Musik von Künstlerinnen, die im Mainstream kaum Beachtung finden. Ihr Ansatz ist leise, aber nachhaltig: Räume schaffen, Verbindungen knüpfen, Sichtbarkeit ermöglichen. 

Innovation in Musik und Film ist keine männliche Erfolgsgeschichte – sie war es nie. Gudrun Gut steht exemplarisch für eine Generation von Künstlerinnen, die Strukturen verändert haben, ohne sich laut ins Zentrum zu stellen. 

 Mania D 1979 in West-Berlin: Gudrun Gut (Mitte) mit Karin Luner und Bettina Köster auf einem Hügel vor der Berliner Skyline.
West-Berlin, 1979: Mit der Band Mania D schuf Gudrun Gut (Mitte) gemeinsam mit Karin Luner und Bettina Köster einen neuen, radikal weiblichen Sound.

Unsere „First Ladies“ verdienen großen Sound: Bring ihre Geschichten mit Teufel zum Klingen 

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Die wichtigsten Werke von Gudrun Gut 

Seit über vier Jahrzehnten prägt Gudrun Gut die Musikgeschichte – als Bandmitglied, Labelgründerin, Solokünstlerin und zuletzt auch als Protagonistin einer eigenen Filmproduktion. Diese fünf Stationen stehen exemplarisch für ihre künstlerische Entwicklung und ihren anhaltenden Einfluss: 

  • Malaria! (ab 1981): Mitgründung der international erfolgreichen Frauenband, die den Sound der frühen 80er mitprägte. Sie wurde zum Symbol weiblicher Selbstbehauptung im New Wave. 
  • Monika Enterprise (ab 1997): Ihr unabhängiges Label entwickelte sich zu einer der wichtigsten Plattformen für elektronische Künstlerinnen weltweit. Hier zeigt sich Gudrun Gut nicht nur als Musikerin, sondern als kuratierende Visionärin. 
  • I Put a Record On (2007): Ihr erstes Soloalbum markierte einen Wendepunkt. persönlicher, zugänglicher und zugleich experimentell. 
  • Moment (2018): Ein international beachtetes Werk zwischen elektronischer Introspektion und atmosphärischer Klangarchitektur. Das Album unterstreicht ihre Fähigkeit, sich stilistisch immer wieder neu zu erfinden. 
  • GUT (2023): Die autobiografische Mini-Serie für die ARD Mediathek verbindet Film, Musik und Selbstreflexion. Als Co-Regisseurin, Hauptfigur und Komponistin führt Gudrun Gut hier ihre jahrzehntelange Arbeit an der Schnittstelle von Klang und Bild konsequent zusammen. 

Auch wenn diese Auswahl nur einen Ausschnitt ihres umfangreichen Schaffens zeigt, wird deutlich: Gudrun hat Räume geschaffen, in denen künstlerische Unabhängigkeit möglich bleibt. 

Titelbild: ©GanMed64 | Quelle: Wikimedia CommonsIm neuen Tab öffnen
Bild 1: ©Hic et nunc | Quelle: Wikimedia CommonsIm neuen Tab öffnen