Städte erkennt man nicht nur an ihrer Architektur – sie haben auch ihren eigenen Klang. Während Hamburg dank Möwenrufen und Schiffshörnern nach Weite und Aufbruch klingt, wechselt Berlin ständig zwischen dem lauten Größenwahn der breiten Alleen und der fast dörflichen „Ruhe der Hinterhöfe”. Diese akustische Atmosphäre nennen Fachleute Soundscape. Und immer mehr Städte beginnen, ihre Klanglandschaft gezielt zu gestalten.
Was bedeutet Soundscape?
Der Begriff „Soundscape” beschreibt die akustische Umwelt eines Ortes, also die gesamte Klanglandschaft, die aus Verkehr, Stimmen, Naturgeräuschen oder Musik besteht. Lange Zeit lag der Fokus der Stadtplanung vor allem darauf, Lärm zu reduzieren.

Beim Soundscape-Design geht es dagegen um mehr: Welche Klänge machen einen Ort angenehm? Denn eine Stadt muss nicht komplett still sein. Oft entsteht eine gute Atmosphäre erst durch eine ausgewogene Mischung aus Geräuschen, wie etwa Gesprächen, Wasserplätschern oder Naturgeräuschen. Klang wird damit zu einem bewussten Gestaltungselement im Stadtraum.
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Internationale Beispiele für Soundscape Design
In den letzten Jahren hat dieses Konzept auch die Stadtplanung erreicht. Immer mehr Metropolen experimentieren damit, ihre akustische Umgebung bewusst zu gestalten. Wie unterschiedlich das aussehen kann, zeigen einige internationale Beispiele.
Barcelona: Die Superblocks verändern den Klang der Stadt
Besonders deutlich zeigt sich Soundscape-Design in Barcelona. Dort verändert das sogenannte Superblocks-Konzept ganze Viertel der Stadt. Mehrere Häuserblöcke werden zu größeren, verkehrsarmen Bereichen zusammengefasst. Autos fahren nur noch am Rand, während die inneren Straßen hauptsächlich Fußgängern und Fahrrädern gehören.

Die Veränderungen sind nicht nur sichtbar, sondern auch hörbar. Wo früher Motorengeräusche dominierten, prägen heute Gespräche, Kinderlachen und Fahrräder die Klanglandschaft. Plätze werden zu Aufenthaltsorten – und die Stadt präsentiert sich plötzlich deutlich menschlicher.
Guangzhou: Klangplanung in der Megacity
Die Blockstruktur nutzt auch die chinesische Metropole Guangzhou. Ein zentraler Unterschied zu vielen europäischen Städten liegt im Maßstab der Planung. Mit über 15 Millionen Einwohnern gehört Guangzhou zu den am schnellsten wachsenden Metropolen der Welt. Während Städte wie London oder Barcelona oft einzelne Quartiere optimieren, arbeitet Guangzhou mit flächendeckenden Lärmkarten für die gesamte Stadt. Straßenverkehr, Metrotrassen, Industriegebiete und Flughäfen werden dabei systematisch erfasst. Diese Daten bilden die Grundlage für neue Stadtentwicklungsprojekte.

Bei großen Entwicklungsprojekten kommen zudem akustische Simulationen in Form von Auralisation (computergestützte Simulation) zum Einsatz. Noch bevor ein neues Viertel gebaut wird, können Planer hören, wie sich der Klang zwischen Hochhäusern, Straßen und Grünflächen später entwickeln könnte. In einer Megacity wie Guangzhou wird Soundscape so zu einem integralen Bestandteil der langfristigen Stadtplanung.
Singapur: Acoustic Parks als urbane Rückzugsorte
Noch systematischer geht Singapur vor. Die Stadt verfolgt einen Ansatz, der häufig als Strategic Acoustic Urbanism bezeichnet wird. In sogenannten Acoustic Parks werden Vegetation und Wasserflächen gezielt eingesetzt, um Verkehrslärm zu maskieren. Das kontinuierliche Rauschen von Wasser oder Blättern kann störende Geräusche überdecken und so eine angenehmere Klangatmosphäre schaffen.

Ein spektakuläres Beispiel ist Gardens by the Bay (siehe Titelbild) Die künstlichen „Supertrees“ und Wasserinstallationen erzeugen eine konstante Geräuschkulisse von etwa 50 bis 60 Dezibel – genug, um den deutlich lauteren Verkehrslärm der Umgebung wahrnehmbar zu überdecken. Der Effekt beruht auf einem psychoakustischen Prinzip ähnlich dem ANC: Das menschliche Gehirn nimmt gleichmäßige Naturgeräusche wie Wasserrauschen oder Wind deutlich angenehmer wahr und blendet gleichzeitig chaotischere Geräusche wie Straßenverkehr stärker aus. Statt mechanischer Lärmschutzwände entsteht so eine Art natürliche Klangmaskierung, bei der der Park akustisch ruhiger wirkt, als es die tatsächlichen Messwerte vermuten lassen.
Darüber hinaus verfolgt Singapur ein Konzept, das oft als Biophilic Sound Design beschrieben wird. In neuen Stadtteilen wie Punggol Eco-Town sollen Naturklänge bewusst Teil der urbanen Klanglandschaft werden. Teiche, Wasserläufe und begrünte Räume fördern Vogelpopulationen und schaffen eine akustische Atmosphäre, in der natürliche Geräusche stärker präsent sind als Verkehrslärm.
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Ausblick: In München wird der Soundscape der Zukunft erforscht
- CitySoundscapes-Projekt: Forschende der LMU, der TU München und weiterer Institute untersuchen, wie Klang, Biodiversität und Gesundheit in Städten zusammenhängen.
- Stadt als Reallabor: In Vierteln wie Au, Harlaching und Neuperlach analysieren sie urbane Klanglandschaften – durch Messungen, Soundwalks und KI-gestützte Auswertung großer Klangdatensätze.
- Ziel der Forschung: Grünflächen und öffentliche Räume künftig so gestalten, dass Städte nicht nur gut aussehen, sondern auch angenehm klingen.
Häufige Fragen rund um Soundscape
Der Begriff Soundscape beschreibt die akustische Umwelt eines Ortes – also die gesamte Klanglandschaft aus Verkehr, Stimmen, Naturgeräuschen oder Musik. Entscheidend ist nicht nur die Lautstärke, sondern wie Menschen diese Geräusche wahrnehmen.
Grünflächen beieinflussen die Klanglandschaft einer Stadt, indem sie Geräusche abschwächen und streuen. Gleichzeitig erzeugen Naturklänge wie Wind in Bäumen oder Vogelstimmen eine angenehmere akustische Atmosphäre, die Verkehrslärm teilweise überdecken kann.
Ja. Stadtplaner nutzen dafür Lärmkarten, Verkehrsplanung, Grünflächen oder Wasseranlagen. Ziel ist nicht absolute Stille, sondern eine ausgewogene Mischung aus angenehmen und lebendigen Geräuschen.
Als angenehm empfinden viele Menschen gleichmäßige, natürliche Geräusche wie Wasserrauschen, Wind in Bäumen oder Vogelstimmen. Sie wirken weniger stressig als monotone Dauergeräusche wie dichter Verkehr.
Titelbild: IMAGO-ImagesIm neuen Tab öffnen
Bild 1: ©Peter Olexa| Quelle: PixabayIm neuen Tab öffnen; Bild 2: ©Aleksandar Pasaric| Quelle: PexelsIm neuen Tab öffnen; Bild 3: ©達安 葉 | Quelle: PexelsIm neuen Tab öffnen.; Bild 4: ©Elina Sazonova| Quelle: PexelsIm neuen Tab öffnen.







