Interview mit einer Legende: Glenn Hughes

Rocklegende Glenn Hughes war in Berlin, um sein im September erscheinendes Album zu promoten. Dabei traf Glenn im Teufel Flagshipstore das „Who is Who“ der Berliner Musikjournalisten, welche sich für Interviews mit Glenn die Klinke in die Hand gaben. Die Redaktion vom Teufel Blog nutzte die Gelegenheit ebenfalls, um den renommierten Sänger und Bassisten zu treffen.

Deep Purple und Black Sabbath – zwei Bands von Weltformat, die keiner mehr vorstellen muss. Der Brite Glenn Hughes prägte beide Bands und widmet nun mehr Zeit seinen eigenen Projekten, allem voran seiner Band Black Country Communion [Anm.: zusammen mit Joe Bonamassa, für viele der derzeit beste Gitarrenspieler]. Glenn zeigte sich während des Interviews gut gelaunt und plauderte ausführlich über seine Kindheit, das Geheimnis seiner Stimme und seine zukünftigen Projekte.

TEUFEL: Glenn, vielen Dank fürs Vorbeischauen. Schön, dass du Zeit für uns hast. Wir haben natürlich im Vorfeld unseres Interviews über dich recherchiert und dabei herausgefunden,  dass du nach dem berühmten Big-Band-Boss Glenn Miller benannt wurdest und dass du als Kind Posaune gespielt hast…

Glenn: …ja, das stimmt.

Teufel: Glenn, wie wurdest du der Künstler, der du heute bist?

Glenn: Mit 11 habe ich im Schulorchester die Posaune gespielt und lernte dabei, Noten zu lesen. Das fiel mir ausgesprochen leicht. In Mathe dagegen, da war ich nicht gut. Ich war eigentlich in keinem Fach richtig gut, außer im Musikunterricht. Hier war ich vielleicht sogar der Beste der gesamten Schule, hab aber mein Talent noch nicht wirklich begriffen.

Dann kam dieser eine Tag im Jahre 1963, an dem ich zum Abendbrot mit meinen Eltern nach Hause kam und den Fernseher an machte. Zufällig liefen dort gerade die damals noch nicht sehr bekannten Beatles mit ihrem Song „Twist and Shout“. Ich sah also zum erstenmal die Beatles und war sofort unglaublich begeistert.

Die Posaune kam in die Ecke, denn die nächsten sechs Monate lernte ich Gitarre spielen. Dann fragte ich meine Mutter, ob ich eine Gitarre zu Weihnachten bekommen kann. Und obwohl meine Eltern aus der Arbeiterklasse kamen und kaum Geld hatten, sparten sie sich das nötige Geld vom Munde ab, um mir meine erste Gitarre zu schenken. Denn alles, was ich von diesem Tag an wollte war, Gitarre zu spielen.

TEUFEL: Du wurdest bereits eine Legende, als du mit Deep Purple und Black Sabbath in den 70er und frühen 80er Jahren gespielt hast. Wie würdest du diese Jahre rückwirkend einschätzen?

Glenn: Nun, es war schon eine verrückte Zeit, als ich quasi über Nacht zum Superstar wurde. Am Anfang meiner Karriere hatte sich noch niemand aus der Öffentlichkeit um mich geschert, doch als ich zu Deep Purple kam, war ich ein sofort anerkannter Superstar. Doch ich habe damals nicht wirklich darauf geachtet, dass sich mein Ruhm auch finanziell lohnt. Ich wollte nur lernen, wie man musikalisch vorankommt.

TEUFEL: Als wir uns deine späteren Werke mit Black Country Communion und von mit deinem letzten Soloalbum Resonate anhörten, war es bemerkenswert, wie gut in Form deine Stimme ist. Es ist fantastisch, wie du so viel positive Energie rüberbringst. Wie machst du das? Was ist dein Geheimnis?

Glenn: Das wichtigste [Geheimnis] ist: ich habe überhaupt keine Angst vorm Singen. Meiner Meinung nach sind wir als Menschen von hundert Formen der Angst getrieben. Doch wenn ich auf der Bühne stehe, dann spüre ich einfach keine Angst. Das ist ein großes Geschenk und ich spüre, dass mir dieses Talent von jemandem gegeben wurde, der größer ist, als alle anderen auf dieser Welt. Darüber bin ich einfach nur glücklich. Das Atmen ist beim Singen sehr wichtig – und wie man damit die Stimme kontrolliert.

Dazu bin ich auch in großen Teilen ein – Entertainer. Ein Entertainer, der genau weiß, was er bei seinem Publikum mit Empfindlichkeit, Aggression oder Drama bewirkt. Mein Freund David Bowie lehrte mich darüber und Prince. Wenn du einmal Prince live gesehen hast, weißt du, er hat genau das gelebt.

TEUFEL: Glenn, wann kommt dein neues Album heraus und kannst du es in einem Wort beschreiben?

Glenn: Am 22. September. Es ist heftig.

Teufel: Heftig? Ok! Wie ordnest du es denn gegenüber anderen Alben von Black Country Communion ein?

Glenn: Eine Fortsetzung. Ich wollte kein anderes Genre haben. Ich wollte die gleichen Themen: Leben, Tod, Angst, Glaube, Treulosigkeit, Akzeptanz – alles Glenn-Hughes-Zeug. Keine Fiktion, keine Hobbits, keine Gremlins, schon gar keine Hexen.

TEUFEL: Da werden deine Fans dieses Album wirklich gut finden…

Glenn: … ja, und  sie werden wissen, dass dies Black Country ist, bevor ich überhaupt beginne, zu singen. Ich habe das für Rock-Fans geschrieben. Dies ist ein Rock-Album, das eindeutig für Rock-Fans geschrieben wurde.

TEUFEL: Glenn, was machst du in naher Zukunft?

Glenn: Ich bin wirklich gerade sehr umtriebig. In diesem Sommer werde ich mit meiner Band auf ein paar Festivals auftreten.

TEUFEL: Gibt es Musiker, mit denen du unbedingt noch zusammenarbeiten möchtest?

Glenn: Meine Freunde fragen mich, ob ich mit ihnen was machen will und so machen wir es dann. Da ist Stevie Wonder dabei, aber auch mit Slash [Anm: Gitarrist Guns N Roses] spiele ich alle 3 oder 4 Monate was und auch mit Steven Tyler [Anm: Frontsänger Aerosmith]. Aber – und das ist mir wichtig zu sagen – nur nüchterne Freunde.

Teufel: Die eine Frage, die wir immer unseren Gästen stellen und das ist besonders interessant bei dir als Musiker lautet: Was hörst du privat?

Glenn: Ich höre jede Art von Musik. Ich höre nicht nur eine Musikform. Ich höre alles. Ich erziehe mich gerne. Ich höre Dinge, die nicht beliebt sind. Ich höre auf Dinge, die neu sind. Ich höre auf Dinge, die klassisch sind. Ich bin ein großer Fan von Musik – alle Formen der Musik.

TEUFEL: Wenn du unterwegs bist, wie hörst du Musik?

Glenn: Nun, ich habe Downloads von allem, was ich interessant finde. Ich nutze viel [Streamingdienste]. Natürlich bekomme ich Zusendungen von Leute aus der ganzen Welt, die mir Sachen schicken. Ich habe mit einer Band aus der Tschechischen Republik namens „Monkey Business“ ein Stück aufgenommen. Die klingen wie eine Band aus New York und die sind die lustigste Sache, die ich je gehört habe.

Ich arbeite auch mit einem Mann namens Reignwolf. Bitte googlet mal „Reignwolf“ und hört es euch an. Es ist ein Mann, der Schlagzeug und Gitarre spielt und gleichzeitig singt. Wer mit Jack White vertraut ist, merkt: es ist Jack White hoch 10.

TEUFEL: Das ist ein toller Tipp für unsere Leser. Glenn, viel Glück mit all deinen bevorstehenden Projekten und vielen Dank für deine Zeit.

Das Interview führte Natalie, welche den englischen Teufel Blog betreut. Es wurde für den deutschen Blog gekürzt.

 

Natürlich haben wir die von Glenn vorgeschlagenen Videos gegooglet. Hier sind sie:

Videos:

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Mehr über Glenn Hughes 

 

Selfie-Time

Handsignierte Meisterwerke.

 

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Teufel Blog Redaktion

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