Teufel Legende im Interview: Markus Romeis

Notizen aus Berlin: Treffen der Legenden

Mit dem Release der neuen Ultima 40 Aktiv hat Teufel nun seine gesamte Ultima Produktpalette erneuert. Aus diesem Anlass haben sich das Teufel Blog Team und die Kollegen von der PR mit dem Technischen Direktor und Teufel Urgestein Markus Romeis getroffen, um über die Legende Ultima, ihre Entwicklungsgeschichte und die Zukunft der Ultima Serie zu plaudern.

Teufel Urgestein Markus im Interview

Teufel Legenden unter sich

Blog Team: Hallo Markus, bei Teufel kennt dich natürlich jeder, du bist ein echtes Urgestein und hast zusammen mit deinem Team schon so manches Produkt erfolgreich auf den Markt gebracht. Stell dich bitte auch unseren Blog Lesern kurz vor!

Markus: Ja, gerne. Ich bin Markus Romeis und schon seit 30 Jahren bei Lautsprecher Teufel. Meine Verantwortung umfasst den gesamten technischen Ablauf der Herstellung eines neuen Produktes.Ich übernehme ein Produkt also nach der Kreation und Spezifikation durch das Team um Teufel Entwicklungschef Simon Schiessl und verantworte die Produkte in der Exekution von der Erstellung der ersten Muster bis zur Massenproduktion.

Aus Feedback lernen, war und ist eine feste Säule des Teufel Erfolges.

Blog Team: Teufel hat ja vor kurzen seine beliebteste Lautsprecher Serie Ultima überarbeitet. Wenn du zurückblickst, wie sind die Ultima eigentlich entstanden?

Markus: Da muss ich etwas weiter ausholen. Also Ende der 1990er und Anfang der 2000er Jahre hatte Teufel seinen größten Absatz im- übrigens bis heute erfolgreichen – Segment der Satelliten/Subwoofer-Systeme. Im Bereich Standboxen hatten wir jedoch noch nicht so richtig Fuß gefasst. Das wollten wir ändern und haben einiges ausprobiert.

Es war ein langer, harter Weg, denn die ersten Ultima Standboxen, Ultima 5 und Ultima 7 hatten optisch und akustisch wenig mit den aktuellen Modellen zu tun und waren, zugegeben, nicht gleich so erfolgreich, wie erhofft. Doch aus Feedback lernen, war und ist eine feste Säule des Teufel Erfolges.

Die Anordnung der Töner ist entscheidend für den besten Klang

Also haben wir uns nach den ersten Rückschlägen zusammengesetzt und überlegt, was wir machen können, um im Standlautsprecher-Markt erfolgreich zu werden. In diesem Prozess ist das grundlegende Design der Ultima entstanden, wie wir sie heute kennen. Typisch für die Ultima sind seitdem die Töner-Anordnung und natürlich der kupferfarbene Mitteltöner. Der Durchbruch kam dann mit der ersten „echten“ Ultima, der Ultima 60. Damit hatten wir voll den Nerv unserer Kunden getroffen, wie uns der große Erfolg zeigte.

Die neuen Ultima 40 in voller Größe.
Standlautsprecher mit Bass-Power dank doppeltem Tieftöner

Blog Team: Du hast gerade eine besondere Töner-Anordnung erwähnt, was macht diese akustisch für die Ultima genau aus?

Markus: Es gibt bei Standlautsprechern grundsätzlich akustische Voraussetzungen, die gegeben sein müssen, damit der Lautsprecher gut klingt. Dies haben wir bei der Ultima konsequent umgesetzt. Das ist zunächst die Anordnung der Treiber: zwei Tieftöner im unteren Bereich und darüber direkt der Hochtöner, dann ganz oben der Mitteltöner. Diese Anordnung führt dazu, dass die Abstrahlachse nicht nach unten zeigt, sondern gerade ist.

Das ist bis heute ein entscheidendes akustisches Qualitätskriterium.

Dem Ideal der Punktschallquelle kommen wir jedoch näher, indem wir die Anordnung umgekehrt realisieren. Das ist bis heute ein entscheidendes akustisches Qualitätskriterium. Bühnenabbildung und die Wiedergabe der Mitten und Höhen wirken damit authentisch. Bei der neuesten Version haben wir uns natürlich auch mit der Klangoptimierung beschäftigt und einen verbesserten Hochtöner verbaut. Dieser sorgt für ein besseren Rundstrahlverhalten, indem wir hier eine neue Linse entwickelt haben. Insgesamt hat sich hierdurch der Hochton verbessert.

Blog Team: Wie konnte die Ultima Serie ihren Erfolg über Jahre hinaus bestätigen?

Markus: Wir haben sehr ausführlich analysiert, was unsere Kunden an dem Lautsprecher lieben. Das sind etwa die Ultima-Klangcharakteristik, ihr markantes Design mit den abgerundeten Ecken und natürlich – der interessante Preis.

Bei der bedachten Weiterentwicklung der Ultima Serie haben wir streng darauf geachtet, diese Dinge nur behutsam zu verändern. Das führt dazu, dass Aspekte, die schon in der ersten Generation von unseren Kunden geliebt wurden auch zwei Versionen später noch vorhanden sind.

Blog Team:  Es ist ja auch noch ein besonders Ultima Familienmitglied hinzugekommen…

Markus: Genau, Ende 2016 haben wir die Ultima Serie um den Aktivlautsprecher Ultima 40 Aktiv erweitert. Es war die logische Reaktion auf den immer stärker werdenden Trend der Aktivlautsprecher, die sich direkt vom Smartphone oder anderen Zuspielern – bei uns sogar dem Fernseher – und ohne den Einsatz eines Stereo- oder AV-Receivers ansteuern lassen. Dieses Konzept ist gut bei unseren Kunden angekommen. Natürlich haben wir besonders darauf geachtet, auch in der Aktiv-Variante die gleiche hohe Klangqualität zu bieten, wie sie unsere Kunden von der passiven Ultima 40 gewohnt sind.

Die neue Ultima 40 Aktiv mit dem neuen Bedienpanel

 

Blog Team:  Wenn man sich bei aktiven Modellen der gängigen Mitbewerber umschaut, fällt auf, dass diese im Gegensatz zur Ultima 40 Aktiv keinen HDMI-Eingang haben, um den TV-Ton zu verstärken? Das ist doch eigentlich naheliegend …

Markus: Der HDMI-Eingang ist das Ergebnis von unserem stetigen Dialog mit unseren Kunden, die sich eine möglichst einfache Verbindung der Aktiv-Box zum Fernseher gewünscht hat. In der ersten Ultima 40 Aktiv war daher schon ein HDMI-Eingang vorhanden – vermutlich eine Premiere in dieser Klasse. Bei der neuen Version gehen wir noch einen Schritt weiter, denn die neuen Ultima 40 Aktiv lassen sich mit unseren kabellosen Rearlautsprechern „Effekt“ zum 4.0-System ausbauen. Und auf Wunsch kann auch noch ein Subwoofer angeschlossen werden.

Ton-Verbindung zum TV? Geht bei der Ultima 40 Aktiv mit HDMI

Blog Team: Der damit mögliche Ausbau auf 4.0 oder 4.1 bedeutet ja eigentlich, dass der im Heimkino für die Sprachverständlichkeit so wichtige Center-Kanal fehlt?

Markus: Nicht wirklich, denn wir haben uns bei der Überarbeitung der Ultima 40 Aktiv sehr intensiv mit dem Thema TV- und Filmton befasst und uns für eine akustische Simulierung des Center-Kanals entschieden. Damit fällt nicht nur ein Lautsprecher physikalisch weg, sondern auch die nicht immer leichte Aufstellung. Die von uns entwickelte Software-Lösung Dynamore Virtual Center simuliert den Center-Kanal. Das funktioniert richtig gut, sodass man den fünften Surround-Lautsprecher gar nicht vermisst.

 

Das sind die Gene von Teufel, unsere DNA

Blog Team: Markus, warum bleibt die Ultima 40 erfolgreich?

Markus: Weil sie beständig sehr guten Hi-Fi-Klang und ein überzeugendes Design zu einem erschwinglichen Preis liefert. Das sind die Gene von Teufel, unsere DNA: Es muss immer gut klingen! Natürlich sollen unsere Lautsprecher auch schön aussehen, nur geben wir dafür nur so viel Geld aus wie nötig. Damit bekommen unsere Kunden für vergleichsweise wenig Investition sehr viel Lautsprecher und sind überrascht vom guten Klang und dem hochwertigen Design – und das spricht sich natürlich herum.

Blog Team: Vielen Dank für das ausführliche Interview.

Stereofonie

 

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Teufel Blog Redaktion

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