Eine Liebesgeschichte zum Welttag des Hörens

Unter Musikern ist Hörverlust ein besonders sensibles Thema und wesentlich weiter verbreitet als viele annehmen. Die häufigsten Ursachen für Hörverlust ließen sich durch besseren Schutz und Aufklärung vermeiden. Darauf will der Welttag des Hörens aufmerksam machen. Unser Gastautor Dr. Stefan Zimmer, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes der Hörgeräteindustrie (BVHI) widmet diesen Beitrag  daher dem bewussten Hörgenuss im Sinne der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Musik besser hören – was guten Klang ausmacht

Liebe Teufel Blog Leser,  es schreibt nun Stefan Zimmer. Zum diesjährigen Welttag des Hörens stelle ich euch zwei Personen vor, die ihre Liebe zum Klang und zur Musik aus unterschiedlichen Perspektiven erleben und dabei doch sehr viel gemeinsam haben.

Musik richtig genießen können wir dann, wenn der Klang auch stimmt – und das beginnt bei der Entwicklung von Lautsprechern und Soundsystemen. Toningenieure wie Marcus Kleinert von Teufel beschäftigen sich intensiv damit, dass hochwertige Wiedergabe-Systeme tonal ausgeglichen sind und alle Frequenzen mehr oder weniger gleich wiedergegeben werden. So entstehen die Boxen, mit denen Audiophile ihre Musik voll genießen können.

Intensives Hören, aber gesund

Bevor du jetzt Luft holst: In die Debatte, ob der Klanggenuss jetzt von Vinyl, CD oder als Datenstrom kommen soll, steigen wir hier nicht ein. Dafür geht es uns um etwas, dass vermutlich der größte Albtraum audiophiler Menschen ist: Ein nachlassendes Gehör.

„Wir sollten Musik bewusst genießen, nicht nur konsumieren“ Marcus Kleinert, Teufel

Wie wir Musik hören und ob wir sie tatsächlich auch genießen können, hängt von unserem Gehör ab. „Wir sollten Musik bewusst genießen, nicht nur konsumieren“, ist auch Toningenieur Marcus sicher. Allerdings hören viele Menschen Musik über eine lange Dauer in zu hoher Lautstärke. „Ich sehe vor allem bei jungen Menschen die Gefahr, dass dadurch Hörschädigungen entstehen“, befürchtet Marcus.

In Deutschland leben 5,8 Millionen Erwachsene mit einem beeinträchtigenden Hörverlust, aber nur jeder Dritte unternimmt etwas dagegen. Im Umkehrschluss lassen hierzulande 3,8 Millionen Menschen – die Einwohnerzahl Berlins – ihren Hörverlust nicht versorgen. Berufliche Schwierigkeiten, soziale Isolation und zum Teil schwerwiegende Folgeerkrankungen sind oft die Folge.

(zitierte Studie: „Hearing Loss – Numbers and Costs“ von Prof. em. Bridget Shield, Brunel University London)

Auch Sascha Mallah, CEO Teufel, ist gesundes Hören natürlich an großes Anliegen:

Besser hören – Basis für den Job

Der Toningenieur weiß, wovon er spricht, denn sein Gehör bildet das Fundament für seinen Beruf. Während seiner Ausbildung musste er lernen, richtig zu hören – und besser zu hören als andere. „Es gibt sehr gute Lernprogramme, mit denen man sein Gehör nicht nur musikalisch nach Intervallen oder Instrumenten schult, sondern auch lernt, auf Frequenzen und Pegel zu achten“, erzählt Marcus. „Mir hat das sehr viel Spaß gemacht und wenn man das nicht links liegen lässt, kann man sich diese Fähigkeit erhalten. Das kommt mir heute bei meiner Arbeit zugute, weil wir unsere Lautsprecher nicht nur nach Messergebnissen entwickeln, sondern mit unseren Produkten auch die Emotionalität transportieren wollen.“ Auch Audiophile können sich so mehr Genuss erschließen.

Mindestens genauso relevant wie für den Toningenieur ist ein gutes Gehör auch für Damaris Heide-Jensen, die die 1. Violine bei den Darmstädter Barocksolisten spielt. Denn gerade Streicher sind darauf angewiesen, besser zu hören, weil jede einzelne Note mit dem Gehör auf dem Griffbrett ermittelt wird. Das ist auch der Grund, warum es oft so schräg klingt, wenn Kinder Geige üben. Gerade frühes Musizieren sorgt dafür, besser zu hören. „Man kann richtiges Hören lernen, indem man anfängt, ein Instrument früh zu lernen. Musik zu machen, schult das Gehör natürlich enorm“, erzählt die Violinen-Spielerin und fügt an: „Hören ist für mich persönlich absolut wichtig. Ohne Hören könnte ich meinen Beruf nicht ausüben. Aber so bewusst ist einem das nicht, weil man es einfach hat.“ Damit bringt sie eines auf den Punkt: Von einem funktionierenden Gehör hängt vieles ab, doch das ist für uns in der Regel einfach selbstverständlich. Wir merken erst, wie wichtig es eigentlich ist, wenn wir schlechter hören.

Musik bewusst genießen

Doch auch mit nachlassendem Gehör können wir Musik genießen. Je schneller Sie bei einer Hörminderung handeln, desto besser stellt sich das Gehör auf das Hörsystem ein. Denn in den Jahren, bis schwerhörige Menschen den Schritt zum Hörakustiker wagen, verlernt das Gehör die Umgebung differenziert akustisch wahrzunehmen.

Daher ist es umso wichtiger, die Ursachen der nachlassenden Hörfähigkeit so früh wie möglich von einem HNO-Arzt untersuchen zu lassen. In vielen Fällen können moderne Hörsysteme die Hörminderung teilweise ausgleichen oder sogar vollständig kompensieren. Dank moderner Hörgeräte gibt es also auch für Menschen mit einer Hörminderung überhaupt keinen Grund, aufzuhören, Musik zu genießen. Entsprechend ausgestattete Geräte lassen sich sogar per Bluetooth direkt mit der Musikanlage verbinden.

About: Welttag des Hörens

Der Welttag des Hörens am 3.3.2020 ruft zum Schutz des Hörsinns und einem aktiven Umgang mit Schwerhörigkeit auf. „Mit dem Welttag des Hörens haben wir einen Präventionstag ins Leben gerufen, der mit fast 300 Ereignissen in über 80 Ländern auf der ganzen Welt ein wahrhaft globales Ereignis ist“, erzählt Dr. Shelly Chadha, WHO Programm zur Prävention von Taubheit und Hörverlust. Sie appelliert anlässlich des Welttags des Hörens 2020: „Don’t let hearing loss limit you!“. Und das heißt auch: Hör nicht auf, Musik zu genießen!

 

#worldhearingday

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Teufel Blog Redaktion

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