Hinterkopf einer Frau mit Teufel Kopfhörer.

#Zukunftsmusik II: winzige Lautsprecher, ein Headset im Mund & Video auf Vinyl

Im zweiten Artikel unserer Zukunftsschau geht es unter anderem um die Miniaturisierung von Lautsprechern. Diese dürfte in Zukunft voranschreiten, wodurch sich vollkommen neue Anwendungsgebiete entwickeln könnten. Und in Wien haben es Tüftler geschafft, Bilddaten in Vinylrillen zu packen – Full HD kriegt man damit zwar nicht, cool ist es trotzdem.

Neues vom Fraunhofer Institut

Wenn das Fraunhofer Institut eine Neuheit im Audiobereich verkündet, sollte man genauer hinhören. Das wissen wir spätestens, seitdem es maßgeblich zur Entwicklung des MP3-Formats beigetragen hat. Im Frühjahr 2018 haben Fraunhofer-Forscher den kleinsten Lautsprecher der Welt präsentiert. Der quadratische Micro-Speaker misst nur 4 x 4 Millimeter! Nun könnte man denken, so ein Mini-Lautsprecher würde vielleicht irgendwie hörbar sein, aber alles andere als gut klingen. Anscheinend ist aber das Gegenteil der Fall! Er soll einen Schalldruck von 110 Dezibel erreichen, dabei den für Menschen hörbaren Frequenzbereich von 20 bis 20.000 Hertz wiedergeben, und das mit einem absolut linearen Frequenzgang.

Darstellung eines MEMS-Lautsprechers im Vergleich zu einer 20 Cent Münze.
Die Größe des vom Fraunhofer Institut entwickelten MEMS-Lautsprecher im Vergleich zu einer 20 Cent Münze.

Diese Lautsprecher funktionieren vollkommen anders als herkömmliche elektrodynamische Lautsprecher, die aktuell in In-Ear-Lautsprechern ebenso zum Einsatz kommen wie in Standlautsprechern. Die MEMS-Lautsprecher (Micro-Electro-Mechanical Systems) bestehen wie Computerchips aus Silizium und werden auch in einem ähnlichen Verfahren hergestellt. Der entscheidende Unterschied ist, dass die Micro-Lautsprecher beweglich sind, sodass durch mechanische Auslenkung eine Membran die Luft anregen kann. Dadurch entstehen Schallwellen.

Mit der gelungenen Integration eines solchen MEMS-Lautsprechers in einen In-Ear-Kopfhörer sieht Fraunhofer-Forscher Daniel Beer einen Paradigmenwechsel im Lautsprecherbau eingeläutet. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob es gelingen wird, mit ähnlich kleinen Lautsprecher auch Räume mit hohen Pegeln zu beschallen. Physikalisch gibt es da nämlich große Hürden zu überwinden. Grundsätzlich aber bestehen natürlich viele Möglichkeiten für derartig kleine Schallwandler – beispielsweise in Smartphones, Tablets oder auch Einrichtungsgegenständen. Wir schauen genau hin, wie sich die Chip-Speaker entwickeln werden.

Teufel Kopfhörer – In-, On- und Over-Ear

Headset für die Zähne

Vielleicht werden Zahnspangen bald doch beliebt und trendy. Denn in den USA hat ein Unternehmen eine Art Headset entwickelt, das sich im Mund an den Backenzähnen befestigen lässt. Es ist mit einem Mikro ausgestattet und dient zugleich zum Hören übermittelter Audiodaten. Das Verfahren zur Schallübertragung ist aus akustischer Sicht das Spektakuläre an dieser Erfindung. Denn der Schall wird tatsächlich über die Vibrationen der Zähne, Kiefer und Schädelknochen ans Innenohr übertragen – Knochenklang also. Zur Übertragung der Mikrofoninformationen muss man zudem ein Halsband tragen, das die Daten per Bluetooth an ein Endgerät überträgt.

Man könnte dieses Zahn-Set für einen Spaß halten – würde nicht das US-Militär die Entwicklung mitfinanzieren. Der entscheidende Vorteil der Vorrichtung besteht in der Unterdrückung von Umgebungsgeräuschen. Der Mund dient sozusagen als Noise-Cancelling-Vorrichtung. Damit wird beispielsweise bei Lärm im Helikopter oder in Kampfeinsätzen eine bessere Verständlichkeit ermöglicht. Im Alltag könnte es dagegen eher befremdlich wirken, wenn das Gegenüber in der Bahn erst (scheinbar) Selbstgespräche führt und dann ein Stück Plastik ausspuckt.

Analoger Charme – Bilder aus Vinylrillen

Bilddaten auf Schallplatten – klingt erstmal so abwegig wie Würstchen aus dem Toaster. Das hat die Wiener Agentur Supersense (Selbstbeschreibung: „Home of Analog Delicacies“) nicht davon abgehalten, ein Verfahren zu entwickeln, mit dem sich sowohl Audio- als auch Video-Daten in den Rillen einer Schallplatte speichern und abspielen lassen. Das Projekt geht auf den Künstler Gebhard Sengmüller zurück. Er hat mit dem Soundtechniker und Physiker Martin Diamant schon vor Jahren zwei Prototypen für die Wiedergabe von Videovinyl gebaut. Für die aktuelle Umsetzung hat die Wiener Agentur einen Converter gebaut, den man für 178 Euro kaufen kann. Dieser funktioniert mit handelsüblichen Plattenspielern (mit Diamantnadel) und Fernsehern. Mit dem Verfahren können acht Bilder pro Sekunde und Mono-Sound wiedergegeben werden.

Die Bremer Filmemacher von Crowdmotions, die Band The Courettes und das Hamburger Indie-Label Voodoo Doll haben eigens für die audiovisuelle Vinylplatte einen Song und ein Video produziert.

Zukunfts-Sound bei Teufel

Der Bluetooth Lautsprecher ROCKSTER GO auf einem Skateboard.
Ein echter Allrounder – der ROCKSTER GO übersteht auch einen Kickflip.

Demnächst sind diese Teufel Innovationen erhältlich:

  • ROCKSTER GO: Der ROCKSTER geht Tour – und spielt wirklich überall. Denn der ROCKSTER GO ist der robusteste Speaker, den du finden kannst. Dank gummiertem Gehäuse und Wasserschutz (Schutzklasse IPX7) kannst du ihn so ziemlich überallhin mitnehmen.
  • AIRY: Wir haben unserem AIRY einen neuen Anstrich verpasst. Den Bluetooth-Kopfhörer gibt es nun in Schwarz und Weiß. Auch die Gestaltung von Ohrmuscheln und Bügeln haben wir leicht modifiziert. Außerdem ist der integrierte Akku noch ausdauernder; bis zu 30 Stunden Spielzeit sind jetzt möglich (vorher 20), und die Reichweite des Bluetooth-Moduls liegt jetzt bei 12 Metern.

Stereo-Sound für Liebhaber

Ultima 40 Mk2 - Stereo Towers

Ultima 40 Stereo


zu weiteren Infos

Teufel Stereo M
Vinyl


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Teufel Stereo L

Teufel Stereo L


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#Zukunftsmusik II zusammengefasst

  • Das Fraunhofer Institut hat einen Lautsprecher vorgestellt, der nur 4 x 4 Millimeter misst und 110 Dezibel erreicht.
  • Ein US-Unternehmen hat, finanziert vom Militär, ein Headset entwickelt, das den Klang über Zähne und Kiefer ans Ohr leitet.
  • Eine österreichische Agentur hat ein Verfahren ausgetüftelt, mit dem auch Bilddaten in Vinylrillen gespeichert werden können.

Foto 1: © Fraunhofer Institute for Silicon Technology – ISIT

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Teufel Blog Redaktion

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