ROCK HARD RICHTERSKALA

April 2018: Die Top 3 der ROCK HARD Richterskala (RH #371)

Exklusiv im Teufel Blog: Teufel präsentiert jeden Monat in Zusammenarbeit mit dem „Zentralorgan der Heavy-Metal-Fans“ (Spiegel), der Zeitschrift ROCK HARD, die Top 3 des Monats der ROCK HARD Richterskala.

Platz 1 > JUDAS PRIEST > Firepower

Label: Columbia/Sony
Spiellänge: 58:30 min
Veröffentlichung: bereits erschienen

Rezension von Boris Kaiser (ROCK HARD)
Seine Bewertung auf der Richterskala: 8,5

Der gute 2014er Vorgänger „Redeemer Of Souls“ kommt mir in den ersten Kritiken zu „Firepower“ zu schlecht weg, natürlich auch mal wieder bei Leuten, die „damals“ voll des Lobes waren. Nichtsdestotrotz ist es richtig, dass man mit dem aktuellen Brecheisen noch mal eine Schüppe drauflegt: JUDAS PRIEST wirken unter der Obhut von Tom Allom und vor allem Andy Sneap hochkonzentriert und offerieren ein Derivat ihrer eigenen Geschichte, das mit ´Traitors Gate´ und vor allem ´Lone Wolf´ noch nicht mal die tendenziell vergessenswerte Ripper-Owens-Phase ausspart, sich beim Rest aber ausschließlich an den großen Zeiten abarbeitet (also quasi an allem bis einschließlich „Defenders Of The Faith“, dazu „Painkiller“).

Würde man die beiden erwähnten Stücke und die schwächsten zwei der bandtypischen Simpel-Refrain-Nummern, zum Beispiel ´Spectre´ und (trotz der mitreißenden Bridge) ´Flame Thrower´, streichen, hätte man sogar ein völlig brillantes Album in „normaler“ LP-Länge, das neben den Klassikern bestehen könnte. So reicht es immerhin für eine bockstarke Heavy-Metal-Platte, für die bis jetzt stärkste des gar nicht mehr so jungen Jahres übrigens, die immer dann am nachhaltigsten begeistert, wenn nicht nur die natürlich über jeden Zweifel erhabenen Gitarren im Vordergrund stehen, sondern Rob Halfords Signature-Gesang melodische Highlights setzt, also bei ´Lightning Strike´, ´Never The Heroes´ (Accept, anyone?), Matthias´ Fave ´Rising From Ruins´, dem noch nicht mal dreiminütigen ´No Surrender´ oder der abschließenden, nun ja, Power-Ballade ´Sea Of Red´.

Man kann das Ganze nun „Alterswerk“ nennen, und kein Mensch weiß, wie es mit den Engländern mittelfristig weitergeht, aber ich habe gerade trotz Glenn Tiptons schwerer Erkrankung (Andy Sneap springt live für ihn ein) nicht das Gefühl, dass sie bereits alles gesagt haben. Für mich wirkt „Firepower“, das NATÜRLICH das beste Priest-Album seit „Painkiller“ darstellt, eher wie ein „Comeback“, wie der Anfang des x-ten Frühlings. Und damit war – trotz „Redeemer Of Souls“ (siehe oben) – nicht wirklich zu rechnen.

Judas Priest Cover
Band Foto

Platz 2 > PRIMORDIAL > Exile Amongst The Ruins

Label: Metal Blade/Sony
Spiellänge: 65:39 min
Veröffentlichung: 30.03.2018

Rezension von Boris Kaiser (ROCK HARD)
Seine Bewertung auf der Richterskala: 8,5

In seiner Sólstafir-Live-Rezi schrieb Wolfgang im letzten Monat, es ginge mittlerweile wahrscheinlich vor allem darum, das Niveau einigermaßen zu halten. Nun, das ist wohl die Krux von Bands, die jahrelang sehr gute bis formidable, im gewissen Sinne sogar szeneprägende Platten veröffentlicht haben. Auch PRIMORDIAL erfinden das Rad, mit dem sie sich bewundernswerterweise nahezu gleichzeitig vorwärts, rückwärts und zur Seite bewegen, nicht mehr neu, sie klingen aber nach wie vor frisch und motiviert, man glaubt Frontmann Alan Averill aufs Wort, wenn er berichtet, dass vor dem Aufnehmen von „Exile Amongst The Ruins“ eine Art Selbstreflexion stattgefunden hat, bei der Authentizität und Relevanz im Fokus standen.

Album Nummer neun, konzentriert produziert von Ola Ersfjord (Dead Lord, Tribulation, Dread Sovereign), ist in diesem Sinne denn auch keine Revolution, aber qualitativ erneut weit über dem, was Hinz und Kunz ohne Unterlass in den Markt quetschen, vielleicht trotz einer gewissen Homogenität, die nur ganz Nörgelige als Gleichförmigkeit verunglimpfen, ein bisschen weniger eingängig als zuletzt, dafür in seinen pathosschwangeren Momenten, dem brillanten Opener ´Nail Their Tongues´ mit seinem Black-Metal-Ausbruch zum Beispiel oder dem herzzerreißenden ´Stolen Years´, das jeden Mann in der zweiten Lebenshälfte zu Tränen rührt, noch mitreißender und gefangen nehmender, noch direkter.

Und apropos „Homogenität“: Die Ausnahme von der Regel heißt ´To Hell Or The Hangman´ und ist eine smarte Gothrock/Darkwave-Verbeugung inklusive „tanzbarer“ Drum-Beats, die viel besser in den PRIMORDIAL-Kosmos passt, als selbst offenere Ohren denken mögen. Wenn´s nach mir ginge: mehr davon!

Primordial Exile amongst the ruins
Album Cover: Primordial Exile amongst the ruins
PRIMORDIAL
PRIMORDIAL

Platz 3 > MONSTER MAGNET > Mindfucker

Label: Napalm/Universal
Spiellänge: 49:53 min
Veröffentlichung: bereits erschienen

Rezension von Holger Stratmann (ROCK HARD)
Seine Bewertung auf der Richterskala: 8

Bietet schon jemand „Rock´n´Roll Consulting“ an? Es ist mir ein absolutes Rätsel, warum sich die im Underground sehr geschätzten Schweden Black Trip nach u.a. dem Ausstieg ihres Drummers Jonas Wikstrand (für ihn kam der 53-jährige Order-Of-Isaz-Schlagwerker Anders Bentell) in VOJD umbenannt haben – nur um, allen Unkenrufen und eigenem Bekunden zum Trotz, mit „The Outer Ocean“ ein Album aufzunehmen, das durchaus wie der dritte Black-Trip-Dreher klingt – mit etwas geringerer NWOBHM-Schlagseite, dafür ein paar „Experimenten“ mehr.

Die gute Nachricht: „Typisches“ Band-Futter wie der Classic-Hardrock-Anfang ´Break Out´/´On An Endless Day Of Everlasting Winter´, das erneut auf einen ollen Scorpions-Groove zurückgreifende ´On The Run´, das zügige ´Heavy Skies´ oder das – auch das findet sich noch – Thin-Lizzy-Generikum ´Delusions In The Sky´ zündet spätestens nach dem zweiten, dritten Durchlauf, vielleicht wären es mit einer etwas strafferen Produktion sogar die Hookline-technisch zwingendsten, ähem, Black-Trip-Songs überhaupt.

Die schlechte Nachricht: Die erwähnten „Experimente“ sind leider durchweg für die Katz´. Das ruhige ´To The Light´ fällt am Ende kaum auf, und den versponnenen Psych-Rock des Titelsongs können andere Acts einfach besser, den völlig missratenen „Blues“ ´Dream Machine´ muss man hingegen regelrecht ertragen, ein schon nicht mehr „nur“ langweilender, sondern schlicht nervender Totalausfall, wie er im Buche steht.

Noch mal: Alles in allem läuft „The Outer Ocean“ durchaus als starkes, manchmal sogar sehr starkes Retro-Hardrock-Album ins Ziel und löst den letztmonatigen Deadheads-Dreher im Player prima ab. Ich habe halt nur irgendwie das Gefühl, dass die Platte im VÖ-Dschungel komplett untergehen wird…

Monster Magnet > Mindfucker Cover
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Gewinnspiel: Top 3 Alben April 2018 (beendet)

Das Gewinnspiel lief bis Sonntag, 22.04.2018 (23.59 Uhr) . Die Gewinner werden in den Kommentaren ausgewiesen. Das waren die > Teilnahmebedingungen (PDF)

Hinweis: Alle Platzierungen in diesem Blog beziehen sich auf Ausgabe 04/2018, Rock Hard #371

About: Richterskala

Für die Richterskala hören elf ROCK-HARD-Experten die neuesten Platten ab und bewerten diese jeder für sich von 1 (mies) bis 10 (Spitze). Die Summe gibt die Stärke des Schwermetalls auf der Richterskala an. Geballte Expertise hoch 11

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Produktbild: Teufel
Billder (alle anderen) : publiziert mit freundlicher Genehmigung von ROCK HARD

 

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  1. Frank
    22. Apr. 2018, 19:28

    Judas Priest wäre klasse

  2. Silvia
    22. Apr. 2018, 19:28

    MONSTER MAGNET > Mindfucker

    • Teufel Blog Redaktion

      Teufel Blog Redaktion
      26. Apr. 2018, 11:04

      Herzlichen Glückwunsch zm Gewinn des Albums!!! Weitere Infos zum Versand folgen per Email.

      Dein Teufel Blog Team

  3. Victoria
    22. Apr. 2018, 17:36

    Monster Magnet – Mindfucker! Wow was für ein super tolles Gewinnspiel von euch Der Gewinn ist ja mega klasse..!! ❤ Der Hammer!! Versuche sehr gerne mein Glück fest die Däumchen gedrückt ✊ würde mich riesig darüber freuen Danke euch dafür! Ihr seid Spitze

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Teufel Blog Redaktion

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