Der CD-Player: Auslaufmodell oder unverzichtbar im HiFi-Bereich?

Es gibt nicht wenige, die glauben, dass CD und CD-Player angesichts neuer Streaming-Angebote und der Renaissance der Schallplatte schon bald aus Ladenregalen und Wohnzimmern verschwinden werden. Zu früh abschreiben sollte man den Silberling aber nicht: Die CD war bei ihrer Einführung eine technologische Revolution, hat Millionen von Menschen HiFi-Sound ermöglicht und in vielerlei Hinsicht die Pop-Kultur der vergangenen Jahrzehnte geprägt. Auch wenn sie heute große Konkurrenz bekommen haben, können sich CD und CD-Player in Sachen Klangqualität immer noch an der Spitze behaupten.

Digitale Musik für die Massen: Einführung von CD und CD-Player

Als Philipps und Sony am 8. März 1979 in Eindhoven ihre digitale Schallplatte vorstellten, war sie nicht die erste ihrer Art. So wurde bereits 1970 die „Bildpatte“ von Telefunken mit einem dazugehörigen Abspielgerät vorgestellt. Dennoch war die Begeisterung in Fachkreisen bei der Vorstellung groß. Die CD war der bis dahin mit Abstand ausgereifteste digitale Tonträger, und einige sahen das Ende der analogen Schallplatte kommen.

Die Musik-Daten werden auf der CD als digitaler Code gespeichert. Für die Codierung werden mikroskopisch kleine Vertiefungen und Erhöhungen (Pits und Lands) in die Oberfläche des Kunststoffs geprägt. Diese Prägung wird mit einer hauchdünnen reflektierenden Aluminiumschicht und einem Schutzlack überzogen. Im CD-Player tasten Laser und Foto-Diode kontaktlos die Informationen auf der Oberfläche ab. Der Digital-Analog-Wandler (DA-Wandler) im CD-Player setzt die Digital-Signale für die Wiedergabe in Spannungswerte um.

Bis zur Markteinführung sollte dennoch etwas Zeit vergehen. Andere Elektronikhersteller mussten den neuen Standard erst akzeptieren und entsprechende Abspielgeräte (CD-Player) herstellen. Zudem mussten Inhalte für CD erst aufgenommen und digitalisiert werden. 1982 war es soweit und die Markteinführung lief an. Das war damals auch ein Ereignis für die Tagesschau:

Die wichtigsten Daten zur CD

Die Audio-CD unterstützt eine Abtastrate von 44,1 kHz bei einer Sampling-Tiefe von 16 Bit. Der Dynamik-Umfang liegt bei 96 dB. Es wird dabei ein Frequenzbereich zwischen 5 und 20.000 Hertz abgedeckt und damit das gesamte Frequenzspektrum, das ein Mensch wahrnehmen kann. In diesem Punkt ist die Audio-CD verlustbehafteten Dateiformaten wie MP3 deutlich überlegen.

Die reguläre Spielzeit beträgt 74 Minuten bei 747 MB Speicherplatz. Wie lange CDs halten, hängt vor allem vom Gebrauch und der Lagerung ab. Anders als bei analogen Schallplatten erfolgt das Abspielen ohne mechanischen Verschleiß. Kratzer am Schutzlack der CD können allerdings zur Beschädigung der eingeprägten Information führen.

Ob nun die CD oder die Schallplatte besser klingt, ist nicht einfach zu beantworten. Viele sind zwar der Meinung, dass eine Schallplatte mehr Klangtiefe erzeuge und irgendwie wärmer klinge. Das ist aber ein subjektiver Eindruck. Was heute willkommenes Knistern ist, war vor einigen Jahren schließlich noch unwillkommenes Störgeräusch. Außerdem kommen Störeffekte wie Gleichlaufschwankungen auf dem digitalen Medium praktisch nicht mehr vor.

Einer der ersten CD-PlayerCD-Player und ihre Entwicklung

Die ersten CD-Player brachten ebenfalls Philipps und Sony heraus. Sony macht mit dem Sony CDP 101 den Anfang. Kurz darauf folgte der Philips CD-100. Andere Hersteller zogen mit ihren CD-Playern schnell nach und schnell gab es Geräte in unterschiedlichsten Produkt-Designs und zahlreichen Größen. Den ersten Discman präsentierte Sony bereits 1984. Auch die Qualität der Signalverarbeitung durch weiterentwickelte Bit-Wandler, Oversampling-Funktion und Fehlerkorrektur verbesserte sich schnell.

Wie lange rotiert die CD im Player noch?

Mit dem Ende der CD ist es so ähnlich wie mit dem Weltuntergang: oft vorhergesagt, bisher noch nicht eingetreten. Richtig ist natürlich, dass Audio-Daten heute ohne physischen Datenträger vertrieben werden können und Festplatten mit Tausenden Musikstücken im MP3-Format deutlich platzsparender sind als eine CD-Sammlung. In den USA hat die Musikindustrie 2014 erstmals durch Streaming-Angebote mehr eingenommen als über CD-Verkäufe. Es gibt also durchaus Hinweise dafür, dass Musikhörer sowie Inhalteproduzenten und Technikhersteller irgendwann übereinkommen und sagen: Der Aufwand ist zu hoch.

Richtig ist aber auch, dass solche praktischen Argumente nicht allein entscheidend sein müssen. Den Reiz physischer Speichermedien sollte spätesten seit dem Hype um Vinyl-Schallplatten niemand unterschätzen. Die Zahl von Musikfans, die es lieben, Platten im CD-Player verschwinden zu lassen, das Cover anzuschauen und Booklets durchzublättern, ist nach wie vor groß – und wer weiß, vielleicht werden auch CDs und ihre Abspielgeräte zum nächsten Retro-Trend.

Fazit:

  • Die Audio-CD wurde im März 1979 in Eindhoven vorgestellt.
  • Die Markteinführung der ersten CD-Player war 1982.
  • Während die Parameter der Audio-CD gleich geblieben sind, wurden CD-Player weiterentwickelt.
  • Das oft vorhergesagte Aus der CD ist nicht absehbar.

Titelbild: ©WerbeFabrik Bestimmte Rechte vorbehalten. Quelle: Pixabay
Bild 1: ©Atreyu, SONY CDP-101 Bestimmte Rechte vorbehalten. Quelle: Wikipedia

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Teufel Blog Redaktion

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