Album Charts Juni 2017: Die Top 3 der ROCK HARD Richterskala (RH #361)

Exclusiv im Teufel Blog: Teufel präsentiert in Zusammenarbeit mit dem “Zentralorgan der Heavy-Metal-Fans” (Spiegel), der Zeitschrift ROCK HARD, die Top 3 der ROCK HARD Richterskala.

 

Platz 1 > Solstafir > Berdreyminn

Label: Season Of Mist/Soulfood
Spiellänge: 57:38
Veröffentlichung: 26.05.2017

Rezension von Thomas Kupfer (ROCK HARD)
Seine Bewertung auf der Richterskala: 9

Was die Texte angeht, so hat es Gitarrist und Sänger Aðalbjörn „Addi“ Tryggvason im Interview dieser Ausgabe verraten, bohren die Isländer auf ihrem mittlerweile sechsten Studioalbum das ganz dicke Brett und erzählen Geschichten über Naturkatastrophen, häusliche Gewalt, Narzissmus, Depressionen und Alkoholismus. Typisch für eine Band, die angibt, von trostlosen Szenerien fasziniert zu sein, die diese Themen anpackt, sie aber eben nicht mit verzweifelt klingender Musik unterlegt. Klar, Tryggvason leidet, während er sein Innerstes nach Außen kehrt und die Songs interpretiert, aber diese Stücke sind keine, bei denen man reflexartig zur Rasierklinge greift, um sich die Pulsadern aufzuschlitzen.

Ganz im Gegenteil: „Berdreyminn“ fährt in seiner Häufung die wohl besten Melodien der bisherigen SÓLSTAFIR-Karriere auf und bietet inmitten der vorherrschenden melancholischen Grundatmosphäre immer wieder Momente der Hoffnung. Vor diesem Hintergrund macht selbst der Albumtitel, der übersetzt „jemand, der von kommenden Ereignissen träumt“ bedeutet, Sinn, denn abgesehen von Pink Floyd fällt mir kaum eine andere Band als das Quartett aus Island ein, die es mit ihren Soundscapes schafft, eine ähnlich verträumte, manchmal mystische Stimmung zu erzeugen. Das macht SÓLSTAFIR zu musikalischen Grenzgängern, deren Sound mit Begriffen wie „Heathen Metal“, Post- oder Artrock nur ungenügend beschrieben ist.

In Schubladen einordnen lassen sich diese Freigeister schon lange nicht mehr, spätestens mit dem Vorgänger „Ótta“ hat man endgültig seine eigene kleine Nische in einem überhitzten Genre gefunden. „Berdreyminn“ setzt diese Entwicklung konsequent fort, kombiniert Metal-Einflüsse mit Folk, Streichern oder auch mal Piano-Klängen und schwankt ständig zwischen Drama und Epik. Ein fantastisches, im wahrsten Sinne des Wortes progressives Album mit Gänsehautgarantie!

Album Cover

DISKOGRAFIE (Alben)

Í Blódi og Anda (2002)
Masterpiece Of Bitterness (2005)
Köld (2009)
Svartir Sandar (2011)
Ótta (2014)
Berdreyminn (2017)

Line up

Aðalbjörn „Addi“ Tryggvason (v./g.)
Sæþór Maríus Sæþórsson (g.)
Svavar Austman (b.)
Hallgrímur Jón Hallgrímsson (dr.)

Platz 2 > AVATARIUM > Hurricanes And Halos

Label: Nuclear Blast/Warner
Spiellänge: 44:40 min
Veröffentlichung: bereits erschienen

Rezension von Boris Kaiser (ROCK HARD)
Seine Bewertung auf der Richterskala: 9

Der The-Devil´s-Blood-Groove von ´The Starless Sleep´ ist genauso irreführend wie der an Jon Bon Jovis Solo-Schlüpferstürmer ´Blaze Of Glory´ erinnernde Unterbau von ´Road To Jerusalem´, denn AVATARIUM, deren 2015er Album „The Girl With The Raven Mask“ alles Vergleichbare in der Pfeife geraucht hat, geben sich weder so nihilistisch und dunkel wie die umstrittenen HolländerInnen, noch muten ihre Kompositionen in irgendeiner Form gewollt eingängig an. Stattdessen bauen die Schweden und ihre erneut ausschließlich Bewunderung hervorrufende Frontfrau Jennie-Ann Smith auf ihrem Doom-Fundament, das Hintergrund-Hauptkomponist Leif Edling (u.a. Candlemass) zu verantworten hat, einen wankelresistenten Turm aus Classic Rock und -Metal sowie ein wenig Prog und Psych dermaßen hingebungsvoll in den Himmel, dass sämtliche Wolken von selbst Reißaus nehmen.

Im Gegensatz zu den letzten beiden ersten Singleauskopplungen (und Openern) ´All I Want´ und ´The Girl With The Raven Mask´ finde ich ´Into The Fire/Into The Storm´, das indes zu Smiths Lieblingstracks gehört, ein wenig unauffällig, viel deutlicher an der Grenze komponiert wurden diesmal neben der lupenreinen Uriah-Heep-Verbeugung ´The Sky At The Bottom Of The Sea´ und dem Sabbath-´76-Riffer ´A Kiss (From The End Of The World)´ vor allem das neunminütige, inflationär abwechslungsreiche ´Medusa Child´, dessen wunderbare Kinderstimmen keineswegs aufgesetzt „diabolisch“ wirken, sondern eher so, als kämen sie z.B. bei Savatage zum Einsatz, sowie die extrem reduzierte Downtempo-Ballade ´When Breath Turns To Air´, ein Lied, das klingt, als würden Universe217 zusammen mit Norah Jones ´ne alte Procol-Harum-Nummer covern. Läuft immer noch bei euch, AVATARIUM!

Bandfoto

Photographer Linda Åkerberg

Platz 3 > ANATHEMA > The Optimist

Label: Kscope/Edel
Spiellänge: 58:22 min
Veröffentlichung: 09.06.2017

Rezension von Wolfgang Liu Kuhn (ROCK HARD)
Seine Bewertung auf der Richterskala: 9,5

Fakt ist: Ein mittelmäßiges oder gar schlechtes ANATHEMA-Album hat es nie gegeben. Aber: Die Briten haben so ihre Momente, in denen sie sich dem Genre „Fahrstuhlmusik“ einmal mehr, einmal weniger gefährlich annähern, und das letzte Album „Distant Satellites“ hatte derer zu viele. Drei Jahre später beginnt „The Optimist“ gleich mit einem kleinen Schockmoment, denn das Loop-Experiment ´Leaving It Behind´ zählt nicht gerade zu den Sternstunden der großen Band-Historie – vorsichtig ausgedrückt. Doch dann folgt mit ´Endless Ways´ ein völlig entrücktes, magisch-sphärisches Meisterwerk, wie es eigentlich nur die Cavanagh-Familie auf die Reihe bekommt.

In dieser Tonart geht es weiter: Eine traumhaft schöne Artrock-Perle reiht sich an die nächste, wobei vor allem die von Lee Douglas gesungenen Lieder in ihrer verdichteten Emotionalität noch einmal herausragen. Kleiner Hinweis für die Old-School-Fraktion: Härter sind die Doom-Metaller a.D. natürlich nicht geworden, dem Himmel sei Dank (für die härtesten Stammtisch-Alben aller Zeiten sind ohnehin alle zwei Jahre Paradise Lost zuständig). Aber: Die Intensität und der erzählerische Narrativ sind auf diesem Album so packend und schlüssig wie schon seit Jahren nicht mehr. Ganz ernsthaft: Ohne diesen beschissenen Loop-Track zu Beginn würde hier unten die Höchstnote stehen.

Bandfoto

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Das Teufel-Blogteam wünscht allen Metal-Fans ein bassiges Happy Headbanging !!!

 

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zu weiteren Infos

About: Richterskala

Für die Richterskala hören elf ROCK-HARD-Experten die neuesten Platten ab und bewerten diese jeder für sich von 1 (mies) bis 10 (Spitze). Die Summe gibt die Stärke des Schwermetalls auf der Richterskala an. Geballte Expertise hoch 11

Gewinnspiel: Teufel verlost die Top 3 Alben (beendet)

Das Juni-Gewinnspiel ist beendet. Die Gewinner sind in den Kommentaren gekennzeichnet und werden zusätzlich per Email angeschrieben. Vielen Dank an alle Teilnehmer. Beim nächsten mal habt ihr wieder die Chance.

Das waren die > Teilnahmebedingungen (PDF)

 

 

Produktbild Kombo 500: Teufel
Billder (alle anderen) : publiziert mit freundlicher Genehmigung von ROCK HARD

Album Charts Juni 2017: Die Top 3 der ROCK HARD Richterskala (RH #361)
5 (100%) 1 vote

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  1. Michael Rißmann
    14. Jun. 2017, 6:37

    ANATHEMA-The Optimist. Würde ich glatt meiner Frau schenken!

    • Teufel Blog Redaktion

      Teufel Blog Redaktion
      16. Jun. 2017, 14:24

      Herzlichen Glückwunsch zm Gewinn des Albums!!! Weitere Infos zum Versand folgen per Email.

      Dein Teufel Blog Team

  2. Kerstin Radeboldt
    14. Jun. 2017, 0:04

    AVATARIUM – Hurricanes and Halos
    Lg Kerstin

  3. Corina
    13. Jun. 2017, 22:33

    AVATARIUM > Hurricanes And Halos

    Gefällt mir am besten und macht Lust auf mehr.

    • Teufel Blog Redaktion

      Teufel Blog Redaktion
      16. Jun. 2017, 14:26

      Herzlichen Glückwunsch zm Gewinn des Albums!!! Weitere Infos zum Versand folgen per Email.

      Dein Teufel Blog Team

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